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Augsburg: Er ist der Mann, auf den sich die MAN-Mitarbeiter jetzt verlassen

Augsburg

Er ist der Mann, auf den sich die MAN-Mitarbeiter jetzt verlassen

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    „Zunächst einmal muss die Zahl 1800 vom Tisch“, fordert Michael Leppek von der IG Metall zum Jobabbau bei MAN Energy Solutions.  
    „Zunächst einmal muss die Zahl 1800 vom Tisch“, fordert Michael Leppek von der IG Metall zum Jobabbau bei MAN Energy Solutions.   Foto: Klaus Rainer Krieger

    Es gibt einen Ort, an dem ist Michael Leppek quasi nie erreichbar. Aber das ist – je nach dem, wie man es nimmt– kein schlechtes Zeichen. Der Ort ist sein Büro. Und ein Gewerkschaftschef, der selten in seinem Büro ist, verbringt viel Zeit bei denen, für die er sich einsetzt. In Leppeks Fall die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Schwaben. Dennoch: Ist ein Gewerkschaftschef viel unterwegs, betreut er vermutlich eine Region, in der nicht alles rund läuft. Zumindest auf Leppek trifft das zu. Denn aus der schwäbischen Metallindustrie kamen in den vergangenen Jahren immer mal wieder besorgniserregende Nachrichten.

    Schwäbischer IG-Metall-Chef Michael Leppek versucht immer sachlich zu verhandeln

    So baute etwa in jüngster Zeit der Augsburger Roboterbauer Kuka Stellen ab, der Flugzeugbauer Premium Areotec will das ebenfalls tun, Airbus Helicopters in Donauwörth ringt mit der Zentrale Frankreich um Aufträge, viele Autozulieferer in der Region leiden unter der Dieselkrise und der Verkehrswende. Der Lampenhersteller Ledvance hat seinen Augsburger Standort geschlossen und Fujitsu ebenfalls. Vor kurzem dann der nächste Schock: Die VW-Tochter MAN Energy Solutions wird ebenfalls Stellen streichen. 1800 Arbeitsplätze könnten es im schlimmsten Fall sein. Zu viel, findet Leppek und versucht deshalb gerade, mit dem MAN-Betriebsrat möglichst viele Jobs zu erhalten.

    Arbeitsreiche Zeiten also für den schwäbischen IG-Metall-Chef – der in solchen Krisenzeiten dann doch immer irgendwie zu sprechen ist. Oft am Handy. Oft, während er gerade im Auto von einem Termin zum nächsten fährt. Dann kann er ausführlich berichten über die Probleme der Luftfahrtbranche, der Automobilindustrie, die Sorgen der Beschäftigten.

    Seit sieben Jahren im Amt: Leppek wollte eigentlich gar nicht nach Augsburg

    Bei solchen Anlässen kann der Niedersachse auch mal emotional werden. Dann schimpft er auf die VW-Spitze. Oder klagt, dass die Airbus-Führung die Augsburger wie Mitarbeiter zweiter Klasse behandele. Aber normalerweise ist seine Art eher sachlich und ruhig. Sein Credo: hart in der Sache, freundlich im Umgang. Man müsse der Gegenseite ja nach den Verhandlungen noch in die Augen sehen können, findet Leppek. Und diese Strategie geht auf. Vielleicht, weil er als ausgebildeter Rettungsassistent ganz genau weiß, wie er in stressigen Situationen reagieren kann. Vielleicht auch, weil er die positiven Seiten des Wirtschaftsstandorts nicht aus den Augen verliert.

    Dabei wollte Leppek vor sieben Jahren – als er nach einem plötzlichen Rücktritt der damaligen Chefin zum Ersten Bevollmächtigten der schwäbischen IG Metall gewählt wurde– das Amt gar nicht unbedingt haben. „Muss das sein?“, habe sich der studierte Jurist gedacht. Wohnte er doch mit seiner Familie in München und hatte gerade einen Posten als politischer Sekretär bei der IG Metall Bayern begonnen. Doch es kam anders und inzwischen fühlt sich Leppek in Schwaben offenbar ganz wohl.

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