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Ein Aichach-Friedberger Original: So tickt Hannes Ankner

Aichach-Friedberg

Tausendsassa Johannes Ankner: Der Freigeist, der jetzt stellvertretender Landrat ist

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    Johannes "Hannes" Ankner wohnt im Dasinger Ortsteil Lindl, wo er im Herzen des Kreises Aichach-Friedberg ein Metallbauunternehmen führt. In Gemeinde und Landkreis ist er nun stellvertretendes Oberhaupt.
    Johannes "Hannes" Ankner wohnt im Dasinger Ortsteil Lindl, wo er im Herzen des Kreises Aichach-Friedberg ein Metallbauunternehmen führt. In Gemeinde und Landkreis ist er nun stellvertretendes Oberhaupt. Foto: Dominik Durner

    Würde Johannes Ankner – oder wie er selbst sagt: „der Hannes“ – all seine Funktionen, Jobs und sonstigen Beschäftigungen auf eine Visitenkarte schreiben, würde er mutmaßlich eine im Format DIN A5 benötigen. Der 49-Jährige aus dem Dasinger Ortsteil Lindl ist umtriebiger Geschäftsmann, Vater, Musiker, Festivalorganisator, Pilot, Marathonläufer, Reservist, Hobbylandwirt mit Alpakas und Pfauen und nebenbei noch Kommunalpolitiker. Wie bekommt „der Hannes“ das alles unter einen Hut?

    Um 4.50 Uhr hat der 49-Jährige an diesem Morgen dem Treffpunkt zugesagt, eine normale Uhrzeit für Ankner: „Ich will effektiv sein und auch nur mein Zeug machen.“ Schließlich sind seine Tage prall gefüllt: Da ist zum einen sein Metallbauunternehmen, in dem er rund 70 Mitarbeiter leitet. Nebenbei organisiert er eine neue Auflage seines Festivals, nach „H40“, „H45“ und „H46“ folgt zu seinem 50. Geburtstag im Juni kommenden Jahres das „H50“. Und zum anderen hat der Tausendsassa seit Anfang Mai auch Verpflichtungen als stellvertretender Landrat des Landkreises Aichach-Friedberg und als Dritter Bürgermeister der Gemeinde Dasing.

    Viel zu tun: „Allein bringt man‘s nicht hin. Ich habe ein paar Vertrauensleute um mich herum“, sagt Ankner. Beim Festival etwa unterstützt ihn eine Bookingagentur. In seiner Firma ist der Unternehmer ebenfalls nicht solo, oder wie er es ausdrückt: „Das ist nicht ‚meine‘ Firma, sie gehört uns allen.“

    Hannes Ankner: Pilot, Bandleader, Festivalorganisator – für das der Papst ein TIcket hatte

    Nur eines will Ankner nicht: arrogant oder hochnäsig wirken. Deshalb ist er für alle eben „der Hannes“, nicht der „Herr Ankner“. Und eigentlich scheut er sich auch vor großen Medienberichten über ihn allein: „So etwas wie heute mache ich eigentlich nicht gern. Der Einzelne sollte sich nicht zu wichtig nehmen, ich will mich nicht in den Mittelpunkt stellen.“ Viel lieber fliege er unter dem Radar – anders als mit seinem kleinen Flugzeug. Den Pilotenschein machte er vor knapp fünf Jahren, nachdem ihm wegen einer Krebserkrankung „der Magen rausg‘schnitten“ wurde und er ohne Haare und mit gerade einmal 60 Kilo über seinen Hof geisterte: „Ich habe gemerkt: Tiefer runter geht‘s nicht. Da habe ich gelernt, mich nicht über alles aufzuregen.“

    Seitdem spendet Ankner auch viele seiner Erlöse, ob mit dem Lindler Advent oder seinem letzten Festival „H46“, an den Verein Glühwürmchen. Der unterstützt krebs-, schwerst- und chronisch kranke Kinder und deren Familien: „Uns geht es doch allen sehr gut. Jeder kann helfen, diesen Kindern wenigstens etwas Freude im Leben zu schenken.“ So steckte er 2023 mit den Worten „Ich mache auch was für kranke Kinder“ Papst Franziskus bei einer Audienz auf dem Petersplatz in Rom eine Eintrittskarte für das „H46“ zu. Ankner will „einfach Spaß am Leben haben, mir das Lachen, die Freude nicht nehmen lassen“.

    Seine Freigeistigkeit nimmt der Freie-Wähler-Mann auch in die Kommunalpolitik mit: „Ich will wieder ein Teamgefühl schaffen. Die Parteimeierei nicht so im Vordergrund, sondern das Grundprinzip des Zusammenhalts: Wir zusammen sind das Wittelsbacher Land.“ Ankner kennt auch hier keine Berührungsängste: Mit dem Zusammenhalt will er ausdrücklich selbst vor der in Teilen rechtsextremen AfD nicht stoppen, deren Kreisverband Aichach-Friedberg 2024 mehrfach explizit Erwähnung im bayerischen Verfassungsschutzbericht fand.

    Im Kreistag stimmte Freie-Wähler-Mann Ankner für AfD-Vorschläge für Gremienposten

    Als im Kreistag Mitte Mai Gremienposten vergeben wurden, hob Ankner bei AfD-Vorschlägen beinahe konsequent die Hand – auch wenn die AfD bei der Vergabe leer ausging: „Es ist eine Partei, die nun mal bis jetzt nicht verboten ist und bei einer demokratischen Wahl in den Kreistag gewählt wurde.“ Ausgrenzung sei aus seiner Sicht deshalb nicht der richtige Umgang mit der AfD: „Das könnte uns später auf die Füße fallen. Das ist die beste Wahlwerbung für sie.“

    Es passt zum Anspruch des zweifachen Vaters, „einer für alle, ein Bindeglied“ sein zu wollen: „Ich möchte, dass wir für etwas Gutes da sind, für den Landkreis und für die Gemeinde.“ Einfach mal machen und schauen, wie man etwas möglich machen kann: „Ich bin der Meinung, dass eine falsche Entscheidung am Ende besser sein kann, als gar keine Entscheidung getroffen zu haben. Mut ist wichtig im Leben, Angst ist meist kein guter Ratgeber.“

    So packt er auch seine vielen Aufgaben an. Dass manche ihn deshalb als Hansdampf-in-allen-Gassen empfinden, sieht Ankner gelassen: Er fühlt sich zu nichts gezwungen. Alles, was er macht, bereite ihm Freude, betont er. So etwa seine Ehrenämter und die starken Ergebnisse der Kommunalwahl, die ihm zu seinen Stellvertretungen verhalfen: „Ich dränge mich nirgends auf. Aber wenn einen so viele Leute wählen und sagen ‚Mach!‘, dann mache ich das. Und wenn sie mich wieder wegboxen, dann ist das eben auch so.“

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