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Kommunalwahl I

01.12.2019

Sieben Kandidaten verlassen in Affing CBV-Nominierung

Bürgermeister Markus Winklhofer (vorne Mitte) und diese Gemeinderatskandidaten gehen für die Christliche Bürgervereinigung CBV Affing ins Rennen (vorne von links:) Torild Wagner-Leonhäuser, Jutta Hahn, Beate Fischer und Genovefa Egger; (hinten von links:) Fabian Lechner, Tobias Kastenhofer, Andreas Meier, Hans Burger, Michael Funk, Richard Fischer und Christoph Fischer. Auf dem Bild fehlen Cordula Boos, Thomas Eichmayr und Christiane Eichmayr.
Bild: Carmen Jung

Plus Matthias Brandmeir und Andreas Widmann wollen keinen Bürgermeisterkandidaten für die CBV in Affing. Trotzdem wird Winklhofer nominiert. Was dann passiert.

48 Wahlberechtigte und 20 Listenkandidaten – so begann die Nominierungsversammlung der Christlichen Bürgervereinigung (CBV) Affing am Freitagabend im Saal der Pilsstube. Rund eineinhalb Stunden später waren nur noch 30 Wahlberechtigte und 13 Listenkandidaten übrig. Was war passiert?

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Brandmeir und Andreas Widmann verlassen den Saal in Affing

Matthias Brandmeir und Andreas Widmann, die beiden amtierenden Gemeinderäte, die als Listenführer eingeplant waren, verließen gegen 20.35 Uhr den Saal. Das geschah mit Ansage. Stein des Anstoßes war die von der CBV über die Presse für diesen Abend angekündigte Nominierung von Bürgermeister Markus Winklhofer als Bürgermeisterkandidaten. Brandmeir und Widmann wollten einen anderen Weg gehen. Sie baten die Versammlung, der Haunswieser Wählergemeinschaft zu folgen und „keinen Bürgermeisterkandidaten zu nominieren“. Das sei sinnvoll, weil es „keine Einigkeit in der Liste der CBV gibt“. Auch unter den Affinger Bürgern herrsche eine sehr unterschiedliche Meinung zu den Bürgermeisterkandidaten. Nach Brandmeirs und Widmanns Ansicht könnte sich eine Parteinahme eventuell nachteilig auswirken, also Stimmenverluste für die Liste zur Folge haben. Am Ende kündigten die beiden an, die Liste zu verlassen, sollte sich die Versammlung gegen eine neutrale Haltung in der Bürgermeisterfrage entscheiden. Denn mit Amtsinhaber Winklhofer sähen sie „leider sehr viele Unterschiede in der politischen Auffassung, wie in Zusammenarbeit mit den Gemeinderäten Themen anzugehen sind“. Deshalb könnten sie Winklhofer nicht vorbehaltlos unterstützen.

Die Ansage der beiden Affinger Gemeinderäte stößt auf Überraschung

Die Erklärung stieß im Saal auf allgemeine Überraschung. Auch Versammlungsleiter Stefan Matzka hatte damit nicht gerechnet und sah sich vor eine neue Aufgabe gestellt. Er wollte zunächst an der zuvor beschlossenen Tagesordnung festhalten. Es entwickelte sich eine kurze Diskussion, bei der es auch kurz laut wurde, wobei Matzka um Ruhe bemüht war. Dabei kamen auch unterschiedliche Auffassungen über zwei vorbereitende Treffen zur Sprache. Offenbar war es dabei darum gegangen je eine Nominierungsversammlung für den Gemeinderat und eine für den Bürgermeister abzuhalten. Eine Mehrheit von 9:2 Stimmen wollte jedoch an einem gemeinsamen Termin festhalten, so Fabian Lechner im Nachgang. Dabei sei es definitiv um die Person Markus Winklhofer gegangen, betonte Lechner. Auch in einer Mail an CBV-Mitglieder taucht Winklhofers Name auf. Matthias Brandmeir erklärte hingegen gegenüber unserer Zeitung, eine Festlegung auf Winklhofer habe er „so nicht wahrgenommen“. Neutral zu bleiben wäre „für uns ein Kompromiss gewesen“. Er und Widmann hätten vor den CBV-Kollegen offen gelegt, „dass es uns so nicht passt“. In der Pilsstube argumentierte Widmann, welchen Sinn habe denn eine Versammlung, wenn die Vorbesprechung maßgebend sei. Auch ein weiterer Teilnehmer des Treffens betonte, es sei nie darum gegangen, „dass man jemanden vornominiert“.

