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Friedberger Manfred Grimm feiert Heimatprimiz in Kühbach

Kühbach

„Es muss Leute geben, die Christus eine Stimme geben“: Manfred Grimm feiert Primiz in Kühbach

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    Manfred Grimm, geboren in Friedberg und in Kühbach aufgewachsen, wurde am 6. September in Innsbruck zum Priester geweiht. Danach wandte er sich bewegt und dankbar an die versammelte Gemeinde (Bild). Am Samstag, 20. September, folgt seine Heimatprimiz in Kühbach.
    Manfred Grimm, geboren in Friedberg und in Kühbach aufgewachsen, wurde am 6. September in Innsbruck zum Priester geweiht. Danach wandte er sich bewegt und dankbar an die versammelte Gemeinde (Bild). Am Samstag, 20. September, folgt seine Heimatprimiz in Kühbach. Foto: Helene Monzer

    Im Leben von Manfred Grimm ist gerade viel in Bewegung. Vor Kurzem lebte der gebürtige Friedberger, der in Kühbach aufgewachsen ist, noch in Paris. Dort war er im Frühjahr zum Diakon geweiht worden. Am Samstag vor einer Woche folgte in Innsbruck die Priesterweihe (wir berichteten). Nur einen Tag später wurde der Jesuit als neuer Kaplan in seiner künftigen Pfarrei im 13. Bezirk von Wien vorgestellt. Nun kehrt er nach Kühbach zurück: Dort steht am Samstag seine Heimatprimiz an.

    Es ist bereits die zweite Primiz, die in diesem Jahr in der 4000-Einwohner-Gemeinde stattfindet. Erst im Juli hatte dort Josef Wagner seine Primiz gefeiert. Wagner stammt ebenfalls aus Kühbach und war im Juni mit 26 Jahren in Augsburg zum Priester geweiht worden.

    Manfred Grimms Aufregung vor der Priesterweihe legte sich erst zwei Tage vorher

    Am Samstag folgt die Primiz von Grimm. Er wolle sie in Ruhe auf sich zukommen lassen, sagt der 33-Jährige wenige Tage vorher im Gespräch mit unserer Redaktion: „Das ist sicher gut vorbereitet.“ Bei ihm habe sich kurz vor seiner Priesterweihe eine gewisse Gelassenheit eingestellt, die nach wie vor anhalte. Zuvor war das anders gewesen. „Da war ich doch ein bisserl nervös“, gibt er zu.

    Erst zwei Tage vor der Weihe sei er ruhiger geworden. Als sie begann, habe er sich tragen lassen. Die eigentlichen Akteure der Feier waren aus seiner Sicht diejenigen, die sie zelebrierten. Seine Aufgabe habe vor allem darin bestanden, an mehreren Stellen seine Bereitschaft zum Priesteramt zu bekennen – ähnlich wie bei seiner Weihe zum Diakon. Damals sei seine Aufregung noch größer gewesen.

    Manfred Grimm: Beitritt zu den Jesuiten war wichtige Weichenstellung im Leben

    Der Tag der Weihe sei zwar ein besonderer, an ihm manifestiere sich sein Bekenntnis in der Öffentlichkeit. „Aber danach kommen andere Tage. Die Grundherausforderung ist immer, dass man versucht, als Christ zu leben“, sagt Grimm. „Ich bin ein Ordensmann. Das war für mich die wichtige Weichenstellung in meinem Leben.“ Das sei bei vielen Ordensleuten so. Es handle sich um eine eigene Form der Nachfolge Jesu. Auch deshalb tragen Mitglieder der Ordensgemeinschaft der Jesuiten hinter ihrem Nachnamen das Ordenskürzel SJ. Es steht für „Societas Jesu“. Das bedeutet auf Deutsch: „Gesellschaft Jesu“.

    Die Jesuiten sind ein priesterlicher Orden. Mehr als 90 Prozent von ihnen sind Grimm zufolge Priester. Seit Jahren lebt er in Gemeinschaften mit anderen Priestern. Nun ist er selbst einer. Mit 19 Jahren verließ er Kühbach, kehrte seitdem aber immer wieder dorthin zurück, um seine Familie zu besuchen. 2015 trat er im Alter von 23 Jahren ins Noviziat ein.

    Neben seiner Arbeit als Kaplan in Wien will Manfred Grimm sein Studium fortsetzen

    Dass er eines Tages Ordensmann und Priester werden würde, war nicht unbedingt absehbar gewesen. Der Dienst als Ministrant hatte ihm zwar als Kind Freude bereitet. Doch zunächst absolvierte Grimm die Realschule und machte eine Ausbildung zum Drucker in Aichach. Das Abitur holte er an einem Gymnasium für Spätberufene nach. Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte in München, später Theologie in Paris und engagierte sich unter anderem in der außerschulischen Jugendarbeit.

    In Wien will er nun neben seiner Arbeit als Kaplan das Studium der Kunstgeschichte fortsetzen. „In unserem Kontext ist das gar nicht so unüblich, dass Leute nebenher Aufbaustudien machen“, erzählt er. „Kunstgeschichte ist etwas, was mir am Herzen liegt.“ Sie eröffne über die Theologie hinaus einen noch breiteren Raum. Er ist überzeugt, dass es im kirchlichen Bereich einen Bedarf dafür gibt. Schließlich seien entscheidende Fragen zu klären: Grimm nennt als Beispiel den künftigen Umgang mit Kulturgütern wie kirchlichen Gebäuden oder sakralen Gegenständen.

    Jesuit Manfred Grimm aus Kühbach sieht sich als Botschafter mit einem Auftrag

    Wo und in welchem beruflichen Umfeld er sich zukünftig sieht, darüber macht er sich derzeit keine Gedanken. Mit dem Wechsel nach Wien, der Stelle als Kaplan und der Fortführung des Kunstgeschichte-Studiums sei gerade genug los in seinem Leben, sagt er und lacht. „Das muss jetzt erst mal gelebt werden. Für den Moment reicht es, das ordentlich zu machen, was ich machen soll.“

    Was ihn bei all diesen Veränderungen dauerhaft bestärkt, ist sein Leben als Ordensmann: „Ich fühle mich in dieser Lebensform wohl und empfinde das als stimmig.“ Zudem sieht er sich „in aller Bescheidenheit als Botschafter mit einem Auftrag“. Grimm ist überzeugt: „Es muss Leute geben, die diesem Evangelium, die Christus eine Stimme geben.“ Für ihn sei es immer wichtig gewesen, den Leuten zu sagen, warum für ihn das Evangelium eine frohe Botschaft sei. Grimm: „Das scheint es mir wert zu sein.“

    Programm zur Heimatprimiz von Manfred Grimm

    • 16.30 Uhr Kirchenzug vom Pfarrhof über den Marktplatz. Dort Empfang des Primizianten an der Mariensäule durch Bürgermeister Karl-Heinz Kerscher und Eintrag ins Goldene Buch
    • 17 Uhr Primizgottesdienst von Manfred Grimm in der Pfarrkirche St. Magnus in Kühbach mit Primizprediger P. Ludger Joos SJ, danach Empfang im Pfarrheim mit Getränken und Buffet
    • 20.30 Uhr Nachtgebet und Einzelprimizsegen durch Manfred Grimm
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