Das St.-Afra-Hospiz gibt es seit 25 Jahren im Landkreis. Es hat in seinem Jubiläumsjahr einen weiteren Grund zur Freude. Der ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst im Caritasverband Aichach-Friedberg kann in seinen Reihen neue Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter begrüßen. Sie haben eine lange Zeit der Vorbereitung absolviert.
Nach einer mehrmonatigen Schulung in den Räumen des Caritasverbandes am Aichacher Bahnhof mit rund 60 Lehreinheiten erhielten zehn Frauen und ein Mann ihr Zertifikat als ausgebildete Trauerbegleiter überreicht. Seit Oktober vergangenen Jahres waren sie an vielen Abenden vor Ort, um sich intensiv mit Trauer und Trauerkultur auseinanderzusetzen, sich mit verschiedenen Trauerphasen und Trauermodellen zu befassen und Wege der Verarbeitung und der Gesprächsführung kennenzulernen. Dazwischen setzten sie sich im Eigenstudium mit der breiten Trauerliteratur auseinander und arbeiteten Referatthemen aus.
Trauerbegleiter in Aichach-Friedberg bekommen Verstärkung
Als Schulungsleiterin vermittelte Gertrud Ströbele, im Hauptberuf Projektreferentin im Landesbildungswerk des katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), ihre Erfahrungen aus drei Jahrzehnten als freiberufliche Referentin in der Trauerarbeit. Begleitet wurde die Schulung der langjährigen Hospizler von Manuela Lang, die im St.-Afra-Hospiz als Koordinatorin für die Trauerangebote zuständig ist. Lang betont: "Wir freuen uns über die Verstärkung im Kreis der Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter, die in unseren drei Ortsgruppen Aichach, Friedberg und Mering bestehende Angebote für Trauernde verstärken und gerne auch neue Formate zur Verarbeitung von Trauer anregen können."
Auch Christine Neukäufer als Gesamtkoordinatorin des Hospizes freut sich über die Zusatzqualifikation der langjährigen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter. Josef Baur, Karin Bayer, Isabelle Döry, Gabi Greppmeir, Heike John, Franziska Katzenschwanz, Cornelia Königsberger, Harriet Korponay, Christiane Lobinger, Elisabeth Modlmeyr und Angelika Moll fühlen sich nun gut gerüstet, um Menschen in schwierigen Situationen der Trauer beiseite stehen zu können.
Das St.-Afra-Hospiz bietet nicht nur Einzelgespräche für Trauernde
Neben Einzelgesprächen in allen Ortsgruppen gibt es über den Landkreis verteilt verschiedene Angebote, an denen die Trauerbegleiter aus allen Gruppen mitwirken. In Aichach besteht beispielsweise die Möglichkeit, am monatlichen Trauercafé, am Angebot "Gehen in der Trauer" teilzunehmen oder sich beim Trauerstammtisch mit Gleichgesinnten auszutauschen. In Friedberg wurde vor zwei Jahren zudem eine spezielle Kindertrauergruppe ins Leben gerufen und in Mering findet alle vier Wochen ein Trauercafé statt.
Landkreis übergreifend wurde im vergangenen Jahr auch das monatliche Angebot "Auf geht's!" ins Leben gerufen. Jeden vierten Freitag im Monat gibt es eine angeleitete rund eineinhalbstündige Wanderung, die abwechselnd von Trauerbegleitern aus allen drei Ortsgruppen angeboten werden und mal in der Aichacher Umgebung, mal in Friedberg und mal im Umfeld von Mering stattfindet. Auch hier werden künftig die frisch gebackenen Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter unterstützend dabei sein.
Zusammen mit den neu Qualifizierten kann das St.-Afra-Hospiz mittlerweile auf 25 Ehrenamtliche zurückgreifen. Zudem sind landkreisweit sind rund 100 Hospizbegleiter im Einsatz. Einige von ihnen haben zusätzliche Qualifikationen erworben, etwa für die Betreuung von Kindern und Familien, die Hospizarbeit an Schulen oder für die Hospiz-Begleitung von Menschen mit Behinderung.