Sieben Kandidaten verlassen in Affing CBV-Nominierung

Ulrike Steger schlägt in Affing Gerhard Faltermeier vor

Ulrike Steger, Ehefrau von Matthias Brandmeir, schlug schließlich als weiteren Kandidaten Gerhard Faltermeier vor, der bekanntlich von der Mühlhausener Liste als Bürgermeisterkandidat nominiert worden ist. Der war allerdings nicht vor Ort, weshalb Matzka ihn für nicht wählbar hielt. Die erste geheime Abstimmung über die Bürgermeisternominierung erklärte Matzka später für null und nichtig. Er hatte unterdessen mit Gemeindewahlleiterin Marianne Birkner telefoniert, die ihm versicherte, Faltermeier sei in Abwesenheit wählbar. So wurden drei Möglichkeiten zur Wahl gestellt: Winklhofer, Faltermeier oder kein Kandidat. Am Ende erhielt Winklhofer 26, Faltermeier sechs und die neutrale Variante 16 Stimmen. Brandmeir und Widmann verließen daraufhin den Saal, nicht ohne zuvor betont zu haben, sie würden eine eigene Liste in Affing gründen. Ihnen folgten fünf weitere mögliche Gemeinderatskandidaten (siehe unten). Später verließen noch weitere Versammlungsteilnehmer den Saal.

Affings Bürgermeister will die Vorkommnisse "nicht kommentieren"

Und wie reagierte die Person, um die es ging? Markus Winklhofer gingen die Vorgänge sichtlich an die Nieren. Etwas dazu sagen wollte er nicht. „Ich möchte es nicht kommentieren. Das steht mir auch nicht zu“, sagte er zum Beginn seiner Bewerbungsrede. Sie stimmte zwar inhaltlich mit seiner Rede vor der CSU überein, fiel aber weitaus kürzer und weniger selbstbewusst und engagiert aus.

Gemeinderatsliste der CBV Affing umfasst nur 14 statt 20 Namen

Danach ging es an die Nominierung der Gemeinderatskandidaten. 20 Namen umfasste die Vorschlagsliste, mit der die CBV in den Affing gegangen war. Mit Matthias Brandmeir und Andreas Widmann verließen allerdings weitere fünf Kandidaten den Saal: Maximilian Thumerer, Dominik Pongratz, Thomas Widmann, Marion Götz-Schmiderer und Andreas Mießl.

Mehrere Kandidaten stellen sich hinter Markus Winklhofer

Damit war die Liste auf 13 Namen geschrumpft. Zusätzlich stellte sich spontan die gebürtige Haunswieserin Beate Fischer zur Verfügung. Demonstrativ betonten danach bei ihrer Vorstellung mehrere Kandidaten, sie wollten Bürgermeister Markus Winklhofer unterstützen. So erklärte etwa Michael Funk: „Ich unterstütze Markus vollstens.“ Funk wurde mit 47 Stimmen zum Listenführer gewählt. An zweiter Stelle landete Christoph Fischer (43). Er ist vor ein paar Jahren aus Rehling zugezogen und will für die gute Aufnahme in Affing „etwas zurückgeben“. Fabian Lechner, mit 40 Stimmen auf Platz drei gewählt, betonte: „Ich stehe mit Stolz auf der Liste und hinter Markus Winklhofer.“ Erste Frau ist Genovefa Egger auf Platz fünf. Ihr ist es wichtig, Frauen gut im Gemeinderat zu vertreten. Während die 30 Wahlberechtigten die Reihung der ersten neun Kandidaten mit ihrer Stimmenabgabe festlegten, stimmten sie über die letzten fünf Plätze im Block ab. Deren Platzierung war damit vorher festgelegt. Darunter ist auch Jutta Hahn, die appelliert hatte: „Wenn Affing irgendwann mal zur Ruhe kommen will, dann muss man zusammenhalten“ und nicht wieder einen neuen Bürgermeister wählen.

Um die 20 möglichen Plätze der Liste zu füllen, beschloss die Versammlung, die ersten sechs Namen jeweils doppelt aufzuführen.

Das sind die Gemeinderatskandidaten der CBV

1.+2. Michael Funk, Kfz-Techniker-Meister, 46 Jahre, Frechholzhausen

3.+4. Christoph Fischer, Produktmanagement, 36, Affing

5.+6. Fabian Lechner, Industriemeister, 29, Affing

7.+8. Tobias Kastenhofer, Controlling, 35, Affing

9.+10. Genovefa Egger, Realisingtherapeutin, Kursleiterin, 56, Affing

11.+12. Andreas Meier, Produktmanager, 47, Affing

13. Richard Fischer, Fliesenleger, 39, Affing

14. Thomas Eichmayr (fehlte entschuldigt)

15. Cordula Boos (entschuldigt)

16. Hans Burger, Instandhaltung, 54, Affing

17. Jutta Hahn, Assistentin der Geschäftsleitung, 59, Affing

18. Christiane Eichmayr (entschuldigt)

19. Torild Wagner-Leonhäuser, 74, Seniorenbeauftragte, Affing

20. Beate Fischer, Projektmanagement Werbeagentur, 30, Affing (jca)

Lesen Sie dazu den Kommentar Affing bricht auseinander




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