1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Anwohner vermuten nach Vorfall: "Der Mörder ist zurückgekehrt"

Augsburg

10.01.2020

Anwohner vermuten nach Vorfall: "Der Mörder ist zurückgekehrt"

In dem Mehrfamilienhaus in der Provinostraße ist ein 46 Jahre alter Mann gewaltsam ums Leben gekommen.
Bild: Peter Fastl

Plus Der Tod eines 46-Jährigen in einem Hochhaus in der Provinostraße ist weiter ungeklärt. Was die Ermittler sagen und warum ein aktueller Vorfall die Anwohner verunsichert.

Der gewaltsame Tod eines 46 Jahre alten Mannes in einem Hochhaus in der Provinostraße gibt weiter Rätsel auf. Der oder die Täter wurden bisher nicht gefunden. Nicht jeder der Bewohner des neunstöckigen Hauses fühlt sich nach der Bluttat hier noch wohl. Zumal vorige Woche etwas Seltsames passiert sein soll.

Tötungsdelikt in Augsburg: Wohnung des Opfers mehrfach versiegelt

An der Tür der Wohnung, in der das Opfer laut einer Nachbarin zunächst mit seiner Frau, zuletzt aber alleine lebte, kleben mehrere Verschlusssiegel der Polizei. Manche von ihnen sind zerrissen. Die Ermittler waren noch mehrfach in der Wohnung in einem der obersten Stockwerke, offenbar hat sich dort auch die Spurensicherung wiederholt umgesehen. Laut Polizeisprecher Siegfried Hartmann bleibt die Wohnung bis auf Weiteres versiegelt.

Die Wohnungstür des Opfers ist inzwischen mehrfach von der Polizei versiegelt worden.
Bild: Ina Marks

„Die Kollegen wollen sich den Zutritt bewahren, falls sie noch mal nachschauen wollen. Es wohnt ja sonst auch niemand darin.“ Die Aufklärung des Verbrechens scheint knifflig zu sein. Matthias Nickolai, Sprecher der Staatsanwaltschaft, spricht von schwierigen und sehr komplexen Ermittlungen. „Bislang gibt es noch kein eindeutiges Ergebnis.“ Polizei und Staatsanwaltschaft halten sich bedeckt. Sie wollen kein Täterwissen preisgeben.

Anwohner vermuten nach Vorfall: "Der Mörder ist zurückgekehrt"

Es war der Sonntagmorgen des 8.Dezember, als der Bewohner mit russischem Hintergrund tot im Keller des Hochhauses gefunden wurde. In der Wohnanlage kursiert das Gerücht, dass er massive Verletzungen am Kopf gehabt haben soll. Die Leiche soll blutüberströmt gewesen sein. Davon zeugten Blutspuren, die noch zwei Tage nach dem Verbrechen im Treppenhaus und im Aufzug zu sehen waren.

Streit aus der Wohnung des Opfers

Eine Nachbarin hatte in der Nacht auf Sonntag einen lautstarken Streit aus der Wohnung des Opfers gehört. Es war nicht das erste Mal, wie sie unserer Redaktion erzählte. Deshalb habe sie auch keine Polizei gerufen. „Sie könne nicht jedes Mal den Notruf tätigen, sagte sie. Der Streit habe sich ins Treppenhaus verlagert. Sie habe nichts verstanden, da in fremder Sprache geschrien wurde. Nur einmal habe sie eine Frauenstimme vernommen, die „Hör auf jetzt“ rief.

Wer ist für den Tod des 46-Jährigen verantwortlich, der laut verschiedenen Anwohnern Drogen genommen haben soll? Die Kripo Augsburg hatte anfangs eine Ermittlungsgruppe mit 20 Beamten gebildet. Inzwischen, sagt Polizeisprecher Hartmann, sei die Zahl der Ermittler halbiert. In der Wohnanlage fühlt sich nicht jeder Bewohner mehr so wohl wie vor der Bluttat. Zumal vorige Woche auch noch eingebrochen wurde. Das erzählt ein weiterer Anwohner.

Im Hochhaus in der Provinostraße wurde wohl eingebrochen

Wie er berichtet, wurde in den Keller des Hochhauses eingebrochen, wo auch die Leiche des Mannes gefunden worden ist. „Mit einem Bolzenschneider wurden die Schlösser von fünf bis sechs Kellerabteilen aufgeknackt. Seltsamerweise wurde nichts gestohlen.“ Er und weitere Nachbarn hätten eine Vermutung: „Dass der Mörder zurückgekehrt ist und nach etwas gesucht hat.“

Unter den Bewohnern des Gebäudes in der Provinostraße gäbe es zwei Theorien, warum der Tote im Keller gefunden wurde, so der Mann weiter. „Entweder wurde er vom Täter dorthin gebracht oder er wollte durch den Keller zu seiner Mutter fliehen.“ Diese lebe nämlich in dem benachbarten Hochhaus. Beide Häuser sind durch den Keller miteinander verbunden.

Lesen Sie auch: Mann (46) tot aufgefunden: Nachbarin hörte zuvor Streit

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren