Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg Land
Icon Pfeil nach unten
Gersthofen
Icon Pfeil nach unten

Gersthofen: Neuer Eigentümer will im Hery-Park Wohnungen bauen

Gersthofen

Neuer Eigentümer will im Hery-Park Wohnungen bauen

  • |
  • |
  • |
    Riesige Parkplatzflächen dominieren den Gersthofer Hery-Park. Dies will ein Investor ändern. Pläne dazu stellte er dem Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung vor.
    Riesige Parkplatzflächen dominieren den Gersthofer Hery-Park. Dies will ein Investor ändern. Pläne dazu stellte er dem Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung vor. Foto: Marcus Merk

    Mit seiner Lage in Bahnhofsnähe und an der B2 ist der Hery-Park ein wichtiger Einzelhandels- und Gewerbestandort im Gersthofer Stadtgebiet. Aus dem ganzen Raum Augsburg zieht die Mischung von Märkten für Elektronik-, Kinder- und Freizeitartikel sowie für Möbel, Hobby und Lebensmittel Kundinnen und Kunden an. Ein neuer Investor will das Areal nun grundlegend umgestalten. Erste Pläne wurden am vergangenen Freitag in einer nicht öffentlichen Sitzung dem Gersthofer Stadtrat vom Investor, der Frankfurter Kintyre Investments GmbH, vorgestellt.

    In den vergangenen Jahren gab es schon wiederholt Vorstöße, den Hery-Park umzugestalten. So gab es zum Beispiel bereits konkrete Pläne, auf dem Areal am Bahnhof ein Hotel-Hochhaus zu errichten. Darin wollte die Roboter-Firma Kuka, die im benachbarten Kuka-Tower unter anderem ein Ausbildungs- und Schulungszentrum betrieb, Geschäftskunden unterbringen. Das Unternehmen zog sich dann aber abrupt komplett aus Gersthofen in seinen Stammsitz in Augsburg-Lechhausen zurück, als der Absatz eingebrochen war. Daraufhin wurden sämtliche Planungen für den Hotelbau eingestellt. 

    Potenziale des Gersthofer Hery-Parks nicht voll genutzt

    In einer nicht öffentlichen Stadtratssitzung wurden nun die ersten Pläne des neuen Investors für eine tiefgreifende Umgestaltung des Areals vorgestellt. Bürgermeister Michael Wörle sprach beim Bürgerempfang unverbindlich von einem anstehenden großen Projekt, schwieg sich auf weitere Anfrage unserer Redaktion zunächst aus. "Die Stärken des Hery-Parks sind ersichtlich, bisher werden die Potenziale der Fläche jedoch nicht voll genutzt", hieß es nun am Donnerstagnachmittag in einer Mitteilung der Stadt. "Daher gibt es jetzt Überlegungen zur Umgestaltung des Hery-Parks." 

    Der Investor, Kintyre Investments GmbH, arbeite derzeit gemeinsam mit der Stadt Gersthofen an einer zukunftsfähigen Lösung für das Areal. Es wird beabsichtigt, ein urbanes Gebiet mit verschiedenen Nutzungsbereichen zu schaffen. Nach Informationen unserer Zeitung ist deswegen eine umfassende Umgestaltung des Hery-Parks im Gespräch. Vor allem im heutigen Parkplatz werde eine nicht optimal genutzte, versiegelte Fläche gesehen. Zu den neuen "Nutzungsbereichen", die künftig dort angesiedelt werden sollen, gehört offenbar auch eine Wohnbebauung in diesem bisher rein gewerblich genutzten Bereich. 

    Gersthofen befasst sich schon länger mit dem Gewerbegebiet

    Die Planungsansätze des Investors wurden von den Stadträten und Stadträtinnen im Grundsatz positiv zur Kenntnis genommen. Schließlich überlegt die Stadt selbst schon seit einiger Zeit, wie das "Industriegebiet Gersthofen-West", also der Hery-Park und das nördlich davon gelegene Gewerbegebiet, zukunftsfähig weiterentwickelt werden soll. Um das Gebiet zwischen der Bahnlinie Augsburg - Donauwörth und der B17/B2 mittelfristig aufzuwerten, wurde eine "Städtebauliche Sanierungsmaßnahme" beschlossen. Diese gibt der Stadt die Möglichkeit, eine längerfristige Veränderungssperre zu erlassen und weitgehend selbst entscheiden zu können, wie das Gebiet künftig baulich entwickelt wird und welche "Bausünden" beseitigt werden sollen. Städteplaner des Büros Opla haben im Auftrag der Stadt daraufhin den Bestand auf Potenziale untersucht und im Februar 2022 erste Änderungsvorschläge gemacht. 

    Insgesamt summieren sich diesen Gutachtern zufolge die Stellplatzflächen zwischen B2 und Bahnlinie auf circa 15 bis 20 Hektar. Sie sollten anderweitig genutzt werden, so das Fazit, mehrgeschossige zentrale "Hubs" die Autos aufnehmen. Würden die Gebäudedächer mit Photovoltaik ausgestattet, könnten bis zu 4800 Haushalte mit Strom versorgt werden, so nur zwei der Anregungen. Viel Potenzial gebe es auf den Gewerbegebäuden auch für Gründächer. Mithilfe eines "Deckels" über der B2 könnte das Westliche Gebiet mit der Gersthofer Kernstadt auch über Fuß- und Radwege besser verbunden werden, war eine weitere Idee.

    Pläne für den Hery-Park: Stadträte wollen mit Vorsicht herangehen

    Das jetzt im Stadtrat von der Kintyre Investments GmbH neu vorgestellte erste Konzept beschränkt sich allerdings rein auf den Hery-Park, stößt aber in manchen Ansätzen ins gleiche Horn. Offenbar soll auch hier die Versiegelung der Fläche durch Parkplätze aufgebrochen werden. Die gezeigten Visualisierungen passten zur Stadt Gersthofen und seien eine Chance, war offenbar die überwiegende Meinung unter den Stadtratsmitgliedern. Einig war man sich allerdings darin, dass kein eigenständiger neuer Stadtteil entstehen soll, dass es noch viel Gesprächsbedarf gebe und eine sehr vorsichtige Betrachtungsweise der Pläne vonnöten sei. 

    Das Rathaus äußert sich bislang sehr vorsichtig, der Investor ließ eine Anfrage unbeantwortet. "Die Beratungen stehen bisher noch ganz am Anfang. Sobald es genauere Pläne für die Umgestaltung des Hery-Parks gibt, wird die Stadt dies bekannt geben." 

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden