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Kommunalwahl

12.11.2019

Unruhe in Affing: Ex-Bürgermeister Fuchs kandidiert als Gemeinderat

Ein Tornado beschädigte 2015 viele Häuser in Affing. So auch das Haus des Ehepaars Hummel. Das Dach wurde durch den Sturm abgerissen, in den oberen Zimmer sammelte sich Regenwasser.
Bild: Stephan Hummel (Archiv)

Plus 2014 trat Rudi Fuchs als Vize Landrat und Bürgermeister in Affing zurück. Nun möchte er in den Gemeinderat. Warum diese Entscheidung für Wirbel sorgt.

Stürmische Zeiten in der Tornado-Gemeinde Affing (Landkreis Aichach-Friedberg). Im Kommunalwahlkampf gehört die Aufmerksamkeit überraschend einer Person, die sich längst aus der Ortspolitik zurückgezogen hatte: Rudi Fuchs, der ehemalige Bürgermeister, der sich 2015 aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand hatte versetzen lassen. Er ist vorbestraft und muss deshalb über fünf Jahre hinweg auf 20 Prozent seiner Pension verzichten.

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Die sogenannte „Einheitsgemeinde“ Affing ist bis heute nicht zu einer solchen geworden. Vornehmlich geht es in der Augsburger Nachbarkommune um die geplanten Ortsumgehungen von Affing und Mühlhausen. Sie kommen aus Sicht vieler Bürger den Ortsteilen Gebenhofen und Anwalting zu nahe.

In diesem Spannungsfeld fand die durchaus erfolgreiche Ära Fuchs 2015 ein unerquickliches Ende, obwohl er schon als neuer Landrat für Aichach-Friedberg gehandelt worden war.

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Rudi Fuchs dreimal zum Bürgermeister in Affing gewählt

Fuchs, der aus Augsburg stammt und Leiter der Affinger Gemeindeverwaltung war, wurde 2002 zum Bürgermeister gewählt, 2008 eindrucksvoll bestätigt – ebenso 2014. Obwohl damals schon der Staatsanwalt gegen ihn ermittelte. Fuchs, der sich mehrfach anonymen Attacken ausgesetzt sah, hatte sich im April 2013 selbst angezeigt und war damit einer möglichen Anzeige zuvorgekommen. Er hatte Gewerbesteuern gestundet, ohne Zinsen und Säumniszuschläge zu verlangen. Eine Praxis, die auch sein Amtsvorgänger gepflegt hatte.

Rudi Fuchs war in Affing lange Bürgermeister. Er wurde schon für den Landrats-Posten des Kreises Aichach-Friedberg gehandelt, als er sich plötzlich zurückziehen musste. Nun ist er wieder da.
Bild: Carmen Jung

Im August 2014 erhielt Fuchs, inzwischen zum stellvertretenden Landrat für die CSU gewählt, einen Strafbefehl über elf Monate auf Bewährung wegen Untreue und Beleidigung. Fuchs akzeptierte den Richterspruch, der ihm attestiert, dass er sich nicht selbst bereichert, aber auch, dass er als ausgewiesener Verwaltungsexperte versagt hatte. Bald danach trat er als Vize-Landrat zurück und meldete sich krank. Er kehrte nie wieder ins Amt zurück. Gerne ging er nicht. Bei seinem Abschied sagte er: „Das war mein Ding. Das war mein Leben.“

Winklhofer bewältigte 2015 Tornado-Krise in Affing

In die Bresche springen musste der Zweite Bürgermeister Markus Winklhofer. Er führte Affing durch die Tornado-Krise im Mai 2015. Damals waren weit über 200 Häuser in der Gemeinde zum Teil schwer beschädigt worden. Winklhofer wurde im Herbst 2015 offiziell zum Nachfolger Fuchs’ gewählt.

Ruhe eingekehrt ist in Affing seither trotzdem nicht. Winklhofer sieht sich vor der Kommunalwahl scharfem Wind ausgesetzt. Sein größter Kontrahent ist der Zweite Bürgermeister Gerhard Faltermeier. „Es geht zu wenig voran in Affing“, lautet sein Standardvorwurf.

Nun präsentiert Faltermeier auf seiner Gemeinderatsliste ausgerechnet Rudi Fuchs. Der heute 62-Jährige gibt als Grund für seine Kandidatur an: „Ein Weiterso“ sei nicht mehr verantwortbar. Fuchs stellt sich damit ausdrücklich gegen seinen Amtsnachfolger.

Dass er polarisiert, zeigen erste Reaktionen auf seine Kandidatur. Auf Kreisebene ist es nicht anders. Dort ist Fuchs kürzlich von der CSU zu den Freien Wählern gewechselt. Der Listenplatz, den ihm die Union angeboten hatte, war ihm zu weit hinten.

Lesen Sie dazu auch: Die Affäre Fuchs lässt die Affinger nicht los

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