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Aichach: Corona im Spital in Aichach: Weitere engmaschige Tests in dieser Woche

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Corona im Spital in Aichach: Weitere engmaschige Tests in dieser Woche

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    Im Aichacher Heilig-Geist-Spital wurden 15 Bewohner und 15 Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet. In dieser Woche sollen dort weitere Tests stattfinden.
    Im Aichacher Heilig-Geist-Spital wurden 15 Bewohner und 15 Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet. In dieser Woche sollen dort weitere Tests stattfinden. Foto: Erich Echter (Archivfoto)

    Nach wie vor steht das Heilig-Geist-Spital in Aichach unter Quarantäne. Dort waren in der vergangenen Woche bei einem Reihentest 15 Bewohner und 15 Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet worden. Das Gesundheitsamt will nun mit engmaschigen Tests in dieser Woche für weitere Klarheit sorgen. Auch um den Bewohnern und Mitarbeitern unnötig strenge Maßnahmen zu ersparen. Allerdings übt das Gesundheitsamt auch Kritik an dem Heim.

    Noch immer laufen die Ermittlungen der Behörde, wie das Coronavirus in das Heim gekommen ist. Nach aktuellem Stand sei das von Mitarbeiterseite aus geschehen, sagte die neue Leiterin des Aichacher Gesundheitsamtes, Dr. Kirsten Höper, am Dienstag bei einem Pressegespräch im Landratsamt. Doch die Ermittlungen gingen weiter. Es sei nach wie vor auch möglich, dass Angehörige das Virus ins Heim getragen hätten. Um das zu klären, hat das Amt die Totenscheine aller verstorbenen Bewohner der jüngsten Zeit angefordert.

    Bislang starben wohl zwei Bewohner im Spital Aichach an oder mit Covid-19

    Bislang ist im Heim eine dort untergebrachte Person, zu deren Geschlecht sich das Gesundheitsamt nicht äußert, mit Covid-19 gestorben. Stunden vorher war das Testergebnis positiv ausgefallen. Bei einer weiteren dort lebenden Person, die in der Nacht vor dem Test starb, deutet der Totenschein laut Höper "relativ eindeutig" auf Covid-19 hin, auch wenn es mangels eines Tests keine hundertprozentige Gewissheit gebe. Zum Zeitpunkt des Reihentests zeigte keiner der Bewohner coronatypische Symptome.

    Am Dienstag sollten sich im Heim ein weiteres Mal alle 73 Bewohner und alle 73 Mitarbeiter einem Abstrichtest unterziehen. Mit den Ergebnissen rechnet Höper bis Freitag. Darüber hinaus sollen im Heim am Mittwoch und am Freitag Antigen-Schnelltests stattfinden. Sie sind Höper zufolge zwar "nicht so präzise" wie die Abstrichtests, die ebenfalls nicht als hundertprozentig zuverlässig gelten. Doch man wolle den Heimbewohnern so "ein Übermaß an Maßnahmen ersparen".

    Gesundheitsamtsleiterin: "Darauf sollte jedes Heim vorbereitet sein"

    Insgesamt würden im Heim nun die Schritte aus dem Influenza-Pandemieplan umgesetzt - mit dem Unterschied, dass es sich stattdessen um eine Corona-Welle handle. "Auf dieses Szenario sollte jedes Heim vorbereitet sein." Das Heilig-Geist-Spital hatte, was die Schutzmaßnahmen der vergangenen Wochen betrifft, zu den strengsten Einrichtungen im Landkreis gezählt. So waren dort bereits seit über drei Wochen keine Besuche mehr erlaubt.

    Dennoch äußerte die Gesundheitsamtsleiterin Kritik. Eigentlich müsste ein Heim das Gesundheitsamt spätestens informieren, wenn zwei Mitarbeiter positiv getestet seien. Höper: "Das ist nicht geschehen." Vier Mitarbeiter des Spitals seien bereits positiv getestet gewesen, ehe der Kontakt zwischen Amt und Heim zustande gekommen sei. Gesundheitsamtsmitarbeiter waren Höper zufolge am Sonntag vor zwei Wochen infolge positiver Laborbefunde aufmerksam geworden, dass vier Mitarbeiter der Einrichtung positiv getestet worden waren. Bereits drei Tage zuvor, am Donnerstag, hätte das Heim laut Höper von sich aus seiner Meldepflicht nachkommen müssen.

