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Kreis Augsburg

24.09.2019

So ermittelt die Kripo nach der Brand-Serie in Gessertshausen

Am Sonntagmittag waren Einsatzkräfte der Feuerwehr noch immer mit dem Löschen des Brands in Gessertshausen beschäftigt. Es ist bereits der vierte Fall innerhalb von knapp sieben Wochen. Die Kriminalpolizei sucht nach einem möglichen Brandstifter.
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Am Sonntagmittag waren Einsatzkräfte der Feuerwehr noch immer mit dem Löschen des Brands in Gessertshausen beschäftigt. Es ist bereits der vierte Fall innerhalb von knapp sieben Wochen. Die Kriminalpolizei sucht nach einem möglichen Brandstifter.
Bild: Marcus Merk

Plus In Gessertshausen gibt es vier ungeklärte Brände in knapp sieben Wochen. Die Polizei geht davon aus, dass das kein Zufall ist und sucht nach einem Brandstifter.

Die Suche nach einem möglichen Brandstifter in Gessertshausen läuft auf Hochtouren. Vier Mal hat es dort in den vergangenen knapp sieben Wochen gebrannt. Zwei Lagerhallen und Strohballen standen in Flammen. Zuletzt setzte sich die Brand-Serie in der Nacht zum Sonntag fort.

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Am Gessertshauser Ortrand in Richtung Margertshausen brannte eine Lagerhalle mit rund 300 Strohballen. Etwa 100 Feuerwehrleute mussten zum Löschen ausrücken. Der Schaden liege im mittleren fünfstelligen stelligen Bereich, erklärt die Polizei. Die Beamten gehen davon aus, dass die Brände von einem Brandstifter verursacht wurden.

Zuerst muss immer der Brandherd bestimmt werden

Um ihn zu finden sind Experten der Brandermittlung im Einsatz. An jeder Brandstelle finde man stets Spuren, die zur Ursachenforschung helfen, erklärt Polizeikommissarin Silke Abt: „Zuerst muss immer der Brandherd bestimmt werden.“ Hierzu werden nicht nur die Spuren am Brandort dokumentiert und bewertet, sondern auch Zeugenaussagen, Hinweise oder Mitteilungen aus der Bevölkerung. Entscheidend dafür können auch die Eindrücke der Feuerwehrleute vor Ort sein, sagt Abt. Schließlich gehören sie zu den Ersten am Tatort. Doch vernichten die Einsatzkräfte beim Löschen auch nicht auch mögliche Spuren des Täters? Faktisch spiele das mittlerweile keine Rolle mehr, sagt Abt. Dank moderner Zusätze im Löschwasser und spezieller Düsen könne man die Menge des Löschwassers inzwischen erheblich reduzieren.

Die Brandermittler seien bei ihrer Arbeit immer auf der Suche nach der Ursache eines Feuers, sagt Abt. Während der Erkennungsdienst Individualspuren – zum Beispiel DNA sichert, werden bei der Brandermittlung Spuren gesichert, die den Brandherd bestimmen. Durch sie könne man meist auch die Ursache bestimmen. Die Ermittler gehen dabei allen Spuren und Hinweisen nach. Man arbeite nach dem „Eliminationsverfahren“, erklärt Abt. Stück für Stück werden mögliche Szenarien ausgeschlossen. Abt: „Letztendlich sollte im Idealfall nur noch eine Brandursache übrig bleiben.“

"Jeder Hinweis wird ernst genommen"

Neben den Brandfahndern der Kripo beschäftigt die aktuelle Brand-Serie in Gessertshausen auch die zuständige Polizeiinspektion in Zusmarshausen. Deren Leiter Raimund Pauli betont: „Jeder Hinweis wird ernst genommen“. Er und seine Kollegen seien dankbar für Hinweise aus der Bevölkerung. „Es wird in alle Richtungen ermittelt“, sagt Pauli. Außerdem fahre man im Gebiet rund um die Tatorte in Gessertshausen derzeit häufiger Streife. Nicht nur Gessertshausen, sondern auch in den umliegenden Orten seien die Beamten derzeit besonders präsent. Näheres zur Strategie der Polizei könne Pauli „aus ermittlungstaktischen Gründen“, nicht nennen.

Zuletzt stand vor etwa zwei Wochen der Geräteschuppen neben dem Gessertshauser Feuerwehrhaus in Flammen.
Bild: Marcus Merk

Mittlerweile seien bei der Polizei einige Hinweise zu den Bränden eingegangen. Die Brandursachen seien aber noch immer nicht aufgeklärt. Offen ist auch noch immer die Frage: Wie hängen die vier Brände innerhalb weniger Wochen miteinander zusammen? Der Brand am Sonntag ist der bislang vierte Fall in Gessertshausen. Dabei brannten rund 300 Stroh-Rundballen in einer Lagerhalle am Gessertshauser Ortsrand ab. Die Grundmauern der Lagerhalle stehen noch. Im Dach klafft nun ein großes Loch. Verletzt wurde niemand.

Brände in Gessertshausen: Sachschaden liegt bei rund 15.000 Euro

Zuletzt stand vor etwa zwei Wochen der Geräteschuppen neben dem Gessertshauser Feuerwehrhaus in Flammen. Verletzt wurde dabei niemand. Der Sachschaden liegt bei rund 15.000 Euro. In der Halle befanden sich unter anderem historische Geräte der Gessertshauser Wehr. Eine alte Wasserpumpe aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zum Beispiel. Oder eine Tragkraftspritze von 1934. Neben den alten Einsatzmitteln lagerten in dem Stadel, welcher der Gemeinde gehört, auch Sandsäcke und Holz der Feuerwehr. Ein Teil des Stadels wurde als Lagerraum des Schützenvereins genutzt.

Zuvor standen zwei Mal innerhalb kurzer Zeit Strohballen auf einem Feld zwischen Gessertshausen und Diedorf in Brand. Der Schaden wurde bei beiden Fällen auf je rund 6000 Euro geschätzt. Die Polizei hatte schon bei dem ersten Feuer den Verdacht einer Brandstiftung.

  • Zeugen Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer Verdächtiges beobachtet hat, soll sich bei der Polizei Zusmarshausen unter Telefon 08291/1890-0 melden.

Was in den vergangenen sieben Wochen in Gessertshausen passiert ist, lesen Sie hier:

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