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Meitingen-Herbertshofen

23.02.2021

Demonstration für den Erhalt des Bannwalds bei Meitingen

Um neue Hallen und Anlagen für die Lech-Stahlwerke bauen zu können, sollen etwa 17 Hektar des Lohwalds gefällt werden. Dagegen regt sich Protest.
Bild: Merk (Archiv)

Plus Die Pläne der Lech-Stahlwerke, für Produktionsanlagen einen Teil des Lohwalds zu roden, stoßen auf Widerstand. Am Sonntag soll eine Menschenkette für den Erhalt des Walds gebildet werden.

Bürgerinitiativen aus Biberbach und Meitingen und Umweltschutzorganisationen wollen am Sonntag ihrer Forderung Nachdruck verleihen, dass im Lohwald keine Rodungen erfolgen dürfen. Geplant ist eine Menschenkette am südlichen Waldrand.

Eine wichtige Funktion als Bannwald zum Produktionsgelände der Lech-Stahlwerke hat der Lohwald, der südlich des Unternehmens liegt. Die Waldfläche wirkt als Schutzfläche für die nördlichen Wohngebiete von Langweid sowie der Zollsiedlung in Biberbach, indem sie Staub- und Lärmemissionen des Werks abfängt. Die Bedeutung eines Bannwalds wollen die Organisatoren einer Menschenkette unterstreichen, die am Sonntag ab 14 Uhr am südlichen Waldrand gebildet werden soll.

Neue Produktionsanlagen und Lagerflächen sollen entstehen

Hintergrund sind Pläne der Lech-Stahlwerke, knapp 18 Hektar des Lohwalds zu roden, der insgesamt rund 42 Hektar groß ist. Auf dieser Fläche sollen weitere Anlagen zur Herstellung oder Einschmelzung von Stahl sowie zur Stahlveredelung entstehen. Zusätzliche Lagerflächen sollen eine sortenreine Lagerung von Nebenprodukten der Stahlherstellung ermöglichen, die dann in einen Recyclingkreislauf gehen, statt deponiert zu werden. Als Ausgleich sollen 23,1 Hektar Wald aufgeforstet werden, das Unternehmen hat zudem bereits rund 150 Fledermauskästen sowie 70 Vogelhäuser in anderen Teilen des Waldes angebracht.

Bislang gibt es allerdings noch keine Genehmigung für eine Rodung, über die erst im Marktgemeinderat Meitingen beraten und entschieden werden muss. Dies soll jedoch erst geschehen, wenn im Landratsamt Augsburg über einen anderen Antrag der Lech-Stahlwerke entschieden wurde, mit dem sie die Genehmigung für eine höhere Produktionskapazität auf dem bestehenden Werksgelände erhalten wollen.

Ersatzpflanzungen wirken erst in vielen Jahren als Schutz

Mit einer Petition gegen die geplanten Rodungen hatte sich kürzlich noch einmal der Bayerische Landtag befasst. Nur die Fraktion der Grünen votierte für deren Annahme, alle anderen Abgeordneten dagegen. Der Petitionsausschuss des Landtags hatte bereits Ende November die Petition für erledigt erklärt und damit letztlich abgelehnt, da er beim bisherigen Verfahren der Marktgemeinde Meitingen keine Fehler erkannt hatte.

Das Bannwald-Bündnis Unterer Lech kritisiert unter anderem, dass die vorgesehenen Ersatzpflanzungen erst nach vielen Jahrzehnten die Schutzwirkung entfalten können, die der heutige Wald bietet. In diesem Bündnis haben sich die BI Lech-Schmuttertal, die AGL Meitingen, die Ortsgruppe Meitingen sowie die Kreisgruppe Augsburg des Bund Naturschutz sowie das Klimacamp Augsburg zusammengetan. Die Anwohner und Naturschützer wollen sich für den Erhalt des geschützten Waldes einsetzen und gegen immer mehr Belastungen der Region durch die Schwerindustrie wenden.

Coronabedingte Regeln sind einzuhalten

Für die Demonstration haben sie die Genehmigung des Landratsamts erhalten, wobei coronabedingt einige Regeln zu beachten sind. So gilt für die Teilnehmer, dass sie einen Mundschutz tragen müssen, mit Markierungen auf dem Boden soll sichergestellt werden, dass sie den nötigen Abstand einhalten.

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