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Zusmarshausen: Das waren wohl die letzten Tage auf dem Eis

Zusmarshausen

Das waren wohl die letzten Tage auf dem Eis

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    Zahlreiche Eisläufer ziehen  auf dem zugefrorenen Rothsee ihre Bahnen. Das ist laut Wasserwacht alles andere als ungefährlich.
    Zahlreiche Eisläufer ziehen auf dem zugefrorenen Rothsee ihre Bahnen. Das ist laut Wasserwacht alles andere als ungefährlich. Foto: Marcus Merk

    Es ist vielleicht der letzte kalte Tag des Winters. Zumindest wohl der letzte, an dem die Temperatur im Landkreis Augsburg zeitweise deutlich im Minus-Bereich liegt. Am Montag nutzen das etwa 30 Menschen, um am Rothsee bei Zusmarshausen eine Runde Schlittschuh zu fahren und so etwas Abwechslung im Lockdown zu haben. Am frühen Nachmittag beginnt der Parkplatz sich immer weiter zu füllen, obwohl es nicht mehr so sonnig ist wie in den vorigen Tagen. Aber die Wasserwacht im Landkreis warnt: Die Stabilität des Eises ist unberechenbar.

    Auf dem See sind von sechs bis sechzig alle Altersklassen vertreten. Einige spielen Eishockey, andere fahren entlang des Ufers auf und ab. Manche machen zaghaft ihre ersten Schlittschuh-Schritte auf dem Eis, manchen sieht man die jahrelange Erfahrung an, wenn sie vorwärts und rückwärts mit vollem Tempo und allerhand Pirouetten und anderen Kabinett-Stückchen über den See zu schweben scheinen.

    Die Eishallen haben zu. Für Schlittschuh-Begeisterte bleibt nur der See

    Dominik Fahrmeier zählt zu denjenigen, die sich scheinbar mühelos auf dem Eis fortbewegen. Kein Wunder, der Zusmarshauser ist "Goalie" der Hobby-Eishockey-Mannschaft Kuhsee Allstars, also deren Torwart. "Grad jetzt, in dieser Zeit, in der die Eishallen zu sind, bleibt nur der See hier", sagt er. Obwohl das Eis in der Halle natürlich besser sei, sieht Fahrmeier das nicht nur als Nachteil: "Draußen ist's auch einfach schön."

    Dominik Fahrmeier aus Zusmarshausen, hobbymäßig Eishockey-Goalie, trainiert auf dem Eis des Rothsees.
    Dominik Fahrmeier aus Zusmarshausen, hobbymäßig Eishockey-Goalie, trainiert auf dem Eis des Rothsees. Foto: Marcus Merk

    Larissa und Johanna finden sogar: "Draußen ist es schöner als im Eisstadion." Die beiden 19-Jährigen sind extra aus Augsburg zum Rothsee gekommen. Sie ziehen ihre Runden etwas weiter hinten auf dem See, wo weniger los ist. "Es ist einfach cool, schnell zu fahren und sich zu drehen", findet Larissa. "Und natürlich mit Corona, man kommt mal raus", ergänzt sie. Die beiden Augsburgerinnen sind am Montag zum ersten Mal in diesem Winter am Rothsee.

    Bereits zum dritten Mal fährt der neunjährige David am Montag über das Eis des Stausees. Er sagt: "Ich finde cool, dass man schnell fährt und lange gleitet."

    "Betreten lebensgefährlich." Auch Eis, das stabil aussieht, birgt Gefahren

    Martin Gschwilm, Vorsitzender der Wasserwacht des bayerischen Roten Kreuzes im Landkreis Augsburg, sieht die große Beliebtheit der zugefrorenen Seen mit Sorge. "Trotz dieser kalten Temperaturen raten wir prinzipiell immer davon ab, das Eis zu betreten", sagt Gschwilm. Das sei auch am vergangen Wochenende so gewesen, trotz der extremen Kälte. Mindestens seit 15 Jahren habe die Wasserwacht nie einen See im Landkreis Augsburg offiziell zum Eislaufen freigegeben.

    Auch dieses Schild am Rothsee warnt vor dem Betreten des Eises.
    Auch dieses Schild am Rothsee warnt vor dem Betreten des Eises. Foto: Marcus Merk

    An einem Fließgewässer wie dem Rothsee, wo sich vieles unbemerkt unter der Eisoberfläche abspiele, sei die Stabilität des Eises besonders schwer zu beurteilen. "Das Eis ist nicht an jeder Stelle gleich dick und gleich tragfähig", sagt der Wasserwacht-Vorsitzende. Auch für den Augsburger Kuhsee warnt er, insbesondere angesichts der steigenden Temperatur: "In den nächsten Tagen ist das Betreten lebensgefährlich."

    Eis-Unfälle habe es im Landkreis dieses Jahr zum Glück noch keine gegeben, aber vor einigen Jahren sei es zu mehreren schlimmen Situationen gekommen, als etwa Eltern mit einem Kinderwagen ins Eis eingebrochen seien, sagt Gschwilm.

    Dennoch könne er den Bewegungsdrang der Menschen, gerade in Zeiten von Corona, nachvollziehen. Das mache die Situation auf den Seen aber nur noch gefährlicher.

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