Beginnen wir Christine Bioleks Geschichte mit ihrem "Entdecker" Peter Maklar: Der Aichacher Konzertgitarrist ist bekannt für seine virtuose Fingerfertigkeit. Als die eine Hälfte des Gitarrenduos Gruber & Maklar hat er es – mit Christian Gruber aus Landsberg – zu internationaler Anerkennung gebracht. Auf regionalen Bühnen ist er seit mehr als 15 Jahren erfolgreich mit dem Schrobenhausener Liedermacher Kurt Schwarzbauer unterwegs. Dass Maklar auch ein besonderes Fingerspitzengefühl beim Erkennen von musikalischen Talenten hat, beweist der 58-Jährige mit seinem neuen Projekt "Paargold".
Seit 2019 begleitet Maklar mit seiner Gitarre zwei talentierte junge Sängerinnen aus der Region bei meist kleineren Auftritten – und hält sich mit seiner Fingerfertigkeit bescheiden im Hintergrund. Denn die zauberhaften Stimmen von Christine Biolek aus Pöttmes und Laura Klotzsch aus dem Schrobenhausener Ortsteil Steingriff übernehmen den Hauptpart – und ernten damit wahre Beifallsstürme. Zuletzt bei der Verleihung des Aichacher Kulturförderpreises, wo sie für die musikalische Umrahmung sorgten – und zu einem der Höhepunkte des Abends avancierten.
"Paargold"-Sängerinnen bekommen Rotary-Nachwuchs-Preis
Erst vor Kurzem erhielten die Nachwuchs-Sängerinnen den Internationalen Jugendförderpreis der Rotary-Clubs Schrobenhausen-Aichach und Dielsdorf-Zürich. Die 19-jährige Pöttmeserin kann das noch gar nicht richtig einordnen: "Wir hatten erst ganz wenige große Auftritte", sagt sie bescheiden zu Beginn des Interviews. Wenngleich ihre Stimme nicht zum ersten Mal ausgezeichnet worden ist. Bereits mit 13 Jahren hat sie einen Talentwettbewerb der Pöttmeser Schulen gewonnen.
Christine Biolek erzählt lächelnd, dass ihr die Liebe zur Musik von Vater Libor und Mutter Eva "in die Wiege gelegt" worden sei. Ihre Eltern sind als junge Auswanderer von Tschechien nach Deutschland gekommen. Dass ihre Oma dort Opernsängerin gewesen sei, erwähnt die junge Frau ganz nebenbei.
In Pöttmes habe ihre Mutter eine Klavier- und Gesangsschule eröffnet und sei bis heute als Chorleiterin und Organistin in der Kirchengemeinde engagiert. Die junge Sängerin erinnert sich: "Von ihr bekam ich meinen ersten Klavier- und Gesangsunterricht." Mit ihrer vier Jahre älteren Schwester Sarah habe sie früh erste Erfahrungen in kleinen, von der Mutter betreuten Gesangsformationen gesammelt. Ihr Gitarre spielender Vater sei eher "der stille Beobachter und Berater".
Daheim habe sie oft Karaoke gesungen, erzählt Christine Biolek, und sei damit ihrer Familie "ganz schön auf die Nerven gegangen". Noch heute liebe sie "soulige Balladen", vorzugsweise von Adele, Christina Aguilera oder Amy Winehouse. Schnell kommt die 19-Jährige wieder auf "Paargold" zu sprechen und erklärt nicht ohne Stolz: "Unsere Bandbreite ist aber viel größer." Schließlich sei "Paargold" neben festlichen Anlässen und Hochzeiten sogar schon für Beerdigungen gebucht worden.
Peter Maklar hat Christine Biolek schon als Zehnjährige entdeckt
Doch wie ist Maklar auf die Pöttmeserin aufmerksam geworden? Christine Biolek erinnert sich, dass sie als Zehnjährige mit ihrer Schwester in der Städtischen Musikschule Schrobenhausen Gesangsunterricht hatte. Maklar, der im Nebenzimmer seine Gitarrenschüler unterrichtet hatte, sei sofort von ihrem Gesangstalent überzeugt gewesen und lud sie zu gemeinsamen Schulauftritten ein.
Vor drei Jahren habe der Gitarrenlehrer bei ihr angefragt, ob sie bei seinem neuen Projekt einsteigen wolle. Zu dieser Zeit hatte Maklar schon einige Auftritte mit Laura Klotzsch und deren Freundin Kathrin Jung, die dann aber ausgestiegen sei. "Das war mein Glück", freut sich Biolek, denn schon nach einer ersten gemeinsam gesungenen Hochzeit war "Paargold" geboren.
Die Zeit des Corona-Lockdowns hat das Trio genutzt, um via Internet Songs zusammenzustellen, einzustudieren und neu zu interpretieren. Mittlerweile bestehe das Repertoire aus etwa 80 Stücken, erzählt Biolek. Zudem sei eine professionelle Videoaufnahme im Schloss Blumenthal (Stadt Aichach) entstanden.
Die 19-Jährige verrät, dass sie unmittelbar vor einem Auftritt extrem nervös sei: "Das legt sich aber schon nach den ersten Tönen." Ihre Gesangspartnerin Laura sei da "etwas cooler". Diese kommuniziere auch gerne mit dem Publikum. Bei ihren Auftritten greift Christine Biolek, die Klavier und Gitarre gelernt hat, auch mal zu dem einen oder anderen Instrument wie Ukulele oder Melodika.
Warum Peter Maklar selbst der größte Fan der jungen Frauen ist
Welches Ziel hat die junge Sängerin? "Es wäre natürlich ein Traum, einmal von der Musik leben zu können", sagt die Auszubildende, wenngleich sie sich in ihrem angestrebten Beruf als Heilerziehungspflegerin sehr wohlfühle.
Wenn die jungen Frauen auf der Bühne stehen, harmonieren sie mit ihren Stimmen "wie eineiige Zwillinge". So sieht das ihr Entdecker. Peter Maklar bezeichnet sich selbst als größten Fan der beiden. "Auch wenn die Mädels manchmal extrem verplant sind – auf der Bühne ist alles vergessen", schwärmt er: "Die Stimmen von Laura und Christine gehen unter die Haut, sie sind voller Gefühl und Leidenschaft, mitreißend, frisch, natürlich und unverkorkst".
Termin: "Paargold“ tritt am Sonntag, 4. Dezember, beim Canada in Obermauerbach (Aichach) auf. Im Internet findet sich zudem ein aktueller Live-Mitschnitt ihres letzten Konzerts.