Der Angeklagte soll in insgesamt acht Fällen Strohballen, Silageballen, Autoreifen, Heuballen, Zeitungsstapel, Altkleidercontainer und Holzstapel in Brand gesetzt beziehungsweise dieses versucht haben. In den beiden Fällen der Entzündung von Strohballen kam es zu einem Gesamtsachschaden in Höhe von 15.000 Euro. In einem weiteren Fall kam es bei der Entzündung von Heuballen durch die Zerstörung eines nahe, gelegenen Gebäudes zu einem Sachschaden in Höhe von 30.000 Euro. In den übrigen Fällen entstanden, teilweise durch das beherzte Eingreifen eines Zeugen, lediglich eher geringfügige Sachschäden.
Die Anklage legt dem 18-Jährigen Brandstiftung in fünf Fällen und versuchte Brandstiftung in Tateinheit mit versuchter Sachbeschädigung und Sachbeschädigung in zwei Fällen zur Last.
Lagerhalle in Gessertshausen brennt: 100 Feuerwehrleute müssen löschen
Unter anderem brannte im September am Gessertshauser Ortsrand in Richtung Margertshausen eine Lagerhalle mit rund 300 Strohballen. Etwa 100 Feuerwehrleute mussten löschen. Die ermittelnden Beamten gingen damals schnell davon aus, dass die Brände absichtlich gelegt worden waren. Etwa zwei Wochen zuvor stand der Geräteschuppen neben dem Gessertshauser Feuerwehrhaus in Flammen. Verletzt wurde dabei niemand. In der Halle befanden sich unter anderem historische Geräte der Gessertshauser Wehr. Eine alte Wasserpumpe aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zum Beispiel. Oder eine Tragkraftspritze von 1934.
Mitte September stand eine Lagerhalle in Brand.Foto: Marcus Merk
Wiederum kurz zuvor standen zweimal innerhalb kurzer Zeit Strohballen auf einem Feld zwischen Gessertshausen und Diedorf in Brand. Auch ein Feuer in einem Jugendheim mitten in Gessertshausen hielt im Zuge der Brandserie die Feuerwehr in Atem.
Da der Angeklagte zu den entsprechenden Tatzeiten noch Jugendlicher war, findet die Hauptverhandlung gemäß den Vorgaben des Jugendgerichtsgesetzes unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. (AL)