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Aichach: Ist das Parkplatz-Problem am Landratsamt Aichach endlich gelöst?

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Ist das Parkplatz-Problem am Landratsamt Aichach endlich gelöst?

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    Seit gut zwei Monaten ist der Parkplatz vor dem Landratsamt unter der Woche nicht mehr frei zugänglich. Für den Landrat ein Erfolg: Kunden und Mitarbeiter würden jetzt eigentlich immer einen Stellplatz finden.
    Seit gut zwei Monaten ist der Parkplatz vor dem Landratsamt unter der Woche nicht mehr frei zugänglich. Für den Landrat ein Erfolg: Kunden und Mitarbeiter würden jetzt eigentlich immer einen Stellplatz finden. Foto: Erich Echter

    Seit knapp zwei Monaten geht die Schranke zwar für jeden Autofahrer bei der Einfahrt auf. Aber nur noch Berechtigte kommen auch wieder kostenlos raus aus dem Parkplatz vor dem Landratsamt in Aichach. Für Landrat Klaus Metzger ist die Einführung der lange diskutierten Beschrankung ein voller Erfolg. Auch wenn vielleicht noch nicht jeder auf Anhieb mit der Technik zurechtkomme.

    Doch das Ziel sieht Metzger als erreicht: „Keine Beschwerden und alle finden einen Parkplatz.“ Katrin Müllegger-Steiger (Grüne) hatte in einer Sitzung eines Kreistagsausschusses nachgefragt, ob das leidige Problem jetzt gelöst sei.

    Landratsamt Aichach: An Wochenenden ist der Parkplatz kostenlos

    Wie berichtet, ist der Parkplatz vor dem Blauen Palais jetzt nur noch für Kunden und Mitarbeiter des Landratsamtes frei zugänglich. Wer dort früher unter der Woche gerne mal sein Auto abstellte, um in der nahen Innenstadt was zu erledigen, ist von den Schranken natürlich weniger begeistert. Denn das kostenlose und unbegrenzte Parken auf den rund 100 Stellflächen an der Münchener Straße ist vorbei. „Fremdparker“ können zumindest weiter am Wochenende den Platz frei nutzen.

    Gelegentlich kommen noch „Parksünder“ an die Empfangstheke im Landratsamt, berichtet der für die Organisationsabläufe der Behörde zuständige Hauptamtsleiter Bernd Burkhart: „Die zahlen aber anstandslos die Strafgebühr und es werden immer weniger. Es spricht sich nämlich langsam rum.“ Wie der Landrat ist Burkhart mit der Lösung sehr zufrieden: „Es läuft supergut, auch technisch funktioniert es.“ Vor allem hätten jetzt alle Kunden und Mitarbeiter immer einen Parkplatz.

    Beschwerden über vollen Parkplatz am Landratsamt

    Klagen über einen voll belegten Parkplatz gab es eigentlich seit Jahrzehnten. Immer wieder beschwerten sich Bürger, die einen Termin beim Landratsamt hatten und ihr Auto nicht abstellen konnten. Die Folgen: Termine wurden nicht eingehalten und Kunden kamen verärgert ins Amt. Nicht nur zu den Stoßzeiten drehten Bürger, die in der Behörde was zu erledigen haben, mehrere Runden und fuhren dann entnervt wieder raus. Im Umkreis der Behörde ist es keineswegs besser. Die umliegenden Wohnstraßen sind wochentags völlig zugeparkt. Der Bedarf an Parkplätzen ist über die Jahre hinweg kontinuierlich gewachsen. Weil die Zahl der Mitarbeiter beim Landratsamt gestiegen ist und immer mehr in Teilzeit beschäftigt sind. Diese Arbeitszeiten überschneiden sich auch oft.

    Aber auch Anwohner ohne eigenen Stellplatz, Dauerparker, Kunden von Geschäften und Praxen in der Nähe und in der Stadt oder Gäste von Wohnungseigentümern in der Umgebung haben den Platz in der Vergangenheit zweckentfremdet. Zwei Erweiterungen sorgten nur kurzfristig für Entlastung: Seit zwei Jahren sind zusätzliche Parkflächen mit 35 Stellplätzen im Osten und Norden des Landratsamtsgeländes dazugekommen – jeweils mit Schranke. Diese Plätze können nur Angestellte nutzen.

