Indem man Stauden wie etwa Astern teilt, kann man sie nicht nur vermehren, sondern auch die Ursprungspflanze verjüngen.Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Es wird Herbst im Garten. Allmählich sind die letzten Äpfel geerntet und die Herbstwinde verteilen das Laub im Garten. Viele Hobbygärtner nutzen diese Zeit, um Sträucher oder Stauden im Garten umzusetzen oder sie in zwei Pflanzen zu teilen. Doch ist der Herbst der richtige Zeitpunkt dafür? Benedikt Weidner ist Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege des Landkreises Augsburg. Er hat hierzu ein paar Tipps für die Gartler parat.
Etwas einfacher ist es laut Benedikt Weidner in der Regel, die Pflanzen erst nach dem Winter an einen neuen Standort zu setzen. „Dann arbeiten wir in die Vegetationsphase hinein“, erklärt er. Und die Pflanzen haben die Wachstumsphase im Frühjahr direkt vor sich. Das Wetter spielt auch eine Rolle. Ein September kann immer auch ein warmer, trockener Monat sein. Pflanzen, die gerade an einen neuen Standort umgezogen sind, brauchen Aufmerksamkeit und sie müssen regelmäßig gegossen werden. „Man braucht einfach Zeit, um sich darum zu kümmern“, sagt der Experte. Mildere Winter erhöhen aber die Wahrscheinlichkeit, dass herbstliches Umsetzen oder das Teilen einer Pflanze dem Gärtner im nächsten Jahr Freude bringt.
Auch Gehölze können im September in die Erde.Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Passt die Pflanze zu meinem Garten?
Bevor überhaupt eine Pflanze an einen neuen Platz im Garten umzieht oder neu einzieht, sollten sich Hobbygärtner fragen, ob sie den richtigen Standort bieten können. Wie viel Sonne braucht die Pflanze? Kommt sie mit der Bodenbeschaffenheit zurecht und wie viel Zeit für Pflege muss investiert werden? Der Experte rät, diese Fragen vorher im Internet zu recherchieren.
Eine exotische Pflanze aus Guatemala mag das Herz des Gärtners höher schlagen lassen, überlebt aber womöglich das Gartenjahr im Augsburger Land nur mit größter Anstrengung. „Wissen ist Macht und der Gartenbau ist eine Wissenschaft für sich“, gibt Benedikt Weidner zu bedenken, der selbst einmal Gartenbau studiert hat. Er rät dazu, sich möglichst viel Wissen anzulesen, bevor man mit der Schaufel zur Tat schreitet.
Etwas Wasser hat diese Pfingstrose abbekommen.Foto: Maike Scholz
So gibt es einige Pflanzen, die sie nicht so gerne versetzen lassen. Pfingstrosen gehören mitunter dazu. Sie sollten am besten vor dem Versetzen zwischen Ende August und Oktober geteilt werden. Wenn die Blätter abgeschnitten sind, mit einem Spaten den Wurzelballen ausgraben. Edel-Pfingstrosen so teilen, dass jeder Teil mindestens eine Triebknospe an den Stängelansätzen hat. Dann werden die geteilten Wurzeln an sonnigen Standorten in die Erde gesetzt, aber nicht zu tief.
Robuste Stauden wie Iris kann man über Rhizome vermehren.Foto: Christiane Bach/GMH/dpa-tmn (Symbolbild)
Vor dem Teilen gut über die Pflanze informieren
Ganz ähnlich funktioniert dieses vegetative Klonen bei heimischen Gartensträuchern: Sie werden in der Mitte mit dem Spaten auseinander gestochen. Die Wurzel wird geteilt, wobei sie möglichst wenig verletzt werden sollte. Der Garten-Experte sagt: „Jede Wunde ist auch eine Eintrittsstelle für Krankheiten“. Beide Strauchteile werden dann wieder in die Erde gesetzt. Es sei nichts anderes als Pflanzen klonen, erklärt Benedikt Weidner.
Zum Thema Pflanzenvermehrung empfiehlt er Literatur zum Nachlesen, besonders auch aus England. Nicht alle Pflanzen können geteilt werden. Und manchmal ist es auch gar nicht so einfach: So muss man beispielsweise beim Teilen der Iris darauf achten, die richtigen Rhizome zu erwischen, sonst blüht sie nie.
Hier gibt es Hilfe
Benedikt Weidner, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege des Landkreises Augsburg, bietet jeden Mittwochvormittag von 9 bis 12 Uhr eine kostenlose Gartensprechstunde an. Terminvereinbarung eine Woche vor dem Gespräch unter 0821/ 3102.2973.
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