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Affing/Aichach-Friedberg: Falsche Impfteams, Fake-Notfälle: Wie Kriminelle im Landkreis Corona nutzen

Affing/Aichach-Friedberg

Falsche Impfteams, Fake-Notfälle: Wie Kriminelle im Landkreis Corona nutzen

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    Seit Beginn der Corona-Krise haben sich Betrugsmaschen verändert - auch in Aichach-Friedberg.
    Seit Beginn der Corona-Krise haben sich Betrugsmaschen verändert - auch in Aichach-Friedberg. Foto: Angelika Warmuth, dpa (Symbolbild)

    Wie aus dem Nichts stehen sie in der Tür: ein Mann und eine Frau. Wer sie sind? Ein "mobiles Impfteam" - so sagen sie es zumindest der 92-Jährigen, der sie gegenüberstehen. Ohne dazu aufgefordert worden zu sein, betreten sie das Einfamilienhaus. Der Mann verwickelt die Seniorin in ein Gespräch, seine Begleiterin blickt sich vollkommen unbeobachtet im Haus um. Dann verschwinden die ungebetenen Gäste wieder. Kurz darauf kommt die Polizei ins Spiel.

    Corona: Impfwillige in Aichach-Friedberg geraten ins Visier von Kriminellen

    Fälle wie dieser beschäftigten die Polizei in der Region zuletzt häufiger. "Aktuell wird neben dem bekannten "Enkeltrick" auch die Situation rund um Covid-19 ausgenutzt", erklärt Reiner Berndt vom Polizeipräsidium Schwaben- Nord, das auch für den Landkreis Aichach-Friedberg zuständig ist. Die Maschen der Betrüger, oft per Telefon, seien "variantenreich", sagt Berndt. Sie geben sich als Arzt oder Krankenhaus-Mitarbeiter aus, behaupten, dass Angehörige an Corona erkrankt sind oder beatmet werden müssen, und beteuern, dass nur ein Medikament oder eine Impfung helfen würde - gegen entsprechende Geldleistungen, versteht sich.

    Besonders auf ältere Personen haben es die Betrüger normalerweise abgesehen. Unter ihnen sind zuletzt vor allem Impfwillige ins Visier geraten. Zehn solcher Betrugsversuche hat die Polizei in und um Augsburg seit November registriert, davon einen in Affing und zwei in Friedberg. "Im Landkreis Aichach-Friedberg handelte es sich um Anrufe bezüglich angeblicher Impftermine", sagt Polizeiobermeister Berndt. "Das Ziel bleibt immer gleich: das Geld der Opfer. Alter Trick – neue Masche mit Corona." Vermögensschaden sei den Betroffenen bislang nicht entstanden. In allen Fällen hätten die Geschädigten richtig reagiert und die Polizei informiert - so auch die 92-Jährige.

    Betrugsversuch mit Covid-19-Masche: Was Betroffene tun sollten

    Wer wegen angeblich erkrankter Angehöriger telefonisch kontaktiert werde, solle bei Geldforderungen besonders misstrauisch werden, erklärt Berndt. "Der Anrufer sollte grundsätzlich aufgefordert werden, den Namen des betreffenden Angehörigen selbst zu nennen. Wenn der Anrufer nicht sofort erkannt wird, können auch Fragen nach Dingen oder Begebenheiten, die nur echte Verwandte kennen, hilfreich sein." Unter keinen Umständen solle man am Telefon Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgeben.

    Auch bei verdächtigem Überraschungsbesuch gebe es klare Verhaltensregeln: "Betrüger können sich unter anderem auch als Mitarbeiter des Gesundheitsamts oder Impfteam ausgeben und potenziellen Opfern einen kostenpflichtigen Corona-Test beziehungsweise eine Impfung gegen Covid-19 anbieten, um in die Wohnung zu gelangen", sagt Berndt und betont: "Auf solche Angebote sollte man sich keinesfalls einlassen." Klarheit, ob tatsächlich ein Test oder eine Impfung angeordnet wurde, brächten Rücksprache beim Hausarzt oder dem zuständigen Gesundheitsamt.

    Falsche Impfteams oder Fake-Notfälle: Im Notfall die Polizei rufen

    Generell gilt nach Auskunft von Polizist Berndt: "Fremden Personen sollte kein Einlass gewährt werden, wenn keine Vertrauenspersonen anwesend sind. Bei zudringlichen und bedrohlichen Personen sollte energisch gegengesprochen oder um Hilfe gerufen werden." In akuten Bedrohungsfällen sei es auf jeden Fall ratsam, den Notruf 110 zu betätigen und so die Polizei zu verständigen.

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