Am Tag nach dem tödlichen Verkehrsunfall am Mittwoch zwischen Haunswies und Affing, bei dem ein 27-jähriger Mann aus dem Raum Gersthofen gestorben ist, steht die Frage nach der Ursache im Vordergrund. Zugleich werden Erinnerungen wach an einen tragischen Verkehrsunfall, der sich vor einem guten Jahr ereignet hat - an der gleichen Stelle. Auch hier ist die Frage nach der Ursache bislang nicht abschließend geklärt.
Der Wagen des 27-Jährigen hatte sich am Mittwoch gegen 16.30 Uhr regelrecht um einen Baum am Straßenrand gewickelt. Was zuvor passiert ist, war schon am Unfallabend klar. Der 27-Jährige, der von Haunswies in Richtung Affing unterwegs war, hatte das Auto einer 70-jährigen Frau überholt. Danach war er wieder auf seine Fahrspur eingeschert, dabei aber mit seinem Auto nach rechts von der Straße abgekommen und gegen den Baum geprallt. Der Aufprall war so schwer, dass der Mann nach Einschätzung der Polizei sofort tot war.
Die 70-jährige Fahrerin des überholten Wagens setzt den Notruf ab
Die 70-jährige Fahrerin des überholten Autos hatte nach dem Unfall sofort einen Notruf abgesetzt. Doch die Rettungskräfte konnten dem Opfer nicht mehr helfen. Die 70-Jährige aus dem Raum Aichach blieb unverletzt, ihr Auto wurde nicht in den Unfall verwickelt. Nach Angaben von Markus Bommler, dem stellvertretenden Dienststellenleiter der Aichacher Polizei, war sie allerdings sehr schockiert. Zum Unfallzeitpunkt war die Straße trocken, erst später setzte Regen ein. An der Unfallstelle gilt keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Tempo 100 ist erlaubt. Erst kurz danach ist im Bereich der Einmündung der Frechholzhauser Straße die erlaubte Geschwindigkeit auf 70 Stundenkilometer limitiert.
Warum aber ist das Auto des 27-Jährigen von der Straße abgekommen? Wie schnell war es unterwegs? Welche Geschwindigkeit hatte das Auto, das der Unfallfahrer überholte? Eine Antwort auf all diese Fragen kann die Polizei am Tag danach nicht geben. Bommler verweist auf das unfallanalytische Gutachten, das die Staatsanwaltschaft, wie in solchen Fällen üblich, in Auftrag gegeben hat, alles andere wäre "rein spekulativ".
Bei den Feuerwehrleuten werden Erinnerungen an einen tödlichen Unfall wach
Ein Sachverständiger hatte am Mittwoch die Unfallstelle untersucht. Aus diesem Grund und wegen der Bergung des völlig zerstörten Fahrzeugs war die Kreisstraße zwischen Haunswies und Affing bis etwa 20 Uhr gesperrt. Die freiwilligen Feuerwehren Affing, Aindling, Haunswies und Aulzhausen waren an der Unfallstelle oder an den Straßensperren im Einsatz.
Bei vielen Einsatzkräften wurden vor Ort Erinnerungen wach an einen Unfall, der sich am 27. Oktober 2021 ereignete. Nach Angaben von Fabian Lechner, Pressesprecher der Affinger Feuerwehr, handelt es sich um "haargenau die gleiche Stelle". Wenige Meter vor dem Baum, an dem am Mittwoch das Fahrzeugwrack hing, erinnert heute ein kleines Kreuz an die schwere Kollision.
Vor einem Jahr gerät ein Auto auf die Gegenfahrbahn
Damals war ein 40-jähriger Mercedes-Fahrer, der ebenfalls aus Richtung Haunswies kam, auf die Gegenspur geraten und dabei mit seinem Wagen frontal in einen entgegenkommenden Opel geprallt. Dessen 66-jähriger Fahrer und seine 64-jährige Frau aus Bulgarien wurden in ihrem Auto eingeklemmt. Die Frau starb noch am Unfallort. Der Mann wurde mit schweren Verletzungen ins Augsburger Uniklinikum gebracht. Dort starb er am 18. November.
Die Ursache dieses schweren Zusammenstoßes ist bislang nicht geklärt. Zuletzt konnte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage unserer Redaktion noch keine Erkenntnisse aus dem Sachverständigengutachten mitteilen.
Bislang gilt die Strecke zwischen Affing und Haunswies nicht als Unfallschwerpunkt. Als die Unfallkommission im März zuletzt Unfallschwerpunkte auf Straßen im Landkreis vorstellte, war dieser Abschnitt der Kreisstraße nicht darunter. Abgesehen von den nun zwei tödlichen Unfällen ist die Route zuletzt unauffällig gewesen. In die Betrachtung fließen dabei stets drei Jahre ein. In diesem Fall waren es die Jahre 2018 bis 2020.