Startseite
Icon Pfeil nach unten
Ammersee
Icon Pfeil nach unten
Schondorf
Icon Pfeil nach unten

Bürgermeisterwahl in Schondorf: Debatte um Entschädigung und bitterer Abend für eine Grüne Gemeinderätin

Schondorf

Bürgermeisterwahl: Neues Trio an der Spitze in Schondorf

  • |
  • |
  • |
  • |
    Franziska Königl (links) wurde zur Zweiten Bürgermeisterin Schondorfs gewählt und Lena Lotter zur Dritten. Sie vertreten im Bedarfsfall den neuen Bürgermeister Gunther Hofmann.
    Franziska Königl (links) wurde zur Zweiten Bürgermeisterin Schondorfs gewählt und Lena Lotter zur Dritten. Sie vertreten im Bedarfsfall den neuen Bürgermeister Gunther Hofmann. Foto: Christian Mühlhause

    Dass es in Schondorf neues Führungspersonal geben würde, war schon vor den Kommunalwahlen klar. Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne) und sein Stellvertreter Martin Wagner (CSU) traten nicht mehr an. Bei der Wahl setzte sich Gunther Hofmann (CSU) gegen Louisa Brückl (Grüne) durch. Im Gemeinderat wurden jetzt seine Stellvertreter gewählt. Bei gleich drei Entscheidungen hatte Helga Gall (Grüne) auf einen anderen Ausgang gehofft. Gerungen wurde auch darum, welche Entschädigung die Bürgermeister und Gemeinderäte bekommen sollen.

    Den Amtseid nahm dem neuen Bürgermeister das älteste Mitglied des Ratsgremiums ab: Leo Ploner von den Freien Wählern, der neu im Gremium ist. Anschließend hatte Hofmann selbst viel zu tun, er vereidigte acht Gemeinderäte neu: Clemens Gumprich, Christine Förg (beide CSU), Louisa Brückl, Magdalena Erath (beide Grüne), Reinhard Wild, Leopold Ploner (beide FWS) und von der SPD André Kallus und Lena Lotter. Vereidigt wurden zudem seine Stellvertreterinnen.

    Gunther Hofmann fragte bei den Fraktionen nach Vorschlägen für das Amt des Zweiten Bürgermeisters. Bettina Hölzle (CSU) sprach sich für Franziska Königl (FWS) aus. „Sie ist eine ausgleichende Kraft zwischen den beiden großen Fraktionen und die Stimmkönigin der Gemeinderatswahl“, so Hölzle. Unterstützung dafür signalisierten auch SPD und FWS. Louisa Brückl (Grüne) nominierte Parteifreundin Helga Gall und sagte: „Sie ist seit 18 Jahren im Gemeinderat, kennt die Finanzen bestens, ist mit Herzblut dabei und könnte sofort tätig werden.“ In der geheimen Abstimmung setzte sich Königl 12:5 durch. Die fünf Stimmen für Gall entsprechen der Anzahl der Grünen im Rat.

    Mit Blick auf die Ereignisse in Greifenberg sprach sich Hofmann dafür aus, einen Dritten Bürgermeister zu wählen. Dort war Bürgermeisterin Patricia Müller seit dem Sommer krankgeschrieben, der Zweite Bürgermeister Hagen Adler teils beruflich verhindert und auch der Dritte konnte teils nicht einspringen, habe er von der Verwaltung erfahren. „Ich bin auch keine 38 Jahre mehr“, sagte Hofmann, der in den kommenden Tagen 69 Jahre alt wird. Helga Gall erkundigte sich angesichts der Haushaltslage, ob hier mit weiteren Kosten zu rechnen sei. Die Gemeinde muss beim verabschiedeten Haushalt nachbessern, damit die Rechtsaufsicht grünes Licht gibt. Die Dritte Bürgermeisterin erhalte keine Pauschale, sondern nur im Vertretungsfall eine Entschädigung, hieß es in der Sitzung. Alle Räte stimmten dem neuen Amt zu.

    Sowohl Hölzle als auch Königl sprachen sich dafür aus, dass SPD-Gemeinderätin Lena Lotter das Amt übernimmt. Brückl brachte erneut Gall ins Gespräch. Sie unterlag erneut, dieses Mal mit 10:7. Anschließend ging es noch um die Frage eines weiteren Stellvertreters, sollten alle drei ausfallen. Gegen die Stimme von Helga Gall entschied das Gremium, diese Aufgabe der Person mit den meisten Dienstjahren im Gemeinderat zu übertragen und nicht der, die die meisten Lebensjahre hat. Damit fällt die Aufgabe Gall zu, die seit 2008 im Rat sitzt.

