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Maingründel: Die freie Luana-Schule aus Augsburg will nach Maingründel ziehen

Maingründel

Die freie Luana-Schule aus Augsburg will nach Maingründel ziehen

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    Das leer stehende Hotel Balnoor in Maingründel soll die Heimat der freien und demokratischen Luana-Schule werden. Doch noch gibt es einige Hürden zu meistern.
    Das leer stehende Hotel Balnoor in Maingründel soll die Heimat der freien und demokratischen Luana-Schule werden. Doch noch gibt es einige Hürden zu meistern. Foto: Marcus Merk

    Glücklich und zufrieden - das ist bei der Luana-Schule Augsburg Programm. Denn diese beiden Gefühlszustände beschreibt das hawaiianische Wort, das dem Schulprojekt seinen Namen gibt. So sollen die Kinder und Jugendlichen sein, die dort nach freien demokratischen und inklusiven Grundwerten unterrichtet werden, wünschen sich die Gründer. Der Haken an der Sache: Noch gibt es die Schule nicht, Gebäude und auch staatliche Anerkennung fehlen noch. Das soll sich ändern. Die Macher haben ein Gebäude in Maingründel bei Kutzenhausen im Blick.

    Freie und demokratische Schulen, die gibt es praktisch noch gar nicht in Bayern. Leo Selinger und Karl Geller vom Team der Schule in Gründung haben jetzt im Gemeinderat von Kutzenhausen informiert, wie das Konzept funktionieren soll. In wöchentlichen Schulversammlungen soll demokratisches Handeln eingeübt werden. "Dort werden alle für die Schule wichtigen Themen besprochen", so Leo Selinger. Schon früh könnten Kinder so erfahren, dass ihre Stimme zählt und sie Einfluss haben. Frei könnten sie dann entscheiden, mit welchen Fächern und Inhalten sie ihren Schultag füllen wollen. Ein Konzept, das vielleicht in der ersten Klasse noch mehr Unterstützung brauche, in das die Kinder aber hineinwüchsen, so sein Kollege Karl Gellner auf Nachfrage von Bürgermeister Andreas Weißenbrunner. Kinder mit besonderem Förderbedarf sollten in jener Gruppe lernen, wo sie gut im Stoff mitkämen, so das Konzept der Inklusion.

    Die Schule sollte zunächst in Großaitingen entstehen

    Bereits vor drei Jahren wollte die Augsburger Schule nach Großaitingen ziehen. Dort sollte ein Gebäude neu entstehen. Doch am Ende erwies sich, dass das Grundstück für ein Projekt dieser Art nicht geeignet war, berichtete Selinger auf Nachfrage von Zweitem Bürgermeister Rupert Kugelbrey. Nun soll es mit einem bereits bestehenden Gebäude klappen: Die Schule will zum Schuljahr 2023/24 mit dem Unterricht im ehemaligen Hotel Balnoor, vormals Landgasthof St. Leonhard, in Maingründel starten. Entsprechende Bauanträge für kleinere Umbauarbeiten, wie etwa neue Fenster, hat sie bereits bei der Gemeinde eingereicht. Eventuell müsste auch die Bushaltestelle in Richtung Augsburg aus Sicherheitsgründen verlegt werden.

    Nicht weit von Kutzenhausen entfernt gibt es in Dinkelscherben mit der Montessori-Schule ebenfalls eine Schule in freier Trägerschaft. Auf dem Bild ist  Schulleiterin Karin Rollenhagen zu sehen.
    Nicht weit von Kutzenhausen entfernt gibt es in Dinkelscherben mit der Montessori-Schule ebenfalls eine Schule in freier Trägerschaft. Auf dem Bild ist Schulleiterin Karin Rollenhagen zu sehen. Foto: Andreas Lode (Archivbild)

    Etwa 60 Kinder zu gleichen Teilen im Grund- und Mittelschulbereich sollen dann dort unterrichtet werden. Die Nachfrage aus Augsburg von Familien sowie auch von Lehrkräften sei groß und ausreichend, so Leo Selinger, der wie Karl Geller auch bereits als Lehrer arbeitet. Um das Projekt finanziell stemmen zu können, müssten die Familien pro Schulkind im Durchschnitt 250 Euro Schulgeld im Monat zahlen, ähnlich wie an einer Montessori-Schule. Und wie auch dort sind die Schulen in freier Trägerschaft verpflichtet, ihre Schülerinnen und Schüler auf den Übertritt auf eine staatliche Schule, etwa eine Realschule oder ein Gymnasium nach vier Schuljahren, oder auf externe Abschlussprüfungen vorzubereiten.

    Gemeinderat sieht einen positiven Effekt für die Gemeinde

    Eine weitere Schule im Ort, das wäre für die Gemeinde ein positiver Standortfaktor und nur von Vorteil für die Gemeinde, fand Gemeinderat Johannes Spatz. Wichtig für seine Kollegin Katja Wunderwald war, dass die Luana-Schule nichts mit den freien Schulen von Querdenkern und Corona-Leugnern zu tun hätte, wie Leo Selinger bestätigte. Vor allem Franz Bossek und Martin Mayr sahen jedoch ein ganz anderes Problem: das ausgewählte Gebäude an sich. "Das muss doch komplett saniert werden. Mit der alten Ölheizung ist das doch unbezahlbar", überlegte Bossek laut. Die Schule wird jedoch nicht Eigentümer, sondern Mieter in dem ehemaligen Hotel sein, das ab 2012 einige Jahre als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden war.

    Vor zehn Jahren hat der damalige Landgasthof St. Leonhard als Flüchtlingsunterkunft gedient.
    Vor zehn Jahren hat der damalige Landgasthof St. Leonhard als Flüchtlingsunterkunft gedient. Foto: Marcus Merk

    Und noch eine Hürde gibt es freilich: Die Schule hat noch keine staatliche Anerkennung, wie der Sprecher der Regierung von Schwaben, Karl-Heinz Meyer, bestätigt. Entsprechende Anträge für eine Grund- und Mittelschule seien im Mai bei der Regierung von Schwaben eingegangen und würden aktuell geprüft. Zwei Gründe hätten beim letzten Antrag 2019, als die Schule in Großaitingen eröffnet werden sollte, zu einer ablehnenden Haltung der Behörde geführt, berichtet er weiter: das fehlende besondere pädagogische Interesse an dieser Schulform und auch Zweifel daran, ob die Kinder und Jugendlichen in Grund- und Mittelschule am Ende ihrer Schulzeit gleichwertige Lernziele wie an öffentlichen Schulen erreichen könnten.

    Auch in Stadtbergen soll eine Schule gebaut werden

    Die Luana-Schule ist nicht die einzige Schule in freier Trägerschaft, die aktuell im Augsburger Land entstehen soll. In Stadtbergen laufen gerade Bodenuntersuchungen an der Panzerstraße. Dort soll eine Freie Waldorfschule entstehen. Zuvor hatte die Montessori-Schule aus Augsburg Interesse an dem Grundstück gezeigt.

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