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Versuchter Totschlag in Asylunterkunft Adelzhausen? Mann in Augsburg vor Gericht

Aichach-Friedberg

Frau in Asylunterkunft mit Hammer geschlagen: Wollte dieser Mann seine Nachbarn töten?

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    Der Angeklagte nimmt Platz: Seit Donnerstag muss sich der 35-Jährige wegen versuchten Totschlags vor dem Schwurgericht am Landgericht in Augsburg verantworten. Neben ihm sitzt eine Dolmetscherin, dahinter seine Verteidigerin Juliane Kirchner.
    Der Angeklagte nimmt Platz: Seit Donnerstag muss sich der 35-Jährige wegen versuchten Totschlags vor dem Schwurgericht am Landgericht in Augsburg verantworten. Neben ihm sitzt eine Dolmetscherin, dahinter seine Verteidigerin Juliane Kirchner. Foto: Michael Siegel

    Vor dem Augsburger Landgericht muss sich seit Donnerstag ein 35-Jähriger verantworten, der im August vergangenen Jahres in einem Asylheim in Adelzhausen zwei Menschen verletzt hat. Er soll mehrere Personen mit einem schweren Maurerhammer und Steinen attackiert haben. Die Anklage, die vor dem Schwurgericht verhandelt wird, lautet auf versuchten Totschlag. Über seine Verteidigerin ließ der Mann die Vorwürfe zum Teil einräumen.

    Zwei Familien teilen sich in einer Flüchtlingsunterkunft in Adelzhausen eine Wohnung. Küche, Bad und ein Aufenthaltsraum müssen miteinander genutzt werden. Je länger das gemeinsame Wohnen dauerte, umso mehr Streitigkeiten entwickelten sich. Nach Darstellung von Rechtsanwältin Juliane Kirchner habe sich der aserbaidschanische Angeklagte, der mit seiner Ehefrau und dem 13-jährigen Sohn in der Wohnung lebte, über die „Gossensprache“ geärgert, derer sich die ukrainische Mitbewohnerin und deren Lebensgefährte bedient haben sollen. Zigarettenkippen, die im Gemüsebeet seiner Ehefrau landeten, seien ebenso ein Ärgernis gewesen wie die Gepflogenheit des Lebensgefährten, an einem Baum vor dem Zimmerfenster der Nachbarn zu urinieren. Bereits im Jahr zuvor seien Streifen der Polizei aus Friedberg und Augsburg vor Ort im Einsatz gewesen, um gegenseitige Beschwerden zu schlichten.

    Prozess: Der 35-Jährige droht Frau mit Baby auf dem Arm mit dem Hammer

    Am 31. August 2025 kam es dann zum Eklat. Die Nachbarn der Familie des Angeklagten hatten Besuch von ihren beiden Töchtern und deren Lebensgefährten. Sie wollten grillen. Es kam laut Anklage zunächst zu verbalen Auseinandersetzungen. Dann, nach 18 Uhr, verschwand der Angeklagte in seinem Zimmer, um sogleich mit einem 600 Gramm schweren Maurerhammer in der Hand zurückzukehren. Mit dem erhobenen Hammer soll er zunächst auf eine der Töchter der Nachbarn zugelaufen sein, die ihr Baby auf dem Arm hielt. „Ich töte euch alle“, soll der Angeklagte auf Russisch gerufen haben, während die Angegriffene sich im Zimmer ihrer Mutter in Sicherheit bringen konnte.

    Im nächsten Moment, so schilderte es die 48-jährige Nachbarin im Zeugenstand vor Richter Franz Wörz, habe der Angeklagte auch versucht, andere Personen mit dem Hammer anzugreifen. Es gelang der Ehefrau und dem Sohn des 35-Jährigen momentan, ihn in sein Zimmer zu schieben. Von dort war der Angeklagte aber umgehend aus einem Fenster ins Freie gestiegen, wo der Streit weiterging. Von hinten schlug der 35-Jährige der 48-Jährigen mit der spitzen Seite des schweren Maurerhammers gegen den Kopf. Das berichtete sie im Zeugenstand. Ihre Verletzungen wurden im Krankenhaus ambulant versorgt. Auch ihr Lebensgefährte wurde von Hammerschlägen am Kopf getroffen und verletzt. Erneut habe der 35-Jährige gedroht: „Ich töte Euch alle.“ Nicht zuletzt habe der Mann eine Zimmertüre mit einem Hammerschlag beschädigt, bevor es gelang, ihm das Werkzeug zu nehmen.

    Hammerattacke in Asylunterkunft Adelzhausen: Prozess wird im Juni fortgesetzt

    Als der Angeklagte bemerkte, dass sich der Schwiegersohn der 48-jährigen Nachbarin mit einem Wischmopp gerüstet hatte, um sich verteidigen zu können, habe er zwei 300 und 400 Gramm schwere Steine aufgehoben. Damit habe er versucht, den Schwiegersohn zu attackieren. Der konnte den Steinwürfen aber ausweichen, sodass er unverletzt blieb.

    Die herbeigerufene Polizei nahm den Angeklagten noch am selben Tag fest. Er sitzt seit der Attacke ununterbrochen in Gablingen in Untersuchungshaft. Das Verfahren wird im Juni mit weiteren Zeugen fortgesetzt. Während der Hauptverhandlung wird der Angeklagte von einem psychiatrischen Sachverständigen begutachtet, um Fragen zu seiner Schuldfähigkeit zu klären. Ein Urteil könnte Ende Juni gesprochen werden.

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