Der Titel „We are one“ ist das Programm des Abends
Sturm der Begeisterung bei Rosa Wonnenbergs Gastauftritt
Einen begeisternden Abend im nahezu ausverkauften Circus Krone Bau erlebten rund 1400 Fans und Freunde beim Jubiläumskonzert des Aichacher Duos Tom & Flo. Wie bereits ihr Zehnjähriges feierten die beiden unzertrennlichen Ausnahmemusiker nun auch ihr 20. Jubiläumsjahr im weltberühmten Rund unter der traditionsreichen Münchner Zirkuskuppel. Schon Weltstars wie ihre Vorbilder The Beatles oder die Rolling Stones hatten dort ihre Fans begeistert. Tom und Flo erweckten dort nun ein zweites Mal den „Sound der Sechziger“ zu neuem Leben.
Es wurde ein Heimspiel, zu dem zahlreiche Freunde und Fans aus der Heimat angereist waren. Vier voll besetzte Busse kamen allein aus Aichach, zwei davon mit Fans der SG Mauerbach, einer mit den Aichacher Kinofreunden. Da war von der ersten Minute an Stimmung garantiert. Aber auch hinter den Kulissen sorgten die Familienangehörigen der beiden Protagonisten für eine heimelige Atmosphäre, sowohl beim Catering als auch beim Merchandise-Verkauf. Mit einer gewaltigen Ladung an Empathie, Humor und Leidenschaft, getragen von musikalischer Perfektion und Harmonie, entwickelte sich ein Abend zum Genießen.
Quasi als Vorspeise gab's – wie bereits vor zehn Jahren mit Hannes Ringlstetter – einen kabarettistischen Leckerbissen: Im knallroten Kleid wirbelte die Kabarettistin Claudia Pichler über die Bühne und heizte die Stimmung an. „I bin in München aufg‘wachsen – und sprich trotzdem bayrisch!“, begann sie. Die promovierte Germanistin erzählte von ihrer Doktorarbeit über Gerhard Polt, verglich in humorvoller Art alte und neue Hochzeitsbräuche und forderte die Gäste – nicht ganz ernst gemeint – zum Small Talk während der Konzertpause auf. Ganz nach dem Vorbild ihres Vaters, dem „König des Small Talks“, der jeden Ansatz eines längeren Gesprächs mit „Also, i halt di net länger auf“ beende. Nach lang anhaltendem Applaus kündigte Pichler schließlich mit einer „La-Ola-Welle“ quer durch den Saal die Protagonisten des Abends an.
Gewohnt minimalistisch eröffneten Tom Prestele am Kontrabass und Florian Laske mit Gitarre und Mundharmonika den Abend. „We are one“ aus der soeben erschienenen Überarbeitung ihrer gleichnamigen CD war als einer der ersten Titel zu hören. Übersetzt mit „Wir sind eins“ wurde der von Flo Laske geschriebene Song zum Programm des Abends. Denn wie eine ineinander verwobene Einheit präsentierten sich die beiden – sowohl mit ihren Stimmen, die sich gekonnt aneinander schmiegten, als auch instrumental.
Tom Prestele behandelte dabei sein Instrument mal zärtlich und mit dem Bogen streichelnd, mal wild zupfend und voller Leidenschaft über die Saiten gebeugt. Florian Laske überzeugte mit gefühlvollem Gitarrenspiel, sowohl rhythmisch als auch im klassischen Stil. Die vorgetragene Brillanz der vielen selbst geschriebenen Songs und Interpretationen bekannter Hits, unter anderem von den Beatles, Simon and Garfunkel oder den Everly Brothers, löste immer wieder lang anhaltenden Applaus aus. Bei den leisen, gefühlvollen Balladen leuchteten Hunderte von Handylichtern. Die gute Stimmung im Saal war allgegenwärtig und übertrug sich von einer zur anderen Seite.
Zwischendurch gab’s so manche lustige Anekdote ihrer 20-jährigen Bühnenkarriere, die mit Straßenmusik in der Münchner Fußgängerzone begonnen hatte.
Im Laufe des Abends gesellten sich immer wieder, insbesondere bei schwungvollen, volumenreichen Songs, Jazz-Schlagzeuger und Wegbegleiter Harry Alt, der Augsburger Musiklehrer Martin Krechlak (Saxofon und Bassklarinette) sowie die beiden Staatsorchester-Mitglieder Geeta Abad (Violine) und Verena Foutsop (Viola) hinzu. Die in der klassischen Musik beheimateten Musikerinnen agierten bei den vorgetragenen Popsongs ausgesprochen frisch und schwungvoll. Den Streichersatz komplettierte Martin Krechlak, der mit seiner Bassklarinette das erforderliche Cello gekonnt und sehr gefühlvoll imitierte. Krechlak zeichnete sich zudem immer wieder am Sopran-Saxofon mit sanften, jazzig-swingenden Solopassagen aus. Harry Alt gab gefühlvoll und bewusst reduziert den Rhythmus an.
Einen wahren Sturm der Begeisterung löste der unerwartete Gastauftritt der erst zehnjährigen Rosa Wonnenberg aus Affing aus. Die Tochter von Laskes Schwester Tini sorgte erst vor Kurzem für Furore bei der Fernseh-Show „Voice Kids“. Offenbar ohne jegliches Lampenfieber gab sie mit kraftvoll voluminöser, gut ausgebildeter Stimme zwei fehlerfreie Songs zum Besten. Selbst Opa Laske äußerte sich in der Familien-App-Gruppe begeistert: „Flo, jetzt kannst einpacken!“.
Bei den Zugaben am Ende gaben sich Tom & Flo noch einmal publikumsnah. Nach ihrem mit begeistertem Applaus begleiteten Bühnenabgang tauchten sie im beleuchteten Seiteneingang wieder auf, spielten dort zwei Stücke und beschlossen den Abend zu guter Letzt mit „Sounds of Silence“ wieder auf der Bühne. Zu Ende ging ein großartiger Abend mit zwei großartigen Künstlern, die auch nach dem Konzert noch viele Glückwünsche entgegennahmen und etliche CDs signierten.
Das ganze Jahr 2024 über hat das Aichacher Musiker-Duo Tom & Flo sein 20. Jubiläum gefeiert. Tom Prestele und Florian Laske veröffentlichen ihr erstes Album neu. Höhepunkt war aber ein Konzert im Circus-Krone-Bau in München, wo Tom & Flo zehn Jahre zuvor schon einmal auf der Bühne standen. Mit dabei waren viele Fans aus dem Aichacher Land. So haben wir im Oktober über das Konzert berichtet.
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