    Gesundheitsamtsleiterin: Spital erfüllte seine Meldepflicht nicht

    Zumindest, was diesen Teil anbelangt, wecken die aktuellen Geschehnisse Erinnerungen an das Frühjahr, als im AWO-Heim in Aichach 17 Bewohner an oder mit Covid-19 starben. Auch damals hatte das Gesundheitsamt, noch unter Höpers Vorgänger Dr. Friedrich Pürner, dem Heim unter anderem vorgeworfen, seiner Meldepflicht nicht nachgekommen zu sein. Pürner äußerte damals zudem scharfe Kritik an den Hygienemaßnahmen im AWO-Heim.

    Höper ließ durchblicken, dass es im Spital an der ein oder anderen Stelle ebenfalls Kritikpunkte seitens des Gesundheitsamtes gibt. So habe sie am Montag vergangener Woche nicht nur den Reihentest veranlasst, sondern auch verfügt, dass die acht Flügel des Heims jeweils zu Isolierstationen umfunktioniert und alle Bewohner isoliert gepflegt werden sollten. In einer der acht Isolierstationen sollten positiv Getestete untergebracht werden, in einer weiteren alle, die möglicherweise Symptome entwickeln, und in den weiteren sechs Stationen die restlichen Bewohner, die noch keine Symptome hatten.

    Höper spricht von "einer großen Einschränkung für die Bewohner und einem großen Aufwand für das Heim". Ziel der Trennung sei es, zu verhindern, dass das Virus von einer Gruppe die andere überspringt. Personal, das die positiv Getesteten versorge, solle ebenso wenig auf anderen Stationen Dienst tun wie das Personal, das Bewohner mit Symptomen versorge.

    Isolierstationen im Aichacher Spital sollen Virus-Übertragung verhindern

    Jeder Eingang einer Station habe eine Schleusenfunktion. Betrete ein Mitarbeiter eine Station, ziehe er seine persönliche Schutzausrüstung an. Teile davon wechsle er zwischen der Betreuung verschiedener Patienten. Höper merkte an: Die Patienten seien zwar, wie von ihr veranlasst, isoliert gepflegt, die Isolierstationen jedoch bis Ende vergangener Woche immer noch nicht eingerichtet gewesen. "Ich war am Freitag relativ erstaunt, dass ich positiv Getestete auf anderen Gängen gefunden habe."

    Der Heimleiter habe das unter anderem damit begründet, dass er erst alle Testergebnisse abwarten wollte, um den Bewohnern eine mehrfache Verlegung zu ersparen. Höper: "Das verstehe ich einerseits. Andererseits war relativ klar, dass die Positiven zusammengelegt werden müssen." Heimleiter Johann Eberle war am Dienstag bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

    Höper begründete die Auflagen mit der rund 14-tägigen Inkubationszeit. Ein Infizierter könne zuvor 13 Tage ohne Symptome sein. "Das wirkliche Ausmaß kann man erst 14 Tage, nachdem die Kontakte abgestellt sind, erkennen." Insgesamt seien die Mitarbeiter bemüht und willig, die Maßnahmen umzusetzen, betonte Höper.

    Im Haus an der Paar soll am Mittwoch ein Corona-Reihentest stattfinden

    Im Haus an der Paar in Aichach ist bislang unverändert eine dort lebende Person positiv getestet worden. Die Kontaktpersonen wurden isoliert. Für diesen Mittwoch ist in der Einrichtung ebenfalls ein Reihentest geplant, um auszuschließen, dass es weitere Betroffene gibt.

    Im Nachbarlandkreis Dachau sind in einem Seniorenheim in Karlsfeld einer Mitteilung des Dachauer Landratsamtes zufolge bereits 17 Bewohner im Zusammenhang mit Corona gestorben.

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