Beruhigende Klassikklänge empfangen die Aktionäre im Augsburger Hotel Dorint. Im gleichen Bau, aber hoch oben im 35. Stock des Hotelturms, befindet sich der Verwaltungssitz von Klassik Radio – nach eigenen Angaben Deutschlands einzige börsennotierte Radiogesellschaft. Sie hat sich auf die Highlights musikalischen Schaffens, auf Melodien großer Filme und auf einen entspannenden Hintergrundsound spezialisiert. Gesendet wird aber nicht von Augsburg, sondern von einem Studio in Hamburg. Und das mit wachsendem Erfolg: „Noch nie haben so viele Menschen Klassik Radio gehört“, verkündet Vorstand und Hauptaktionär Ulrich Kubak stolz.
1,7 Millionen Menschen hören täglich Klassik Radio
Rund 1,7 Millionen Menschen hören täglich Klassik Radio. In über 300 Städten in Deutschland ist der Sender über UKW zu empfangen. Seit 1. August vergangenen Jahres besitzt Klassik Radio auch eine digitale bundesweite Zulassung. Mit der Zahl der Hörer soll der finanzielle Erfolg steigen. Im vergangenen Geschäftsjahr gingen zwar die Umsätze von 11,1 auf 9,7 Millionen Euro zurück, dies sei aber ausschließlich dem eingeschlagenen Strategiewechsel zuzuschreiben: „Klassik Radio will sich wieder ganz auf das Radiogeschäft konzentrieren“, sagt Kubak, der 1987 auch den Augsburger Lokalradiosender Fantasy gründete. So wurde der Hirmer-Verlag im Mai 2011 verkauft und auch als Konzertveranstalter zieht sich Klassik Radio zurück. „Oberstes Ziel ist es, ein relevanter Teilnehmer im deutschen Radiowerbemarkt zu werden“, betont Kubak. Die Partnerschaft mit einer neuen Vertriebsfirma sei fehlgeschlagen, nun ist ein eigenes Vertriebsteam aktiv, um die nötigen Aufträge an Land zu ziehen.
Jahresergebnis hat sich verdoppelt
Das Ergebnis vor Abschreibungen und Steuern hat sich im Geschäftsjahr 2010/11 auf 1,03 Millionen Euro verdoppelt. Im September 2011 beschäftigte der Konzern 58 Mitarbeiter. Die Eigenkapitalquote stieg auf 74 Prozent. Auch die Halbjahreszahlen stimmen optimistisch: Bei einem Umsatz von fünf Millionen Euro kletterte das Ergebnis vor Steuern und Abgaben um zehn Prozent auf 512 000 Euro. „Außerdem konnten wir unsere rapide Entschuldung fortsetzen“, sagt Kubak und ergänzt: „Saldiert sind wir komplett schuldenfrei.“ Das beeindruckt Stephan Berninger von der Schutzgemeinschaft deutscher Kapitalanleger (SDK), der Klassik Radio attestiert: „Das Unternehmen hat sich sehr gut entwickelt.“
Aktionäre sollen am guten Ergebnis des Geschäftsjahres teilhaben
Ein Erfolg, an dem die Aktionäre teilhaben sollen. „Nie stand unsere Gesellschaft besser da“, sagt Kubak. Der 1965 in Augsburg geborene Medienkaufmann spricht von einem „historischen Punkt“, als er mit dem Aufsichtsrat erstmals in der Unternehmensgeschichte eine Dividende von 10 Cent pro Wertpapier vorschlägt. Er will auch Investoren verstärkt vom Potenzial des Unternehmens überzeugen. Klassik Radio werde vielleicht nicht ein Konzern, der über 500 Millionen Umsatz erwirtschaftet, „aber es kann eine Perle werden“.