Schon am Parkplatz sieht man, dass es ein besonderer Tag für das Brauereifest Baar ist: Nur bei wenigen Festen dieser Art ist sogar der ein oder andere Feuerwehrwagen als Anreisegefährt zu sehen. Auch die Kleidung der Leute, die an diesem Samstag in der strahlenden Sonne Richtung Zelt laufen, ist bunt wie selten: Dirndl sind ebenso zu sehen wie Vereinsshirts, und natürlich Bayerntrikots anlässlich des Pokalfinales im Fußball. Die Vereine, die für die Prämierung der schönsten Maibäume aus fünf Landkreisen angereist sind, nehmen gut gelaunt ihre Plätze an den reservierten Tischen ein. Auf der Bühne sind 30 Pokale in drei Größen sauber aufgereiht, dahinter ist schon das Band-Equipment zu sehen.
Brauereifest in Baar ist eröffnet - die schönsten Bilder
Der Moderator ist ein neues Gesicht: Sepp Egerer, Schauspieler aus Neuburg. Und so steht gleich nachdem der Gastgeber, Brauereibesitzer Franz Freiherr Groß von Trockau, alle begrüßt hat, eine Verabschiedung an: Klaus Benz hat die Maibaumprämierung 17 Jahre durchgehend, außer während Corona, moderiert und will sich zurückziehen. Als Erinnerung bekommt er einen Krug mit Foto und eine Urkunde, denn „du hast über die Jahre so viele davon verteilt“, so der Baron.
76 Maibäume aus fünf Landkreisen sind angemeldet
Und schon kann die Prämierung losgehen: Aus jedem Landkreis werden jeweils Maibäume aus Ortschaften mit über und unter 400 Einwohnern geehrt. Für die Drittplatzierten gibt es 50, für die Zweitplatzierten 100 und für die Sieger 300 Liter Bier. Royale Würde verleiht der Preisverleihung die Bayerische Maikönigin Anna II. (Wunderlich).
Brauereifest in Unterbaar: Die besten Partybilder vom Freitag
Insgesamt wurden 76 Maibäume aus den fünf Landkreisen zum Wettbewerb angemeldet. Über 20.000 Stimmen gingen über die Instagram-Seite der Brauerei. Alle Preisträger holen nun ihre Urkunde von Live-Musik begleitet ab.
Das sind die Gewinner des Maibaumwettbewerbs
Landkreis Aichach-Friedberg: Sieger der Orte unter 400 Einwohner ist wie schon öfter das kleine Freienried. „Wir können gar nicht anders als gewinnen!“, tönten die Gewinner. Auf Platz zwei landet Oberzeitlbach, dessen Bewohnerzahl knapp unter der Grenzmarke liegt, gefolgt von Unterbachern.
Bei den Dörfern über 400 Einwohner siegt Inchenhofen, das sich den Preis mit „So sehen Sieger aus!“-Gesang abholt. Den Silberrang belegen die Maibaumfreunde Affing, gefolgt von den heimischen und entsprechend laut begrüßten Baarern.
Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Im einzigen teilnehmenden oberbayerischen Landkreis gewinnt in der kleinen Ortskategorie Gröbern, ein Gemeindeteil Waidhofens. Auf Platz zwei kommt mit Ortlfing (Markt Burgheim) die Heimat von Maikönigin Anna, gefolgt vom 36-Meter-Baum aus Dirschhofen (Berg im Gau).
Unter den größeren Orten siegt Burgheim, was sie mit „Die Nummer Eins der Welt sind wir!“ besingen. Dahinter folgt direkt bei seiner ersten Teilnahme Langenmosen, auf Platz drei kommt Ehekirchen.
Landkreis Dillingen: Bei den Dörfern unter 400 Einwohnern gewinnt die Feuerwehr Oberthürheim, gefolgt von Ellerbach mit ihrem Maibaum aus einer Birke, der oben sogar noch die Blätter behielt. Den Bronzerang erreicht Prettelshofen, ein 126-Seelen-Ort samt eigener, den Maibaum organisierenden Feuerwehr.
In den größeren Ortschaften triumphiert kurz vor ihrem Jubiläumsfest die Freiwillige Feuerwehr Blindheim. Auf Platz zwei kommt Gottmannshofen, ebenfalls mit seiner Feuerwehr, gefolgt von Glött.
Landkreis Donau-Ries: Bei den kleinen Dörfern gewinnt Rothenberg, wo das Bier fürs nächste Kapellenfest verwendet werden soll. Es folgt der Harbuger Stadtteil Hoppingen, den Platz drei holt das mit großer Abordnung erschienene Altisheim.
Große Freude machen die Sieger über 400 Einwohner den Enkeln des Bier-Barons: Die Wolferstadter haben einen großen Teddy als Maskottchen dabei, der kurzerhand „Unterbäär“ genannt wird. Platz zwei und drei erreichen Balgheim, wo das Jugendzentrum seine große Fahne dabei hat, und Wörnitzstein.
Landkreis Augsburg: Hier siegt bei den Ortschaften unter 400 Einwohner Willishausen, deren Maibaum mit einem bayerischen Löwen glänzt. Es folgen auf dem Silberrang Aretsried und auf dem Bronzerang Lindach, wo 85 Leute sich nun 50 Liter Bier teilen können.
Unter den größeren Dörfern kann Stettenhofen die meisten überzeugen, deren Abordnung sich bei allen Beteiligten bedankt. Auf Platz zwei kommt der Sportclub Deubach, gefolgt vom kunstvoll geschnitzen Langenreichener Baum.
Um 19.45 Uhr ist der formelle Teil geschafft. „Die Premiere war sehr schön“, findet Sepp Egerer. Anna II. genießt derweil, dass ihr Heimatort da ist, dem sie „unglaublich verbunden“ ist.
Maibaumpreisträger und Partyvolk: So war der Samstag auf dem Brauereifest Unterbaar
Nun feiert jeder auf seine Art weiter: Bei der Übertragung des Pokalfinales im Weizenzelt kommt man kaum vorwärts, so viele wollen das Spiel sehen. Im Hauptzelt folgen derweil alle schnell der gesungenen Anweisung der Affinger Partyband „SOS Partyalarm“: „Jetzt geht es los, die Krüge hoch!“
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