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Stadtbergen: Corona-Krise: In Stadtbergen kommen Jugendliche hungrig ins "Inside"

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Corona-Krise: In Stadtbergen kommen Jugendliche hungrig ins "Inside"

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    Der Jugendclub Inside in Stadtbergen ist derzeit noch beliebter als bisher.
    Der Jugendclub Inside in Stadtbergen ist derzeit noch beliebter als bisher. Foto: Marcus Merk

    Ein Zwischenbericht der Jugendarbeit in Stadtbergen zeigt: Die Corona-Krise wird die Pädagogen noch lange beschäftigen und der Bedarf an Unterstützung steigt deutlich an. Deshalb brauchen die Sozialpädagoginnen und -pädagogen mehr Arbeitsstunden, Personal und vor allem Platz.

    Neulich konnte Jugendpflegerin Katrin Jalil wieder einmal nicht alle Jugendlichen, die in den Jugendclub Inside unter dem Bürgersaal in Stadtbergen wollten, einlassen. Der Grund: Die Vorgaben der Pandemiebekämpfung. Nur eine begrenzte Anzahl an Jugendlichen darf aktuell in das Jugendzentrum und nur wenige der gewohnten Aktivitäten sind möglich.

    Trotzdem wollen die jungen Besucher kommen. "Seit Corona fragen immer mehr Jugendliche nach weiteren Öffnungstagen und Zeiten", erklärte die Pädagogin, die ihre Arbeit in der jüngsten Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses (KSA) vorstellte und über die aktuelle Situation berichtete.

    Krise hat die Jugend schwer getroffen

    Eigentlich stehen die Türen des Jugendclubs jedem Jugendlichen ab zwölf Jahren an drei Tagen in der Woche offen und das Angebot wurde und wird gut angenommen. Doch Corona habe ihre Arbeit "viel schwieriger gemacht", so Katrin Jalil, und das, obwohl viele Jugendliche gerade jetzt Unterstützung und eine Anlaufstelle bräuchten. Der Zweite Bürgermeister Michael Smischek erinnert an den Bericht des Jugendpflegeteams in der vorangegangenen Sitzung, der klar aufzeigte, wie schlimm die Krise gerade Kinder und Jugendliche getroffen hat.

    Laut Katrin Jalil erreiche das "Inside" viele Jugendliche aus sozial schwächeren Familien, die oftmals durch das Raster der Vereins-Jugendarbeit fallen und kaum in anderen sozialen Einrichtungen vertreten sind. "Wir arbeiten bedürfnisorientiert, partizipativ und präventiv, außerdem orientieren wir uns an der Lebenswelt der Jugendlichen", betonte Katrin Jalil. Im Klartext bedeutet das: Die Pädagogen und Mitarbeiter des Jugendclubs gehen auf das ein, was die Jugendlichen brauchen, haben immer ein offenes Ohr und lassen die Jugendlichen auch selbst Verantwortung übernehmen.

    Manche kommen hungrig zum gemeinsamen Kochen

    Eine der beliebtesten Aktivitäten des Jugendzentrums sei zum Beispiel das gemeinsame Kochen, erklärte Katrin Jalil in der Sitzung. Manche Jugendliche würden mit knurrendem Magen ins "Inside" kommen und sich sehr über eine Portion Nudeln für 50 Cent oder eine gesunde und frisch gekochte Mahlzeit freuen. Auch das gemeinsame Essen im Jugendzentrum sei vielen Jugendlichen wichtig. "Wir sind eine kleine Einrichtung und können das Familiäre mitbringen, das vielen zu Hause fehlt", so die Jugendpflegerin. Außerdem sieht sie das gemeinsame Kochen auch als "Hilfe zur Selbsthilfe" für Jugendliche, die sich dann auch zu Hause eine frische Mahlzeit zubereiten können.

    Die Themen des Jugendclubs spielen auch bei vielen anderen Aktivitäten eine Rolle. Bei kreativen Aktionen arbeiten sie häufig mit "Upcycling". Beim sehr beliebten, aber wegen Corona sehr eingeschränkten sportlichen Angebot der Einrichtung geht es darum, das Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken. Aber auch die Fitness spielt eine Rolle. "Sie wollen Bewegung und wir sehen auch, dass viele Jugendliche in der Pandemie zugenommen haben", erklärte die Jugendpflegerin gegenüber den Stadträten.

    Jugendpfleger sind eigentlich keine Streetworker

    Hin und wieder bekomme sie auch Anrufe, zum Beispiel von Eltern, Anwohnern oder dem Ordnungsdienst, ob sie an einen Brennpunkt kommen könne. Hier wird das erste Problem deutlich: "Aufsuchende Arbeit oder Streetwork stehen nicht in unseren Arbeitsverträgen. Das muss aber schon allein wegen der Versicherung sein", erklärte Katrin Jalil.

    Außerdem fehle im Team die entsprechende Fortbildung und die Zeit: Die fest angestellten Joshua Neumann, Katrin Jalil und Juliane Schretzmair haben für all ihre Aufgaben, vom Ferienprogramm über den Jugendclub bis zur städtischen Betreuung an den Schulen, insgesamt nur etwa 70 Wochenstunden.

    Viel Lob, aber noch wenig Lösungen

    Ein weiteres Problem im Jugendclub Inside, das in der Pandemie deutlich geworden ist: Es fehlt Platz und vor allem ein Außenbereich. Katrin Jalil präsentierte eine ganze Liste von tollen Ideen, die man in einem Garten umsetzen könnte: Die Vorschläge reichten von einer "Schwabenwand" zum Sprayen über einfach Grillen bis zum Bauen von Holzmöbeln.

    Diesem Anliegen nahmen sich die Stadträte in der Sitzung direkt an: Man könnte dem Jugendclub einen Teil des Schulgartens zur Verfügung stellen oder auch auf die Freiflächen des Gartenhallenbads zurückgreifen, sobald diese für Badegäste geschlossen werden. Außerdem waren die Mitglieder des Gremiums voller Lob für die Arbeit der Jugendpfleger. Die Themen Personal und Arbeitszeit wurden in der Diskussion allerdings noch nicht angesprochen.

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