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„Große Pfingstwallfahrt nach Inchenhofen: Über 2500 Gläubige feiern Tradition“

Inchenhofen

Etwa 2500 Menschen pilgern zum „Bayerischen Herrgott“

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    Am Hochfest des Heiligen Leonhard kommen an die 33 Wallfahrergruppen 
nach Inchenhofen
    Am Hochfest des Heiligen Leonhard kommen an die 33 Wallfahrergruppen nach Inchenhofen Foto: Erich Echter

    Zum „Bayerische Herrgott“ nach Inchenhofen pilgern Gläubige nicht nur aus dem Wittelsbacher Land. Auch aus den umliegenden Landkreisen waren zahlreiche Gruppen unterwegs. Am Pfingstmontag war die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Leonhard Inchenhofen wieder traditionell Ziel vieler Fußwallfahrer.

    Überschattet hat die Wallfahrt ein medizinischer Notfall. Auf den Weg nach Inchenhofen am frühen Morgen kurz vor 5 Uhr brach im Aichacher Stadtteil Oberbernbach ein Mitglied einer Wallfahrergruppe bewusstlos zusammen. Die schnell eingetroffenen Rettungskräfte reanimierten den Mann, bevor er in eine Klinik gebracht wurde. Im Einsatz war auch die Feuerwehr aus Oberbernbach, die die Ortsdurchfahrt wegen des Einsatzes absperrte.

    Etwa 2500 Wallfahrer kommen nach Inchenhofen

    An die 2500 Wallfahrer dürften es heuer gewesen sein, die seit den frühen Morgenstunden dem Prozessionskreuz folgten und den oft langen Weg auf sich nahmen .Das einstige Gelöbnis der Väter, dem heiligen Leonhard für seine Hilfe zu danken, wird von den Nachfahren gehalten.

    Willkommen heißen konnten die Inchenhofener heuer den Abt der Benediktinerabtei im Kloster Weltenburg, Thomas Maria Freihart, der 2007 schon einmal zu Gast war. Er feierte mit Dekan und Wallfahrtspfarrer Stefan Gast ein Pontifikalamt in der Wallfahrtskirche St. Leonhard. Mitzelebrant war Pfarrer Karl Mayr. Unterstützt wurden die Geistlichen von dem angehenden Diakon Peter Mair und Diakon Ludwig Drexel.

    Am Pfarrhof wurde Abt Freihart von  Bürgermeister Toni Schoder (Zweiter von links) und dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Hans Schweizer (links) sowie Dekan Stefan Gast (rechts) empfangen
    Am Pfarrhof wurde Abt Freihart von Bürgermeister Toni Schoder (Zweiter von links) und dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Hans Schweizer (links) sowie Dekan Stefan Gast (rechts) empfangen Foto: Erich Echter

    Zuvor hatten Bürgermeister Toni Schoder und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hans Schweizer den geistlichen Würdenträger von Bayerns ältester Klosteransiedelung am Pfarrhof willkommen geheißen. „Es ist eine große Freude und Ehre, dass Sie mit uns den Pfingstgottesdienst feiern“, freute sich Toni Schoder. Hans Schweizer ließ Abt Thomas wissen, dass er im Gotteshaus viele begeisterte Wallfahrer vorfinde, die schon seit dem frühen Morgenstunden zu Fuß unterwegs nach Inchenhofen sind und sich auf das Pontifikalamt freuen.

    Jubiläum für die Wallfahrer aus Petershausen

    Ein besonderes Jubiläum konnten die Wallfahrer aus Petershausen feiern. Heuer jährt es sich zum 400. Mal, das sie zum heiligem Leonhard nach Inchenhofen pilgern. Bereits am Pfingstsonntag in aller Herrgottsfrüh machten sich Gruppen zu Fuß oder mit dem Bus Richtung Inchenhofen auf den Weg, wo sie am frühen Nachmittag von Dekan Stefan Gast empfangen wurden.

