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Affing: Aufwertung der Miederinger Sandgrube: Gemeinderat lehnt ab

Affing

Aufwertung der Miederinger Sandgrube: Gemeinderat lehnt ab

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    Die Drohnenaufnahme zeigt die Sandgrube der Firma Leitenmeier in Miedering: Links unten ist die Reifenwaschanlage zu sehen, daneben die asphaltierte Auffahrt zum fertig abgebauten und bereits für die Verfüllung präparierten Bereich. In der Bildmitte liegt der bereits als Biotop hergerichtete Abschnitt. Im Hintergrund erstrecken sich Teile der Ortschaften Affing und Gebenhofen.
    Die Drohnenaufnahme zeigt die Sandgrube der Firma Leitenmeier in Miedering: Links unten ist die Reifenwaschanlage zu sehen, daneben die asphaltierte Auffahrt zum fertig abgebauten und bereits für die Verfüllung präparierten Bereich. In der Bildmitte liegt der bereits als Biotop hergerichtete Abschnitt. Im Hintergrund erstrecken sich Teile der Ortschaften Affing und Gebenhofen. Foto: Martin Golling (Archivbild)

    Geht es um die Lorenz Leitenmaier KG, sehen viele Gemeinderäte in Affing rot. Deshalb konnte das Unternehmen aus Ziemetshausen auch diesmal nicht mit seinen Plänen für die Sand- und Tongrube in Miedering landen. Die Leitenmaier KG möchte den Standort aufwerten, in dem sie die Gruben mit mineralischen Abfällen verfüllt und somit daraus eine Deponie macht. Die Gemeinderatsmehrheit lehnte die Pläne in der Sitzung am Dienstag ab. Verhindern wird sie die Umsetzung aber wohl nicht.

    Seit 2017 ist ein weiterer Sandabbau in Miedering genehmigt

    Schon im vergangenen Sommer hatte der Affinger Gemeinderat das Ansinnen der Leitenmaier KG zurückgewiesen vor allem vor dem Hintergrund der schlechten Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Sandabbau in Miedering Anfang der 2000er-Jahre. Seit 2017 hat das Unternehmen die Genehmigung für einen weiteren Sandabbau nordöstlich von Miedering mit anschließender Rekultivierung. Der Gemeinderat argwöhnte, dass es der Firma von Anfang an weniger um den Sand als vielmehr um eine neue Entsorgungsmöglichkeit für Bodenaushub gegangen ist.

    Landratsamt lehnt eine überhöhte Wiederauffüllung in Miedering ab

    Ein Vertreter des Unternehmens hatte im November 2019 vor dem Gemeinderat selbst von einem sich abzeichnenden Entsorgungsnotstand in Bayern berichtet. Damals sprach dieser von einem Aufnahmevolumen in Miedering von etwa 400.000 Tonnen, was einem Volumen von etwa 200.000 Kubikmetern entspricht. So viel kann es nun nicht mehr werden. Das Landratsamt hatte die erhöhte Wiederauffüllung abgelehnt. Mit dem Unternehmen einigte sich die Behörde auf eine bodengleiche Verfüllung. Leitenmaier änderte den ursprünglichen Antrag entsprechend ab und reichte ihn neu ein.

    In Miedering soll leicht und etwas stärker belastetes Material eingebaut werden

    Im vergangenen Sommer stimmte der Gemeinderat lediglich einer Waage und einer Reifenwaschanlage zu. Letztere war eine Bedingung, damit die Lastwagen die Straßen nicht verschmutzen. Die neue Abbausohle fand aber ebenso wenig eine Mehrheit wie die Teilung der Sand- und Tongrube in zwei Verfüllkategorien. In einem Bereich soll leicht belastetes, in einem anderen etwas stärker belastetes Material eingebaut werden. Laut Bürgermeister Markus Winklhofer sieht das Landratsamt hier keine Probleme. Eine entsprechende Abdichtung ist vorgesehen.

    Gemeinderäte kritisieren die Deponiepläne des Unternehmens

    Anders beurteilten die Lage auch diesmal die meisten Gemeinderäte. Josef Tränkl kritisierte die zweite Verfüllkategorie und die Tatsache, dass die zwei Ausweichstellen für Lastwagen auf der Zufahrt nicht geschaffen worden seien. Bauamtsleiter Ralf Scherbauer erklärte, das sei der Firma nicht möglich gewesen, weil der Gemeinderat den Antrag im Sommer abgelehnt habe. Kritisch sah auch Georg Engelhard die Pläne: "Erst eine Sandgrube und dann wird eine Deponie draus gemacht." Andreas Widmann sprach von einer "Taktik, die nicht sehr schön ist". Die zusätzliche Verfüllkategorie ermögliche "minimal die doppelten Werte" einer Belastung. Gegen die Pläne wehrte sich auch Rudi Fuchs: "Wir machen aus einem Esel ein Rennpferd". Außerdem werde die Reifenwaschanlage nicht benutzt.

    Diese karge Landschaft der Sandgrube Miedering soll zum Biotop wachsen. Die Hügel aus weißen Kalksteinen sollen Amphibien Unterschlupf gewähren.
    Diese karge Landschaft der Sandgrube Miedering soll zum Biotop wachsen. Die Hügel aus weißen Kalksteinen sollen Amphibien Unterschlupf gewähren. Foto: Martin Golling (Archivbild)

    Paul Moll hingegen appellierte, man solle nicht immer im Clinch mit dem Unternehmen leben. Womöglich habe man damit vor Ort einen Nutzen als günstigere Entsorgungsmöglichkeit. Eine günstige Sandbezugsquelle ist Leitenmaier bereits, wie Bauamtsleiter Scherbauer deutlich machte. Die Gemeinde bekomme den Sand, der im neuen Baugebiet "Am Weberanger" nötig ist, fast geschenkt. Der werde dem Unternehmen mit der zweiten Verfüllkategorie quasi vergoldet, entgegnete Widmann. Auch der Bürgermeister verwies auf einen erkennbaren guten Willen des Unternehmens, dessen Rekultivierungsengagement inzwischen auch vom Bund Naturschutz gewürdigt wird. Am Ende stimmten den Plänen lediglich Winklhofer, Moll und Markus Heidenreich zu. Der Rest lehnte ab.

    Der Bürgermeister hatte jedoch schon zuvor betont, die Gemeinde könne sich nur positionieren, das Landratsamt entscheide. "Mal schauen, was wir aus dem Landratsamt wieder zurückbekommen", so Winklhofer. Es ist zu erwarten, dass die Kreisbehörde das gemeindliche Einvernehmen ersetzt.

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