    Die "hintere" Schranke an der Ausfahrt des Parkplatzes.
    Die "hintere" Schranke an der Ausfahrt des Parkplatzes. Foto: Erich Echter

    Der Vorstoß, jetzt auch den Hauptparkplatz zu beschranken, kam aus dem Kreistag. Hintergrund: Das Landratsamt wird mit einem Anbau in Richtung Münchener Straße erweitert, damit rund 60 Mitarbeiter aus fünf über die Stadt verteilte Außenstellen wieder am Stammsitz ihre Büros haben. Das wird den Eigenbedarf an Stellflächen für Angestellte noch weiter erhöhen. Der zusätzliche Parteiverkehr kommt noch oben drauf. Zuvor gab es lange Zeit eine andere Überlegung für eine Erweiterung: eine Überbauung des Parkplatzes. Angedacht war neben einer Büroetage auch ein Parkdeck.

    Nicht zuletzt aus Kostengründen wurde dies verworfen. Die rund 100 vorhandenen Parkplätze sollen jetzt auch nach einer Erweiterung ausreichen. Und für Fremdparker könne der Kreis kein Geld ausgeben, war sich die Mehrheit im Kreistag einig. Es handelt sich ja nicht um einen öffentlichen Parkplatz.

    Der Beschluss im Kreisausschuss, die Beschrankung gleich umzusetzen und nicht erst die Erweiterung des Amtes abzuwarten war einstimmig. Der Anbau soll voraussichtlich 2022 fertig sein. Wenn sich dann doch herausstellen sollte, dass die Schranken das interne Problem nicht vollständig lösen, gibt es eine Erweiterungsoption. Dann soll über aufgeständerte Parkdecks über den bestehenden Stellflächen am Hauptparkplatz nachgedacht werden.

    Parken am Landratsamt Aichach : So geht´s

    Einfahrt Montag bis Donnerstag: 7 bis 19 Uhr; Freitag: 7 bis 17 Uhr

    Ausfahrt Mit Ticket von Infostelle oder einem Mitarbeiter im Amt.

    Strafgebühr Wer keine Berechtigung hat, zahlt zehn Euro pro Tag. Freie Ausfahrt: 20 bis 6.45 Uhr.

    Wochenende Einfahrt: Samstag, 6 Uhr bis Sonntag, 23 Uhr. Ausfahrt bis Montag 6.45 Uhr.

    Wie sieht die Schranken-Regelung jetzt aus? Die Zufahrt ist nur noch von der Münchener Straße aus möglich. Ausfahrt ist nur auf die Wilhelm-Wernseher-Straße. Wichtig: Für die Verbindungsstraße gilt jetzt eine Einbahnregelung in Richtung Osten (Ausfahrt Wilhelm-Wernseher-Straße). Wer einfährt, zieht ein Ticket und kann dann innerhalb von zehn Minuten auch wieder sofort ausfahren. Das ist für den Fall gedacht, dass alle Plätze belegt sind oder jemand versehentlich eingefahren ist.

    Kostenloses Ausfahrticket für Kunden

    Kunden und Gäste des Amtes bekommen ein kostenloses Ausfahrtticket an der Infostelle beim Eingang oder bei jedem Mitarbeiter. Dieses persönlich ausgestellte Ticket bleibt für 30 Minuten gültig. Fremdparker müssen dagegen eine Strafgebühr von zehn Euro zahlen, damit sich die Schranke wieder öffnet. Das heißt, reinfahren kann wochentags jeder. Wer aber keine Berechtigung hat, kommt nur noch dann sofort raus, wenn er den Zehner zahlt. An den Wochenenden ist Einfahrt ab Samstagmorgen, 6 Uhr bis Sonntagabend, 23 Uhr und die Ausfahrt ist immer ohne Ticket möglich – bis allerspätestens Montagmorgen um 6.45 Uhr.

    Lesen Sie dazu auch einen Kommentar von Christian Lichtenstern: Die Schranke am Aichacher Landratsamt ist gerechtfertigt

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