Einfach mal loslaufen, dazu möchte Simon Engel auch andere Menschen motivieren. Er selbst absolviert seit ein paar Tagen einen Marathon nach dem anderen. Jeden Tag. Start war bei Schloss Neuschwanstein, das Ziel war die Veste Coburg in seiner Heimat in Franken. Neun Tage war der Kommunikationstechniker, der bei der Bundeswehr angestellt ist, dafür unterwegs. Eine spontane Übernachtungsstation fand er über Pfingsten bei Familie Kessler in Meitingen.
Für Engel, der am 22. Mai in Neuschwanstein startete, war es seine „bisher größte Herausforderung“ . Das Ziel des 29-Jährigen war die Veste Coburg. Zu seinen Eltern wären es dann noch acht Kilometer bis nach Rödental. Jeden Tag lief der Franke zwischen 38 und 42 Kilometer, also insgesamt etwa 380 Kilometer.
In Meitingen fand Simon Engel spontan eine Unterkunft
Sein Gepäck wog fünf Kilo und war komplett in seiner Weste verstaut: Zwei Getränkeflaschen, Handy, Ladekabel, Pflaster, Snacks, Zahnbürste, Seife, Magnesium, Faszienbälle, Sonnenbrille, Sonnencreme und ein Foto von seiner Freundin. In Meitingen war FC-Bayern-Fan nach einer Abkühlung im Lech und einer Nacht in TSV-1860-Bettwäsche am nächsten Morgen frisch gestärkt weiter gejoggt.
Seine Wechselklamotten hatte Engel zuvor bei Freunden deponiert. Viele Bekannte und die verfolgten sein Projekt unter smn ngl auf Instagram. Viermal kam er bei Freunden unter. Bei anderen Stationen wie in Meitingen und danach in Rögling (Donau-Ries), Röttenbach (nähe Georgensgmünd) und Hirschaid/ Eggolsheim wollte sich der Soldat überraschen lassen. Notfalls wollte an Haustüren nach einer Schlaf- und Duschgelegenheit fragen. Die Herzlichkeit der Menschen, denen er bislang begegnet war, habe ihn regelrecht beflügelt.
Die Idee zu seinem Projekt „HomeRun“ entstand während der Corona-Pandemie. Damals begann Engel mit seiner Schwester Karin zu joggen. Ende 2025 fand er eine Notiz über seinen „HomeRun“ und begann mit Ausdauer- und Krafttraining. Auch über seine Ernährung und den Zeitpunkt des Aufbruchs hat er sich Gedanken gemacht.
Der motivierende Läufer hat selbst einen Motivator
Engel will sich und anderen mit seiner Aktion zeigen, was mit Wille und Disziplin möglich ist und so andere motivieren. Wenn er selbst einen Durchhänger auf der Strecke hat, ruft er Patrick Vespaziani an. Der ehemalige Fallschirmjäger bei der Bundeswehr hat sein Kampfsport-Hobby zum Beruf gemacht und bestreitet in der Slowakei einen Mixed Martial Arts Kampf. Engel wird seine letzte Urlaubswoche in der Slowakei verbringen und dort mit seiner Freundin Vespaziani anfeuern.
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