    Den Fest- und Wallfahrergottesdienst feierte der Petershausern Geistliche Peter Diez. Mitgebracht haben die Pilger eine Wallfahrerkerze, die im Gotteshaus einen Platz hat. Zum 400. Jubiläum spielte zur Begrüßung vor der Wallfahrtskirche das Bläserquintett der Blaskapelle Petershausen, das auch den Gottesdienst gestaltete. Den Rückweg traten die Petershauser am Pfingstmontag nach dem 6-Uhr-Gottesdienst an. Den ersten Gottesdienst zelebrierte Wallfahrtspfarrer und Dekan Stefan Gast, der an den gesamten Pfingsttagen besonders gefordert war.

    Viele Wallfahrer waren bereits seit den frühen Morgen unterwegs wie hier die Ecknacher, die seit über 350 Jahren nach Inchenhofen pilgern.
    Viele Wallfahrer waren bereits seit den frühen Morgen unterwegs wie hier die Ecknacher, die seit über 350 Jahren nach Inchenhofen pilgern. Foto: Erich Echter

    Der 7-Uhr-Gottesdienst ist der bestfrequentierte. Hier treffen sich die Wallfahrer aus Weilach, Griesbeckerzell, Obergriesbach, Unterschneitbach, Zahling, Sulzbach, Ober- und Untermauerbach, Taiting, Edenried, Laimering, Rieden, Peutenhausen, Gachenbach, Klingen, Thalhusen, Ecknach und Oberbernbach. Die Wallfahrer kommen, um das Vermächtnis der Väter immer wieder einzulösen, denn im Wittelsbacher Land wird der heilige Leonhard besonders verehrt.

    Auch Geistliche pilgern mit nach Inchenhofen

    Viele der genannten Orte pilgern bereits seit 300 Jahren nach Inchenhofen. Die Wallfahrer aus Oberbernbach begleitete Ruhestandspfarrer Karl Mayr, die Obergriesbacher Pfarrer Tobias Seyfried aus der Pfarreiengemeinschaft Zegos. Seyfried freute sich, dass so viele mitgegangen sind, „denn nur so wird der Glaube unters Volk gebracht“.

    Auch die Geistlichen zücken ihre Börse, wenn Kinder am Straßenrand um „Guatzln“ bitten. Der Brauch ist so alt wie die Wallfahrt.
    Auch die Geistlichen zücken ihre Börse, wenn Kinder am Straßenrand um „Guatzln“ bitten. Der Brauch ist so alt wie die Wallfahrt. Foto: Erich Echter

    Die Wallfahrergruppe aus dem Dasinger Ortsteil Laimering machte sich um 3:30 Uhr auf den Weg. „In Aichach in der Franz Beck Straße machen wir immer Rast, dann geht es gestärkt weiter“, erzählte Monika Fiehl. Petra Lipp aus Zahling erzählte , dass 23 Wallfahrer sich auf den Weg nach Inchenhofen gemacht haben. „Das Wetter ist ein echtes Wallfahrerwetter und der Weg führt durch viel Wald“, freute sie sich. Eine große gemeinsame Gruppe mit über 60 Wallfahrern bildeten die Aichacher Stadtteile Unterwittelsbach und Walchshofen.

    Stärkung mit Bier und „Kreuzwürsten“

    Natürlich kam am großen Inchenhofener Wallfahrtstag das Profane nicht zu kurz: In den umliegenden Gasthäusern wie dem Baderwirt und dem Voglbräu stärkten sich die Wallfahrer mit Bier und „Kreuzwürsten“ für den Rückweg. Religiöses und Weltliches ist bei einem Bittgang nicht zu trennen. Pfarrer Stefan Gast wollte nicht nur im Gotteshaus seine Pilger willkommen heißen. Im nahen Gasthaus begrüßte er viele Wallfahrer per Handschlag.

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