Welches Thema in Aichach liegt Ihnen besonders am Herzen?
DAS SIND VIELE THEMEN: Betreuungsangebote von den jüngsten bis hin zu den ältesten Mitbürgern sind wichtig; eine sinnvolle Ausweisung von Bauland für Einheimische, damit sich die jungen Familien hier ihre Zukunft aufbauen können; die Unterstützung des Ehrenamts, da es eine große Stütze unserer Gesellschaft ist. Gewerbeflächen und der Ausbau der digitalen Infrastruktur, um Aichach als Wirtschaftsstandort zu stärken.
AUTOFREI ODER NICHT, AUF PARKPLÄTZE VERZICHTEN ODER NICHT: Eine Neugestaltung eines Teilbereichs des Oberen Stadtplatzes ist umstritten. Wie sollte sie Ihrer Meinung nach aussehen?
Den Stadtplatz werden wir attraktiver gestalten müssen. Ein Wasserspiel, mehr Grün, Sitzgelegenheiten, das alles unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit, der Fahrradfreundlichkeit und der allgemeinen Nutzerfreundlichkeit. Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß. Warum nicht eine Fläche, die mehrfach genutzt werden kann? Wie es in anderen Städten praktiziert wird, könnte ich mir vorstellen, einen Teil punktuell zu sperren – allerdings muss die Fläche in diesen Zeiten bespielt werden. Ich wünsche mir etwas Mut, um mit einem Kompromiss für die Zukunft gerüstet zu sein.
Was wollen Sie für die Jugend tun?
Die Jugend hätte ein modernes Jugendzentrum verdient. Ebenso würde ich einen Jugendbeirat gründen, damit ihre Interessen nicht zu kurz kommen. Freizeitmöglichkeiten wie Outdoor-Fitness-Geräte oder andere Sportangebote gibt es bereits im Stadtgarten und könnten im Grünzug Paar noch ausgebaut werden.
Was brauchen die Senioren?
Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben und Betreuungsangebote. Ehrenamtliche leisten bereits viel Unterstützung, etwa im Haus der Senioren. Diese Angebote sollten wir ausbauen. Aber auch verschiedene Wohnformen, wie betreutes Wohnen oder Pflegeplätze, werden immer notwendiger.
Warum ist es wichtig, wählen zu gehen?
Nur wer wählt, gestaltet die Stadtpolitik mit, indem er engagierte und erfahrene Personen wählt, die seine Interessen vertreten und im Sinne der Gemeinschaft handeln.
Wie würden Sie einem Fünfjährigen die Aufgaben eines Bürgermeisters erklären?
DER BÜRGERMEISTER IST FÜR ALLE DA, DIE EIN PROBLEM HABEN ODER HILFE BRAUCHEN. ER UND SEINE MITARBEITER KÜMMERN SICH UM VIELE WICHTIGE AUFGABEN: zum Beispiel ob ein Kindergarten oder eine Schule gebaut oder neue Spielgeräte am Spielplatz gekauft werden; sie kümmern sich, dass es sichere Fahrradwege und Straßen gibt und die Feuerwehr gut ausgestattet ist. Auch die Grundschule oder sauberes Trinkwasser gehören zu den Aufgaben. Ein Bürgermeister sollte ein erfahrener Teamspieler sein – so wie der Kapitän in einer Fußballmannschaft.
Was schätzen Sie an Ihren Konkurrenten und Konkurrentinnen?
Dass die Zusammenarbeit mit denjenigen, die 2023 schon im Stadtrat waren, sehr angenehm und konstruktiv war, als ich den Ersten Bürgermeister vertreten durfte. Ansonsten ist es lobenswert, dass jede und jeder versucht, seine Ideen in das Gremium einzubringen.
Protokoll: Carmen Jung
Josef Dußmann
- Alter: 44 Jahre
- Aufgewachsen in: Aichach
- Familienstand: verheiratet
- Kinder: drei Mädels
- Ausbildung und Beruf: Konstrukteur Stahlbau Firma Hausmann; jetzt Fachoberlehrer an der Realschule Aichach
- Hobbys: Fußball, Tennis, Schießen, Garteln, Kochen, Waldarbeit
- Was würden Sie gerne besser können? Ich würde manchmal gerne etwas geduldiger sein. Ein Problem schnell lösen zu wollen, ist eigentlich sehr positiv (und manchmal klappt das auch), aber bei komplexen Anliegen braucht es die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern und den Gremien, damit am Ende etwas Sinnvolles entsteht. Der Spruch „Gut Ding will Weile haben“ kommt nicht von ungefähr.
- Ehrenämter: Zweiter Bürgermeister, Kreisrat, Pfarrgemeinderatsvorsitzender, CSU-Ortsvorsitzender
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