Ein spektakulärer Maibaumdiebstahl hat sich in der Nacht zum Donnerstag in Hofis Erlebnispark in Dasing ereignet. Ausgerechnet in der Nacht vor der großen Eröffnung, bei der ein eigener Maibaum aufgestellt werden soll, verschwand dieser vom Parkgelände – trotz Bewachung. Thomas Hofreiter selbst entdeckte am Donnerstagmorgen als Erster den Diebstahl. Kurz darauf folgte eine Vermisstenmeldung auf Hofis Instagram-Kanal. Was der beklaute Erlebnisparkbetreiber zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste: Verantwortlich war nicht etwa ein örtlicher Burschen- oder Madlverein, sondern acht Sielenbacher Kinder.
Während der bei Maibaumdiebstählen sehr erfahrene Sielenbacher Burschenverein dieses Jahr leer ausging, konnten die Kinder einen Erfolg für sich verbuchen. Bei einer Geburtstagsfeier im Erlebnispark am Dienstag war die Idee entstanden. Die Kinder wurden auf den für die große Eröffnung vorbereiteten Baum aufmerksam. Schnell wurde ein Plan ausgeheckt, wie er am besten gestohlen werden könnte.
Maibaumdiebe aus Sielenbach wünschen sich Geburtstagsfeiern bei Hofis als Auslöse
Ganz ohne Eltern war das Unterfangen freilich nicht zu stemmen. Also wurden die jungen Maibaumdiebe von drei Vätern unterstützend begleitet. Jemand musste schließlich das Flucht- und Transportfahrzeug für den circa acht Meter langen Baum fahren. In der Nacht zum Donnerstag wurde der Coup in die Tat umgesetzt.
Ein Vater, der sich auf dem Parkgelände bestens auskennt, da er an den Arbeiten auf der Baustelle beteiligt ist, sollte am anderen Ende des Geländes für Ablenkung sorgen, indem er gegen 22.30 Uhr unter einem Vorwand auf das Gelände fuhr. Zeitgleich hätten die Kinder den Baum wegtragen und außerhalb des Parks auf einen Anhänger laden können.
Die Kinder haben klare Vorstellungen zur Auslöse für Hofis Eröffnungsmaibaum
Aber die Ablenkung funktionierte nicht, es folgte Plan B. Der Vater gab vor, ein Werkzeug holen zu müssen. Der Wachmann akzeptierte das als Grund für seine nächtliche Anwesenheit und entfernte sich. Nichtsahnend, dass sich die Kinder samt Baum Sekunden vor seiner Ankunft nur wenige Meter weiter gerade noch rechtzeitig hatten verstecken können. Danach war es höchste Zeit für die sieben Jungs und das Mädchen, den Baum ohne Unterstützung der Väter zum bereitstehenden Anhänger zu tragen.
Zurück in Sielenbach ließen sich die Kinder auch vom Burschenverein für ihren Coup bejubeln. Am Donnerstag ging es an die Auslöseverhandlungen. Noch im Laufe des Tages wollten sich Vertreter der Kinder mit Thomas Hofreiter einigen, was dem Team des Erlebnisparks sein Eröffnungsmaibaum wert ist.
Die Kinder hatten klare Vorstellungen. Da viele bereits eine Jahreskarte besitzen, wünschen sich die Maibaumdiebe Geburtstagsfeiern im Park. Jedes der Kinder möchte den nächsten Geburtstag auf Hofis Kosten im Park feiern. Dabei sollen so viele Gäste mitfeiern dürfen, wie das jeweilige Kind alt wird. Da die Kinder alle zwischen zwölf und 13 Jahren alt sind, handle es sich durchaus um „herausfordernde Forderungen“, wie Hofis Pressesprecher Justin Liesenfeld im Gespräch mit unserer Redaktion anmerkt.
Wachmann überlistet: mit viel Glück und einer List gelingt der Maibaumklau im Erlebnispark
Er räumte aber ein, dass „der Maibaum so wichtig ist, dass wir wohl auf die Forderungen eingehen müssen“. Da sich die Kinder zu acht wohl schwertaten, den Stamm samt Schmucktafeln zu tragen, werden am Freitag – vorausgesetzt, die Beteiligten werden sich über die Auslöse einig – vermutlich 14 Sielenbacher Kinder den Baum zurückbringen. Für die Übergabe bei der Eröffnung haben sie extra bedruckte T-Shirts anfertigen lassen, wie ein Vater verrät.
Laut Liesenfeld kam die Aktion nach dem ersten Schreck auch bei Thomas Hofreiter gut an und wurde mit Humor aufgenommen. Liesenfeld sagt: „Wir hoffen, dass die Beteiligten den Maibaum am Freitag zurückbringen. Sonst werden die Parkmaskottchen Lumpi, Resi und Schorschi sehr traurig sein.“
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