Startseite
Icon Pfeil nach unten
Aichach
Icon Pfeil nach unten
Aichach
Icon Pfeil nach unten

Bombendrohung während Gottesdienst in Aichach: Ermittlungen der Polizei dauern an

Aichach

Bombendrohung in Stadtpfarrkirche Aichach: Polizei sucht weiter nach dem Täter

  • |
  • |
  • |
  • |
    Nach einer Bombendrohung rückte am Sonntagvormittag die Polizei mit einem größeren Aufgebot zur Aichacher Stadtpfarrkirche aus. Die Ermittlungen zu dem oder den Tätern dauerten am Montag weiter an.
    Nach einer Bombendrohung rückte am Sonntagvormittag die Polizei mit einem größeren Aufgebot zur Aichacher Stadtpfarrkirche aus. Die Ermittlungen zu dem oder den Tätern dauerten am Montag weiter an. Foto: Carmen Jung

    Was da eigentlich passiert ist, wurde Ramona Jäckel erst im Nachhinein klar. Am Sonntag saß sie mit ihrer Familie gerade im Familiengottesdienst in der Aichacher Stadtpfarrkirche, als sie und ihr Mann bemerkten, wie zwei Polizeibeamte suchend die Kirchenbänke entlang schritten. „Ich dachte mir nicht viel dabei“, sagt Jäckel am Montag. Erst als sie mit ihrer Familie die Kirche verließ, erfuhr die 36-Jährige den Grund des Polizeibesuchs: Eine Person hatte mit einer Bombe in der Kirche gedroht.

    Um kurz vor 11 Uhr war der Anruf bei der Aichacher Polizei eingegangen. Sechs Polizeifahrzeuge fuhren daraufhin vor der Kirche vor. Auch die Hundestaffel aus Königsbrunn war im Einsatz. Noch während des Gottesdienstes betraten Polizisten die Stadtpfarrkirche. Mesner Martin Ruhland wurde zu ihrem Ansprechpartner. Die Einsatzkräfte machten sich diskret auf die Suche nach verdächtigen Personen oder Gegenständen. Den Gottesdienst ließen sie weiterlaufen. Dem Einsatzleiter vor Ort zufolge bestand „keine Gefahr“. Eine vergleichbare Situation ist dem Bistum Augsburg nach Auskunft der Pressestelle nicht bekannt.

    Aichachs Stadtpfarrer erfährt kurz vor Ende des Gottesdienstes von der Bombendrohung

    Ramona Jäckel saß mit ihrem Mann recht weit vorne in der Nähe ihres jüngsten Sohnes, auf der rechten Seite auf Höhe der Taufkapelle. Ihr ältester Sohn ministrierte, der mittlere sang im Kinderchor Chorino mit. „Mein Mann und ich haben dann gesehen, wie von links hinten ein Polizist gekommen ist, der die Bänke abgesucht hat.“ Dabei habe er sich eher auf die Bänke als auf die Menschen fokussiert: „Ich dachte, dass mit dem Volkstrauertag vielleicht jemand von der Soldatenkameradschaft etwas hat liegen lassen und der Polizist vielleicht deshalb da war.“ Auch auf der Seite der Jäckels lief eine Polizistin die Reihen ab: „Die haben sich dann wieder hinten getroffen, kurz leise miteinander gesprochen und die Kirche wieder verlassen. Ich habe nur den Pfarrer beobachtet und mir gedacht, ob er vielleicht etwas dazu sagt.“

    Pfarrer Herbert Gugler erfuhr kurz vor Ende des Gottesdienstes, was los war. Der Mesner habe ihn unauffällig über die Bombendrohung informiert und ihm gesagt, dass er den Gottesdienst bald beenden sollte. „Ein bisschen gestutzt habe ich da erst mal schon“, gibt Gugler zu. Aber er habe „ganz und gar auf die Einsatzkräfte vertraut“. Es habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden.

    Pfarrer Herbert Gugler lobt umsichtiges Vorgehen der Polizei: „Halten den Kopf für uns hin“

    Dass die Polizei so umsichtig gehandelt habe und alles ruhig und geordnet abgelaufen sei, „war für alle gut“, so Gugler. Er ist voll des Lobes für die Einsatzkräfte: Deren Vorgehen zeige, „dass die Sicherheitsbehörden aktiv sind, die Sache managen und wir geschützt sind. Die halten schließlich ihren Kopf für uns hin.“ Gugler hofft nun, dass der oder die Täter ermittelt werden und es keine Nachahmer gibt. Er selbst bewahrte Ruhe und beendete den Gottesdienst kurz darauf mit dem Schlusssegen.

    Dem Bistum zufolge gibt keine Handlungsempfehlungen für derartige Ausnahmesituationen. „Das Vorgehen fällt unter das Hausrecht des Pfarrers. Die allgemeine Bedrohungslage ist bisher nicht so gewesen, dass es einer expliziten Handlungsempfehlung bedurfte.“ Erst als die Jäckels die Kirche verließen, erfuhren sie vom Grund des Einsatzes: „Die Polizei hat mit einem größeren Aufgebot vor der Kirche gewartet. Da bin ich direkt auf den Pfarrer zugegangen, als er aus der Kirche kam, der dann von der Bombendrohung erzählt hat.“ Der Gottesdienst sei ganz normal weitergegangen.

    Polizeipräsidium: Ermittlungen nach Bombendrohung in Aichach dauern an

    Die Polizei indes hält sich nach wie vor bedeckt. Auf Nachfrage beim Polizeipräsidium Schwaben Nord heißt es: „Die Ermittlungen dauern weiter an.“ Zunächst geht es darum, den oder die Täter zu finden. Später wird auch zu klären sein, wie hoch die Einsatzkosten sind und wer für sie aufkommt. All das ist derzeit unklar. In ähnlich gelagerten Fällen wie etwa bei einer Bombendrohung gegen ein Augsburger Möbelhaus im April 2023 wurden die Kosten den Tatverdächtigen in Rechnung gestellt.

    Die Polizei betont, sie nehme solche Drohungen sehr ernst: „Je nach Einzelfall wird dann entschieden, in welcher Form der Publikumsverkehr eingeschränkt wird oder nicht.“ Im Falle der Bombendrohung während des Familiengottesdienstes ließen die Einsatzkräfte die Veranstaltung weiterlaufen, „um keine Panik zu schüren“, wie ein Polizeisprecher am Sonntag erklärte. Das Bistum begrüßt das nach Aussage der Pressestelle ausdrücklich: „Es ist davon auszugehen, dass das Vorgehen der Polizei – kein direkter Abbruch des Gottesdienstes, sondern das Hinwirken auf eine zügige Beendigung – auf einer validen Gefahreneinschätzung beruhte.“ Auch für Ramona Jäckel war das genau richtig: „Die Polizei hat das souverän gelöst und die Situation ruhig gehalten. Ich war mir danach mit meinem Mann auch einig: Die Kirche zu räumen, hätte nur für Panik gesorgt.“ (mit jca)

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren