In einem Kraftakt und auf den letzten Drücker ist der neue Festplatz in Gersthofen im vergangenen Herbst pünktlich zur Kirchweih fertig geworden - zumindest so weit und in Teilen noch provisorisch, dass die Veranstaltung darauf stattfinden konnte. Längst sind Riesenrad und Buden abgebaut und jetzt stellt sich die Frage, wie es mit der großen leeren Fläche nahe der B2 weitergehen wird?
Bei der Volksfest-Premiere wurde der neue Platz an der Donauwörther Straße von den Menschen sehr gut angenommen, es gab im Nachhinein eigentlich vor allem nur beim Thema Parken deutliche Kritik, auch vom Festbetreiber Stefan Meitinger. Die 160 ausgewiesenen Parkplätze waren an allen Festtagen schnell besetzt, Besucherinnen und Besucher wichen in Wohnviertel aus oder stellten sich beispielsweise auf der zur Feuerwehr führenden Straße seitlich in den Graben. Insgesamt kamen rund 20.000 Menschen zu dem mehrtägigen Fest, das von einem Konzert der „Spider Murphy Gang“ gekrönt wurde. Das Zelt wurde gemeinsam geleitet von Stefan „Bob“ Meitinger und Bernhard „Happi“ Happacher.
Die Gersthofer Kirchweih hatte war zeitweise auf dem Rathausplatz
Bei der Kirchweih 2024 feierten damit etwa doppelt so viele Menschen wie in den Jahren zuvor, als das Volksfest vorübergehend auf dem Rathausplatz stattfinden musste. Ein neuer Standort in Gersthofen war nötig geworden, weil auf dem alten Platz an der Schubertstraße das neue Paul-Klee-Gymnasium gebaut wurde. Der neue Platz wird „Multifunktionsfläche“ bei allen bisherigen Beratungen in den städtischen Gremien genannt, da er auch für andere Gelegenheiten als die Kirchweih in Zukunft genutzt werden soll. Bislang gab es außer dem Volksfest im Herbst jedoch noch keine größere Veranstaltung auf der Fläche am „Los-Angeles-Ring“, nur ein Christbaumverkauf in der Adventszeit fand dort statt.
Was genau wird jetzt auf der Fläche noch gemacht? Der Bauausschuss hatte sich aus finanziellen Überlegungen heraus für eine Art Kompromiss zwischen der günstigsten (komplette Schotterfläche) und der teuersten Variante (komplette Asphaltierung) ausgesprochen. Es soll nur ein Teil des Platzes asphaltiert werden. Zwei große Maßnahmen sind laut Bürgermeister Michael Wörle in den nächsten Monaten geplant: die Herstellung der Ein- und Ausfahrt und der Querungshilfe über die Donauwörther Straße. „Ebenso werden wir die Beleuchtung anpassen, den Parkplatz befestigen, den Kanal herstellen und Fahrradstellplätze ausweisen.“ Wird es heuer noch andere Veranstaltungen als die Kirchweih geben? Nein, heißt die klare Antwort aus dem Rathaus. „Nachdem die beschlossenen Planungen und Maßnahmen Ausschreibungen und Vergaben beinhalten, die ihre Zeit benötigen, werden wir heuer vorerst keine weiteren Veranstaltungen auf der Multifunktionsfläche planen.“ Die Ein- und Ausfahrtssituation sollte auch hergestellt sein, wenn der Betrieb mit mehr als der Kirchweih anläuft, so Wörle weiter. Im Bauausschuss hatte es jüngst geheißen, dass es bereits Anfragen für externe Veranstaltungen, wie zum Beispiel einen Flohmarkt, gebe.
Eines steht neben dem Thema Veranstaltungen für die Zukunft aber schon fest: Ein Teil des Platzes im vorderen Bereich werde als P+R-Platz für Autos hergerichtet, bestätigt der Bürgermeister auf Nachfrage unserer Redaktion. Insgesamt wird bei dem Festplatz mit Kosten von rund 2,2 Millionen Euro gerechnet.
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