Aichach: Was auf dem Spitalgrundstück in Aichach entstehen kann
Aichach
Was auf dem Spitalgrundstück in Aichach entstehen kann
Das Konzept des Planers kommt im Aichacher Bauausschuss gut an. Das Spital könnte erweitert werden. Diskutiert wird wieder einmal über das Verwaltungsgebäude.
Ein Blick in den Spitalgarten zwischen Spital (links) und Martinstraße (rechts). Für das Grundstück wird ein städtebauliches Konzept entwickelt. Oben ist das Verwaltungsgebäude I am Tandlmarkt mit dem Eichenhain zu sehen. Das Rehmböck-Haus und das Verwaltungsgebäude II sind von Bäumen verdeckt. Foto: Erich Echter (Archivfoto)
In markanter Lage am östlichen Altstadteingang von Aichach tun sich Möglichkeiten für eine neue Gestaltung auf: In ein paar Jahren sollen das Rehmböck-Haus an der Ecke Martinstraße und Tandlmarkt und das benachbarte Verwaltungsgebäude II Platz machen für eine neue Bebauung. Gleichzeitig will das angrenzende Heilig-Geist-Spital, dem die Grundstücke gehören, erweitern. Was dort denkbar ist, hat Stadtplaner Werner Dehm vom Büro Opla untersucht. Die Machbarkeitsstudie war im Dezember 2019 schon einmal Thema im Aichacher Bauausschuss. Jetzt stellte er eine modifizierte Planung vor. Diese soll weiterverfolgt werden, war sich der Ausschuss einig.
Schon 2019 hatte sich der Bauausschuss für eine von zwei Varianten ausgesprochen. Diese sieht am Tandlmarkt zwei Gebäude mit vier Etagen - die oberste im Dachgeschoss - und steilen Satteldächern vor. Damit, und mit der Ausrichtung der Giebel zum Tandlmarkt hin mit leicht versetzten Baukanten, wird die bauliche Prägung dort fortgesetzt. Im Erdgeschoss sollen die Gebäude verbunden sein, um für den Einzelhandel eine attraktive Verkaufsfläche zu schaffen. Um der markanten Eiche an der Ecke Tandlmarkt und Martinstraße den nötigen Platz zu lassen, ist das Gebäude dort etwas zurückversetzt.
So könnte das Spitalgrundstück an der Ecke Tandlmarkt (Bildmitte) und Martinstraße aussehen. Das Rehmböck-Haus und das Verwaltungsgebäude II am Tandlmarkt würden von zwei Gebäuden mit Giebel zum Tandlmarkt ersetzt, an der Martinstraße könnten noch zwei Gebäude entstehen (links im Bild).Foto: Werner Dehm, Büro Opla
Für die Erweiterung des Spitals sieht das Konzept zwei Gebäude entlang der Martinstraße vor, die dort eine Raumkante schaffen. Ein unterirdischer Tunnel könnte sie mit dem Spital verbinden. Das Spital hatte sich 2019 einen direkten Anbau gewünscht. Dagegen sprach, dass der Grünzug im Bereich des ehemaligen Stadtgrabens, dem Dehm eine hohe Qualität bescheinigte, erhalten bleiben soll und damit auch die Fußwegeverbindung.
Alternativen für Erweiterung des Aichacher Spitals
Mittlerweile gibt es dazu allerdings Alternativen. Zum einen ist am Spital im Bereich des Aufenthaltsraumes doch ein Wintergartenanbau möglich, so Dehm. Der Baumbestand bleibe dabei im Wesentlichen erhalten. Außerdem wurde untersucht, ob das bestehende Spitalgebäude aufgestockt werden kann. Das wäre in Teilen möglich, berichtete der Planer. Die beiden Gebäude, die das Konzept an der Martinstraße vorsieht, wären eine Option für eine spätere Erweiterung.
Die markante Eiche neben dem Rehmböck-Haus an der Ecke Tandlmarkt und Martinstraße soll erhalten bleiben.Foto: Erich Echter (Archivbild)
Bürgermeister Klaus Habermann betonte, die Pläne würden nicht von heute auf morgen umgesetzt. Es werde "drei Jahre plus X" dauern, bis gebaut werden könne. Für die beiden Gebäude am Tandlmarkt wäre im Erdgeschoss Einzelhandel denkbar. In den oberen Etagen könnte Habermann sich alternative Wohnformen für Senioren vorstellen wie betreutes Wohnen oder Wohngemeinschaften. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis wäre auch Kurzzeitpflege denkbar, an der es im gesamten Kreis mangelt, so der Bürgermeister.
Nebenkriegsschauplatz Verwaltungsgebäude
Im Ausschuss kam Dehms Konzept gut an. Es gab Lob von allen Seiten. Marion Zott (Grüne) nahm das allerdings zum Anlass, die Optik des geplanten Verwaltungsgebäudes anzusprechen. Hier lege man Wert auf Satteldächer, beim eigenen Bauvorhaben auf der anderen Seite des Tandlmarkts tue man das nicht, kritisierte sie. Dort ist - durch einen Stadtratsbeschluss abgedeckt - ein Flachdach vorgesehen, um eine Photovoltaikanlage nutzen zu können. Georg Robert Jung von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) beschäftigte die vorgesehene Nutzung. Für Einzelhandel seien die Flächen am Tandlmarkt langfristig nicht vermietbar, meinte er. Er schlug vor, die Räume stattdessen für die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes zu verwenden.
Bürgermeister Klaus Habermann verwies auf die noch ausstehende Entscheidung über die Baudurchführung für das Verwaltungsgebäude. Da werde sicher nochmals diskutiert. Er betonte aber, das Grundstück für die Erweiterung habe die Stadt eigens für diesen Zweck gekauft. Bauamtsleiterin Carola Küspert wies darauf hin, dass es nun lediglich um die städtebauliche Entwicklung gehe. Über die Nutzung müsse als Eigentümerin die Spital-Stiftung entscheiden. Jung entgegnete, über den Stiftungsausschuss sei das aber auch wiederum der Stadtrat.
Für das Spitalgrundstück, war sich der Ausschluss schließlich einig, soll die modifizierte Planung weiterverfolgt werden. Der Empfehlungsbeschluss an den Stadtrat war einstimmig.