    Anschließend ging es um die Frage der Bezahlung. Als hauptberuflicher Bürgermeister ist Hofmann ein Beamter auf Zeit, der neben dem Gehalt auch eine Aufwandsentschädigung bekommt. Die lag bei seinem Vorgänger bei 878 Euro und sollte so übernommen werden, so der Vorschlag der Verwaltung. Gall erkundigte sich, wieso der Betrag in Kaufering bei 600 Euro liege, obwohl die Gemeinde größer sei als Schondorf. Sandra Meissner, Geschäftsstellenleiterin der VG Schondorf, sagte, sie kenne die Entscheidungsgrundlage nicht. Die Festsetzung sei Sache jeder Kommune.

    Debatte um Entschädigung für Schondorfs neuen Bürgermeister

    Leo Ploner äußerte, er halte 500 Euro für ausreichend. „Wir senden damit auch ein Zeichen nach draußen.“ Hölzle argumentierte, dass die 878 Euro schon die vergangenen Jahre gezahlt wurden, was Ploner nicht gelten lassen wollte. „Da konnten wir es uns noch leisten. Es so zu machen, weil es immer so war, ist kein Argument. Jetzt ist wegen der Finanzen ein spitzer Bleistift gefragt.“ Lotter sprach sie ebenfalls für die Beibehaltung des Betrags aus. „Als neuer Bürgermeister stehen einige Anschaffungen an, unter anderem repräsentative Kleidung.“ Gunther Hofmann sei doch immer gut gekleidet, erwiderte Ploner. Mit 10:6 wurde entschieden, beim bisherigen Satz zu bleiben.

    Bei der Zweiten Bürgermeisterin schlug Hofmann eine Erhöhung der monatlichen Vergütung von 383 auf 450 Euro vor. „Wir müssen uns intensiver als bisher besprechen. Der Aufwand für die Bürgermeister und Gemeinderäte wird steigen“, erklärte er. Helga Gall und Magdalena Erath (beide Grüne) verwiesen wieder auf die Finanzlage und forderten, den Satz beizubehalten. Christina Förg (CSU) argumentierte, dass Job, Familie und das Ehrenamt für Königl vereinbar bleiben müssten. Königl müsse womöglich Urlaubstage opfern, daher sei die Anhebung gerechtfertigt. So sah es auch Parteifreund Rainer Jünger. „Martin Wagner hatte es bisher, gemessen am Aufwand, für einen bescheidenen Betrag gemacht, das muss man sich leisten können. Letztlich fand sich für die Anhebung der Pauschale eine 9:7-Mehrheit.

    Höhe des Sitzungsgelds bleibt in Schondorf zunächst unverändert

    Das Sitzungsgeld für die Ratsmitglieder wollte Ploner um zehn Prozent kürzen. Derzeit gibt es 35 Euro für die Teilnahme an Sitzungen des Gemeinderats und seiner Ausschüsse. Der Bürgermeister plädierte dafür, den Betrag so zu belassen und zur Halbzeit der sechsjährigen Wahlperiode das Thema noch mal aufzugreifen. Hofmann brachte ein Beispiel für Einsparpotenziale: „Ich habe die Vergabe eines Reparaturauftrags für eine gemeindliche Immobilie gestoppt und rechne mit einem Gegenangebot, das 50 Prozent darunter liegt. Wir haben bei Handwerkern offenbar den Ruf, dass man es bei uns mal mit besonders hohen Preisen probieren kann.“ Der Vorschlag, in drei Jahren noch mal über das Sitzungsgeld zu reden, wurde mit 11:6 angenommen.

    Luzius Kloker (Grüne) bat am Ende der Sitzung um ein konstruktives Miteinander. „Wir müssen die Zeit des Wahlkampfes hinter uns lassen. Es geht darum, in den nächsten sechs Jahren Schondorf zu stärken“. Der Bürgermeister sagte dazu: „Ich denke, du sprichst hier jedem aus dem Herzen, einer guten Zusammenarbeit steht nichts entgegen.“

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren