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Schiltberg: Gewalttat in Arbeiterunterkunft löst Großfahndung aus

Schiltberg

Mann steht blutüberströmt am Straßenrand: Täter ist auf der Flucht

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    Völlig unauffällig und ruhig sah es am Freitagvormittag vor dieser Arbeiterunterkunft in Schiltberg aus. Dort war am Donnerstag ein 32 Jahre alter Mann bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung verletzt worden. Seither läuft die Suche nach dem mutmaßlichen Täter.
    Völlig unauffällig und ruhig sah es am Freitagvormittag vor dieser Arbeiterunterkunft in Schiltberg aus. Dort war am Donnerstag ein 32 Jahre alter Mann bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung verletzt worden. Seither läuft die Suche nach dem mutmaßlichen Täter. Foto: Erich Echter

    Viele Menschen in Schiltberg wussten am Donnerstag den ganzen Nachmittag über nicht, warum eine derart große Polizeipräsenz im Ort zu sehen war. Der Auslöser: Bei einem gewalttätigen Streit unter zwei Männern an einer Arbeiterunterkunft wurde ein 32-Jähriger verletzt. Der mutmaßliche Täter, ein 42-jähriger Mann, der eine Gartenspitzhacke verwendete, flüchtete und die Polizei fahndete mit einem Großaufgebot nach ihm. Bislang vergeblich. Der Mann, dessen Name der Polizei bekannt ist, befindet sich weiter auf der Flucht.

    Der Vorfall ereignete sich laut Polizei bereits gegen 12 Uhr. Es muss wohl kurz danach gewesen sein, als eine Frau aus Schiltberg zufällig an der früheren Gaststätte, die an der Ortsdurchfahrt liegt, vorbeifuhr. Was sie sah, war verstörend: Am Straßenrand stand ein blutüberströmter Mann. Er habe laut geschrien, erzählte die Frau unserer Redaktion. Ein weiterer Mann war bei ihm und kümmerte sich offenbar um ihn. Als die Schiltbergerin gegen 14 Uhr erneut vorbeikam, beobachtete sie ein großes Polizeiaufgebot: drei offizielle Polizeifahrzeuge, zwei zivile Kombis, rund zehn Polizisten im Hof und zwei Polizeihunde.

    Gewalttätiger Streit: Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei

    Mit diesem Aufgebot versuchte die Polizei, den mutmaßlichen Täter, der dem 32-Jährigen die Verletzungen beigebracht hatte, zu fassen. Er habe mit der Gartenspitzhacke mehrmals auf den 32-Jährigen eingeschlagen. Dann flüchtete er mit einem E-Scooter in unbekannte Richtung. Doch obwohl die Einsatzkräfte auch einen Polizeihubschrauber zu Hilfe nahmen, der das Weilachtal sowohl Richtung Norden als auch Süden aus der Luft absuchte, blieben die Bemühungen bis zum späten Abend erfolglos. Auch am Freitagmorgen konnte das Polizeipräsidium Schwaben Nord nur mitteilen: Der Täter sei weiter auf der Flucht. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren“, sagte ein Sprecher.

    Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. Das teilte das Präsidium am Freitagnachmittag im Pressebericht mit. In Schiltberg nahmen die Menschen mit einer gewissen Erleichterung zur Kenntnis, dass das Opfer, das ins Krankenhaus eingeliefert worden war, die Attacke offenbar relativ gut überstanden hat. Laut Polizei wurde der 32-Jährige leicht verletzt und konnte die Klinik schon am Donnerstagabend wieder verlassen.

    Eine Augenzeugin berichtet von einem „komischen Gefühl“

    Trotzdem rief der Vorfall „ein komisches Gefühl“ hervor, wie uns die Augenzeugin berichtete. Andere beunruhigte die Situation zunächst weniger. Eine Frau, die unweit der Unterkunft wohnt, erzählte, sie habe zwar das Polizeiaufgebot beobachtet, aber nicht gewusst, worum es sich handelt. „Die suchen jemanden“, dachte sie sich. Doch wen und aus welchem Grund, war ihr nicht klar. Am Tag danach sagt sie: „Es ist ja gut, dass man es nicht sofort gewusst hat.“ Die Verunsicherung wäre sonst größer gewesen. Aber die Polizei „hat‘s ganz gut gemacht“, findet sie.

    Die Arbeiterunterkunft in der Nachbarschaft macht ihr trotz des Vorfalls keine Sorgen. Denn in dem früheren Gasthaus wohnen seit vielen Jahren Arbeiter. Etwa 15 Personen können dort leben. Bislang sei es dort immer „ganz ruhig“ gewesen, erzählte die Schiltbergerin, die ihren Namen ebenso wenig in den Medien lesen will wie die Augenzeugin. Ihr zufolge sind die Bewohner der Unterkunft in der Regel kaum zu sehen.

    Bürgermeister: „Von der Unterkunft ist noch nie eine Gefahr ausgegangen“

    Auch Bürgermeister Peter Kellerer berichtete nur Positives. „Von dieser Unterkunft ist noch nie eine Gefahr ausgegangen“, bekräftigte er. Kellerer wohnt selbst in der Nähe und sagte, die Menschen dort seien bislang immer angenehme Nachbarn gewesen. „Da hat‘s gar nichts gegeben“, nicht einmal eine Ruhestörung. Etwa alle drei Monate wechseln die Bewohner laut Kellerer. Auffällig war bis zum Donnerstag noch keiner. Auch der gewalttätige Streit ändert nichts an Kellerers Einschätzung. Für ihn ist das ein Einzelfall. Den Bürgermeister beschäftigte am Freitag, wie viele andere Menschen in Schiltberg auch, allerdings die Tatsache, dass der mutmaßliche Täter bislang nicht gefasst ist. Immerhin: Die Polizei kennt seinen Namen. Auch die mutmaßliche Tatwaffe hat sie sichergestellt. Die Hintergründe der Attacke sind bislang unklar.

    In diesem Jahr hat es im nördlichen Landkreis schon mehrere gewalttätige Auseinandersetzungen gegeben. Zweimal mit tödlichen Folgen. Am Neujahrstag war es in einer Arbeiterunterkunft in Gallenbach (Aichach) zu einem Streit gekommen, bei dem ein 52-jähriger Mann ums Leben kam. Der mutmaßliche Täter, ein 36-Jähriger, sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Am 8. Februar wurde eine 60 Jahre alte Frau in Aichach erstochen. Die Polizei nahm als Tatverdächtigen ihren 62 Jahre alten Partner fest. In der Karwoche kam es zu einer Messerattacke auf einen 47 Jahre alten Bewohner einer Geflüchtetenunterkunft in Aichach. Der Mann erlitt schwere Verletzungen.

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