Kurz nach dem Ortsausgang Gablingen Richtung Achsheim liegt der Hafnerbauer-Hof der Familie Rotter. Der zugehörige Bio-Hofladen hatte in der Gemeinde schon vorher einen Namen, doch jetzt ist er kaum noch zu übersehen. Ein Teil des Kartoffellagers hat eine verglaste Front bekommen. Dahinter erstrahlt ein Raum in frischem Weiß und ebenso neu aussehende Regale sind beladen mit Gemüse, Kartoffeln, Ölen, Nudeln und allerlei anderen Bio-Leckereien. Warum die Erweiterung des Ladens erforderlich wurde.
Hofläden liegen im Trend, da sind sich Sebastian und Franz Rotter einig. "Die Leute kaufen regionaler und bewusster ein." Außerdem habe auch Corona dem Konzept Hofladen einen Schub gegeben, "schlicht weil wieder mehr zu Hause gekocht wird". Für den Landwirt zeigt das: "Der Verbraucher entscheidet eben doch, ob zum Beispiel ein Schwein in einem kleinen Stall mit Bewegungsfreiheit oder zwischen 1500 Artgenossen eingepfercht aufwächst."
Viel Interesse an der Neueröffnung des Hofladens Rotter in Gablingen
Am Tag der Neueröffnung sind Manuela Rotter, Stefanie Rotter und Petra Göppel voll beschäftigt. Schon am Vormittag kommen immer wieder Kunden, die begrüßt und beraten werden. Schon bevor die Familie Rotter den Einsiedlerhof nahe der Ortsgrenze übernahm, habe seine Mutter Manuela an einem kleinen Tisch Kartoffeln und Eier verkauft, sagt Sebastian Rotter. Im Jahr 1996 fing Vater Franz Rotter dann an, den Hof etappenweise umzubauen und zu erweitern. Seit 2005 gehört der Hofladen "ohne Unterbrechung" dazu, wie Franz Rotter erklärt.
Über die Jahre wuchsen Nachfrage und Angebot und die Familie fing an, regionale Produkte zuzukaufen und das Sortiment zu erweitern. Im Jahr 2016 schlossen Sebastian und Franz Rotter dann die Umstellung des Hofes auf Bio ab. Die Bio-Zertifizierung schien dem Hofladen noch mal einen Schub zu geben. Ein Verkauf auf "25 Quadratmetern war also keine Dauerlösung mehr“, erklärt Franz Rotter.
Teil des Kartoffellagers wurde umgebaut
Die Planungen für einen neuen Hofladen begannen dann im Laufe des vergangenen Jahres und waren im November so weit abgeschlossen, dass Sebastian Rotter zusammen mit einem Freund loslegen konnte. Ein Teil des Kartoffellagers wurde zum Hofladen umgebaut. "Wir haben fast alles selbst gemacht, es war ja sowieso Corona und man konnte nichts machen, da haben wir uns in die Arbeit gestürzt", erklärt der Junior. Sie bauten allerdings nicht nur den Verkaufsraum, sondern auch ein Gewächshaus: "Unser Ziel ist es, die frischen Produkte in unserem Laden so weit es geht selbst herzustellen."
Gablinger Hofladen Rotter hat viele Produkte aus eigener Produktion
Ein Schwerpunkt liegt noch immer auf Franz Rotters Leidenschaft: den Kartoffeln. "Wir bieten das ganze Jahr jeden Kochtyp an", erklärt Sohn Sebastian. Außerdem gibt es hin und wieder exotische Sorten. Allerdings weiß die Familie Rotter nicht nur ganz genau, wo die Kartoffeln herkommen. Auch Geflügel und Eier stammen von ihrem Hof. Die Erzeugnisse ihres landwirtschaftlichen Betriebs sind deshalb auch in einigen Produkten zu finden. Neu ist zum Beispiel die Brottheke, die von der Bio-Bäckerei Cumpanum beliefert wird. "Dafür liefern wir Dinkel und Getreide", so Sebastian Rotter. Auch die Ölmühle Kappelbauer, deren Öle im Hofladen verkauft werden, bekommt Leindotter vom Hafnerbauer-Hof. Das Gemüse kommt zum Teil vom Pfänderhof in Schwabmünchen und vom "Schweinspoint" der Behinderteneinrichtung Sankt Johannes – beide Betriebe sind bio-zertifiziert. In Zukunft könnte auch Rindfleisch dazukommen. Eher "hobbymäßig" hat Sebastian Rotter angefangen, Weiderinder zu halten.
Die Kunden sind schon am ersten Tag von dem Hofladen überzeugt. Stammkundin Gabriele Meir aus Gablingen freut sich vor allem über die "wunderbar großzügige Einrichtung und die größere Auswahl". Der Hofladen ist donnerstags und freitags von 8 bis 17 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr geöffnet.
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