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Verkehr

23.01.2020

Innenminister Joachim Herrmann prüft ein Tempolimit auf der A8

Bis zum Aufbau der angekündigten digitalen Schilderbrücken an der A8 müsste das Tempolimit mit herkömmlichen Schildern ausgewiesen werden.
Bild: Marcus Merk

Plus Joachim Herrmann kündigt eine umfangreiche Auswertung der Unfallstatistik an. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung soll vor allem für die Abschnitte ohne Telematik gelten.

Das immer wieder geforderte Tempolimit auf der A8 zwischen Augsburg und Ulm-Elchingen könnte schon bald Realität werden. In einem Schreiben an unsere Redaktion hat Innenminister Joachim Herrmann auf unsere Berichterstattung reagiert und eine eingehende Prüfung der Angelegenheit zugesichert.

„Wir nehmen die Rückmeldungen aus der Region sehr ernst“, schreibt Herrmann. Deshalb habe er die Polizei unter Einbindung der Autobahndirektion Südbayern um eine detaillierte und umfassende Auswertung des aktuellen Verkehrsunfallgeschehens auf der gesamten A8 zwischen München und Ulm-Elchingen gebeten. „Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden wir entscheiden, ob Maßnahmen wie temporäre Tempolimits notwendig sind.“ Das gelte laut Innenministerium insbesondere für die Abschnitte, bei denen noch keine Verkehrsbeeinflussungsanlagen installiert sind. „Dort, wo es diese Anlagen bereits gibt, kann schon jetzt flexibel mit Tempolimits reagiert werden, sobald eine erhöhte Unfallgefahr besteht, beispielsweise bei Glätte oder schlechter Sicht.“

A8: Zahl der Unfälle ist um rund 14 Prozent gestiegen

Nach einer Unfallstatistik der Betreibergesellschaft Pansuevia, die für den 58 Kilometer langen Abschnitt zwischen Augsburg und Ulm zuständig ist, ist die Zahl der Unfälle auf der Autobahn im vergangenen Jahr um rund 14 Prozent gestiegen. Im Vorjahr waren es insgesamt 984 Unfälle, umgerechnet 2,6 Unfälle pro Tag. Laut Statistik waren die Hauptursachen nicht angepasste Geschwindigkeit, ein zu geringer Sicherheitsabstand oder Fehler beim Überholen.

Innenminister Joachim Herrmann prüft ein Tempolimit auf der A8

Auf der A8 sollen Schilderbrücken kommen, die zeitweise ein Tempolimit anzeigen

Die Polizei fordert daher inzwischen ebenfalls ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern. Gelten soll dieses tagsüber. Denn: Am häufigsten kracht es freitags und samstags zwischen 9 und 18 Uhr. Diese Regelung soll so lange Bestand haben, bis im Jahr 2020 die angekündigten Schilderbrücken kommen, mit denen elektronisch zeitweise Tempolimits oder Überholverbote verhängt werden können.

Erst am Sonntag ist es auf der A8 erneut zu einer Massenkarambolage gekommen. Elf Fahrzeuge fuhren kurz vor der Anschlussstelle Günzburg ineinander. Die Polizei zählte 18 Verletzte, drei davon zogen sich schwerwiegende Verletzungen zu. Für etwa drei Stunden musste die Autobahn in Fahrtrichtung Stuttgart voll gesperrt werden.

Lesen Sie dazu auch unsere Reportage:

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23.01.2020

Die CSU braucht nur ein allgemeines Tempolimit von ungefähr 130 Km/h zulassen und schon braucht der gute Herrmann keine weiteren Ausgaben tätigen. So einfach geht das, denn das Tempolimit kommt so oder so.

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23.01.2020

Deutlich schneller als 130 fährt ohnehin nur eine kleine Minderheit und nötigt damit den restlichen 90% der Autobahnnutzer ihren Fahrstil auf. Richtung München fahre ich immer in der Mitte, weil es wegen der Raser einfach lebensgefährlich ist, ständig die Spur zu wechseln. Wenn die deutsche Autoindustrie unbegrenztes Rasen auf Autobahnen als Aushängeschild für ihre übermotorisierten Luxuskarossen benötigt, dann ist sie nicht zukunftsfähig. Her mit Tempo 130, weniger Unfälle, weniger Staus, weniger Lärm, geringere Luftverschmutzung, mehr Bahnkunden.

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23.01.2020

Sie dürfen aber nicht immer in der Mitte Fahren ??
Blockade der anderen Verkehrsteilnemer ??
Es ist nicht Ihre Spur ???
Wenn rechts frei ist, dann rechts fahren ??

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23.01.2020

Die Verkehrsmenge auf der 6-spurigen A8 ist tagsüber immer so groß, dass natürlich dauerhaft mit etwas erhöhter Geschwindigkeit in der Mitte gefahren werden darf.

Es gibt kein Rechtsfahrgebot auf 6-spurigen Autobahnen mit hohem Verkehrsaufkommen.

https://www.zeit.de/auto/2012-09/rechtsfahrgebot-autobahn

>> Konkret erlaubt die Straßenverkehrsordnung, dass Kraftfahrzeuge den mittleren Fahrstreifen durchgängig befahren – unter der Voraussetzung, dass zumindest "hin und wieder" rechts davon ein Fahrzeug fährt. Es ist also nicht vorgeschrieben, dass man jede Lücke nutzen muss, die rechts auftaucht. <<

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23.01.2020

Wer jeden Tag als Pendler die A8 nutzt und die Augen aufmacht sieht das es keine Alternative gibt.
Im Prinzip ist die A8 eine Autobahn der Gesetzlosen. Nötigen, drängeln überfahren durchgezogener Linien (z.B. Dasing Auffahrt Richtung Augsburg, Rastplatz Augsburg) Spurwechsel ohne Blinkzeichen, unangepasste Geschindigkeit und zu geringer Abstand. Kontrolle durch die Polizei zu über 99% Fehlanzeige.
Abschnitte der A8 wie die z. B. die Auffahrten Augsburg West, wenn im Berufsverkehr unmengen an Fahrzeugen auf die Autobahn auffahren und alle paar Sekunden absolut gefährliche Situationen entstehen wenn Fahrzeuge mit 200 oder mehr anrauschen und dann Bremsbeläge vernichten sind doch ein Witz.
Für mich ganz klar 120 von Ulm bis München von 6:00 - 20:00 Uhr, Ausnahme Abschnitte mit Leitsystem sowie Überholverbot für LKW.

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23.01.2020

120 ist komplett lächerlich... Und absolut unnötig da ja bereits an anderer Stelle bereits festgestellt wurde dass es keine besonderen Unfallschwerpunkte gibt. Einfach mehr Abstand halten und weniger drängeln würde helfen. Ein Tempolimit braucht es dazu nicht!!

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