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Tischtennis: Beim TTC Langweid rumort es

Tischtennis

Ärger um Neuzugang aus Russland: Zwei Spieler treten beim TTC Langweid zurück

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    Vitalija Venckute (links) und Melanie Merk peilen die Meisterschaft mit dem TTC Langweid an. Doch hinter den Kulissen brodelt es.
    Vitalija Venckute (links) und Melanie Merk peilen die Meisterschaft mit dem TTC Langweid an. Doch hinter den Kulissen brodelt es. Foto: Andreas Lode

    Während der Fasching in diesen Tagen seinem Höhepunkt entgegensteuert, ist beim TTC Langweid Schluss mit Lustig. Die Tischtennis-Frauen aus dem Lechtal greifen nach längerer Pause wieder ins Geschehen der 2. Bundesliga ein und bestreiten zwei eminent wichtige Heimspiele gegen den TTK Anröchte (Samstag, 16 Uhr) und den aktuellen Spitzenreiter MTV Engelbostel-Schulenburg (Sonntag, 11 Uhr). Nach dem Wechsel von Spitzenspielerin Veronika Matiunina zum Erstligisten TTC Weinheim hat man in Langweid die Mannschaft neu formiert, was innerhalb des Vereins zu einem gewaltigen Rumoren hinter den Kulissen geführt hat.

    Ukrainische Spitzenspieler verlassen den Verein

    Dass beim TTC Langweid der Haussegen schiefhängt, liegt daran, dass die Verpflichtung der Russin Aleksandra Bokova zu „größeren vereinsinternen Diskussionen geführt hat“, wie es Vorsitzender Alfons Biller formuliert. Am Ende des Tages haben schließlich die beiden ukrainischen Spitzenspieler der ersten Männermannschaft den Verein verlassen. Einer davon, Timur Carcevschi, ist stellvertretender Vorsitzender des Ukrainischen Vereins Augsburg und unterstützt als Mitarbeiter der help4help GmbH ukrainische Flüchtlinge auf dem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt.

    Neuzugang Aleksandra Bokova war bereits bei der deutschen Pokalmeisterschaft für den TTC Langweid im Einsatz. Nun feiert die Russin ihre Heimpremiere.
    Neuzugang Aleksandra Bokova war bereits bei der deutschen Pokalmeisterschaft für den TTC Langweid im Einsatz. Nun feiert die Russin ihre Heimpremiere. Foto: TTC Langweid

    Der andere ist Yuri Sandulenko, dessen Ehefrau Anja Farladanska bis zur vergangenen Saison noch für den TTC gespielt hat. „Wir haben sie nach dem Abgang von Veronika Matiunina als Erste gefragt, ob sie wieder zu uns zurückkommen will, doch sie hat abgesagt“, zeigt sich Biller enttäuscht. So musste er sich anderweitig umsehen und stieß über die Mutter von Deutschlands Tischtennis-Star Annett Kaufmann auf die 17-jährige Russin. „Sie wurde in einem Tischtennis-Internat in Moskau ausgebildet und will nun internationale Erfahrungen sammeln“, freut sich Alfons Biller auf die ersten Heimauftritte der Spielerin. Dass das solche Konflikte hervorrufen würde, war ihm nicht bewusst. Glücklicherweise hätten sich für die Männermannschaft, die in der Verbandsliga spielt, drei Nachwuchsspieler bereit erklärt, in die Bresche zu springen.

    Neben Aleksandra Bokova, die in den beiden Wochenendspielen zusammen mit Yang Ting, Melanie Merk und Vitalija Venckute antreten wird, taucht mit Mayuka Taira ein weiteres neues Gesicht im Team des TTC Langweid auf. Die Japanerin, die zuletzt in Spanien gespielt hat, wird an Nummer eins der Rangliste geführt. Ebenfalls neu ist die Spanierin Angela Rodriguez. Einen ersten Einsatz hat die Hongkong-Chinesin Hai Man Karen Lee bereits hinter sich.

    Alle Hände voll zu tun hatte Alfons Biller, der Vorsitzende des TTC Langweid, um eine schlagkräftige Mannschaft für den Saisonendspurt zusammenzustellen.
    Alle Hände voll zu tun hatte Alfons Biller, der Vorsitzende des TTC Langweid, um eine schlagkräftige Mannschaft für den Saisonendspurt zusammenzustellen. Foto: TTC Langweid

    Antrag beim DTTB wurde kommentarlos abgelehnt

    Größere Diskussionen innerhalb des Vereins gibt es auch bezüglich der Saisonziele. Schließlich könnte man mit einem Sieg im Topspiel gegen den Tabellenführer, der mit vier Minuspunkten belastet ist, am MTV Engelbostel-Schulenburg vorbeiziehen und den Aufstieg in die 1. Bundesliga anpeilen. „Dazu müssten wir aber auch die Infrastruktur verbessern“, gibt sich Alfons Biller im Gegensatz zu vielen anderen im Verein eher zurückhaltend und ist mit der Gesamtsituation derzeit nicht wirklich zufrieden. Dazu trägt auch bei, dass ein Antrag, den der TTC Langweid über den Verband beim Deutschen Tischtennis-Bund gestellt hat, kommentarlos abgelehnt wurde.

    Die Langweider hatten gefordert, dass jede Spielerin, die in der Bundesliga spielt, zusätzlich auch in einem anderen Land spielen darf, was in allen europäischen Ligen möglich ist und für Biller eine Art Wettbewerbsverzerrung darstellt. Noch ist Zeit. Bis April muss für die 1. Liga gemeldet werden. „Wenn wir die Mannschaft zusammenhalten, könnte es nächstes Jahr klappen“, sagt der TTC-Vorsitzende: „Aber jetzt versuchen wir erst einmal, Meister zu werden.“ Dazu wird man mitten im Fasching mit dem nötigen Ernst an die Sache herangehen.

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