Der Affinger Gemeindeverwaltung steht erneut ein personeller Umbruch bevor.Foto: Gerlinde Drexler (Archiv)
Die Affinger Gemeindeverwaltung steht erneut vor einem personellen Umbruch. Geschäftsleitender Beamter Tilo Leister und Kämmerin Brigitte Sturm gehen. Darüber wurde der Gemeinderat vor kurzem nichtöffentlich informiert.
Tilo Leister wechselt von Affing an die Uni Augsburg
Verwaltungschef Tilo Leister verlässt die Gemeinde Affing und geht an die Universität Augsburg. Foto: Carmen Jung (Archiv)
Verwaltungschef Tilo Leister entwickelt sich beruflich weiter. Er wechselt in den höheren Dienst, wie er gegenüber unserer Redaktion sagte. Ab 1. April leitet er die Stelle Haushalt und Beschaffungswesen an der Universität Augsburg. „Da konnte ich nicht Nein sagen“, so der 41-Jährige. An Affing liege es nicht, dass er gehe, betonte Leister. Zwar sei der ein oder andere Sitzungsverlauf hier beschwerlich, doch er könne sich nicht beschweren. Er habe ein „tolles Team“ in der Verwaltung. Das Amt des stellvertretenden Wahlleiters bei der Kommunalwahl führt Leister noch aus. Der Beamte hatte am 1. Juli 2017 die fünf Monate vakante Leitung der Gemeindeverwaltung übernommen. Vorgänger Markus Heidenreich hatte im Januar überraschend gekündigt.
Brigitte Sturm verlässt Affing „schweren Herzens“
Brigitte Sturm ist seit 2014 in Affing tätig. Sie übernahm die Kämmerei im Mai 2017, als sich ihr Vorgänger Kaspar Wallner ebenso überraschend hatte versetzen lassen. Sturm wird ab Mai in einer anderen Gemeindeverwaltung arbeiten. Die Affinger Kämmerei ist eine Vollzeitstelle. Doch aus familiären Gründen habe sie diese Aufgabe nur zu 77 Prozent besetzen können, so Sturm in einer Stellungnahme. Zwar habe ihr die Arbeit Freude bereitet, doch wegen der Überlastung, die auch gesundheitliche Spuren hinterlassen habe, habe sie sich „schweren Herzens“ zum Wechsel entschlossen. Ausdrücklich dankt sie Verwaltungskollegen und Bürgermeister Markus Winklhofer für das „gute Betriebsklima“.
Für den Affinger Bürgermeister sind die Kündigungen bitter
Für den Bürgermeister sind die Kündigungen ein Schlag. Er hatte zuletzt mehrfach öffentlich betont, nun endlich eine eingearbeitete, schlagkräftige und nahezu vollständige Verwaltung im Rücken zu haben. Die aktuellen Kündigungen bezeichnet er im Gespräch als bitter, aber in beiden Fällen als absolut nachvollziehbar. Beiden Mitarbeitern stellt Winklhofer ein sehr gutes Zeugnis aus. Leisters Weggang bedauere er zutiefst. Dieser habe alle Herausforderungen vom Umbau der Gemeindeverwaltung bis zur Kompensation vakanter Stellen „mit höchstem Einsatz, oft bis an die Belastungsgrenze und manchmal auch darüber hinaus“ gemeistert. Winklhofer bezeichnet Leister in einer Pressemitteilung als Profi mit Fairness, Kollegialität und Autorität und dankt ihm für seine „hervorragenden Dienste“.
Seit der Wahl 2014 haben etwa zwei Drittel der Mitarbeiter die Affinger Verwaltung verlassen. Die Rede war von extrem schlechter Stimmung hinter den Kulissen und von einem Erbe aus der Amtszeit des früheren Bürgermeisters Rudi Fuchs. Öffentlich nannte die Probleme in der Verwaltung allerdings keiner der Beteiligten beim Namen.
Im Gemeinderat stand die Verwaltung mit Winklhofer und Leister an der Spitze zuletzt immer wieder in der Kritik. Allen voran zweiter Bürgermeister Gerhard Faltermeier betonte vielfach, dass zu wenig vorangehe und die Umsetzung von Beschlüssen zu lange dauere.