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Augsburg: Was bedeuten die neuen Corona-Rekordwerte für die Kliniken?

Augsburg

Was bedeuten die neuen Corona-Rekordwerte für die Kliniken?

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    Die Zahl der Corona-Infektionen im Raum Augsburg steigt weiter. Die Intensivstationen haben etwas Platz geschaffen durch das Verschieben von geplanten Eingriffen, doch wie lange das gutgeht, ist offen.
    Die Zahl der Corona-Infektionen im Raum Augsburg steigt weiter. Die Intensivstationen haben etwas Platz geschaffen durch das Verschieben von geplanten Eingriffen, doch wie lange das gutgeht, ist offen. Foto: Ulrich Wirth (Uniklinik)

    In Augsburg werden bei den täglich gemeldeten Neuinfektionen inzwischen Allzeit-Höchstwerte gemeldet. Mit 374 Neuinfektionen am Dienstag lag die Zahl so hoch wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Formell vermeldete die Stadt am Donnerstag mit 431 Fällen sogar noch mehr Neuinfektionen, allerdings spielten hier Nachmeldungen aus den Vortagen eine erhebliche Rolle.

    Der Inzidenzwert in Augsburg lag am Freitag bei 526,7. Binnen einer Woche stieg er damit noch einmal um mehr als 100, er ist allerdings noch ein gutes Stück von den Lockdown-Regionen im Südosten Bayerns mit Inzidenzen jenseits der 1000 entfernt. Die Intensivstationen müssen indes weiter mit einem starken Anstieg der Patientenzahlen rechnen.

    Corona in Augsburg: "Der Bedarf an Intensivbetten ist nach wie vor hoch"

    Auf den Intensivstationen in den regionalen Krankenhäusern wurde inzwischen durch den Stopp von aufschiebbaren Eingriffen seit dem vergangenen Wochenende und die Aktivierung letzter Reserven an einigen Häusern etwas mehr Luft geschaffen. Die Zahl der freien Intensivbetten in Augsburg stieg am Freitag auf 17. "Wie lange dieser Effekt den aufwachsenden Bedarf trägt, muss man sehen. Der Bedarf an Intensivbetten ist ja nach wie vor hoch mit steigender Tendenz", sagt Professor Axel Heller, der die Krankenhaus-Intensivbelegungen im Großraum Augsburg koordiniert.

    Nach Angaben der Stadt musste von den PCR-nachgewiesenen Fällen im Oktober ein Prozent auf die Intensivstation, insgesamt vier Prozent ins Krankenhaus. Auf die vergangenen sieben Tage gerechnet (laut Robert-Koch-Institut gab es in Augsburg 1558 gemeldete Neuinfektionen) wären dies 15 Patienten und Patientinnen aus dem Stadtgebiet, die in absehbarer Zeit Fälle für die Intensivstation werden. Hinzu kämen Erkrankte aus den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg, die mit höheren Inzidenzwerten konfrontiert sind.

    Uniklinik am Limit: Forderung nach Freigabe von bundesweiten Verlegungen

    Der Mediziner Heller gibt auch zu bedenken, dass man Intensivbetten nicht völlig flexibel mit Corona- oder Nicht-Corona-Patienten belegen könne. Nötig sei aus Gründen des Infektionsschutzes immer, getrennte Intensivbereiche zu bilden. Hier spielten bauliche Gegebenheiten eine Rolle. Heller erneuerte am Freitag seinen Appell an die Staatsregierung, die bundesweite Verlegung von Patienten und Patientinnen zu ermöglichen.

    Die Freigabe sei überfällig, weil die bayerischen Kapazitäten erschöpft seien. Er hoffe, dass die am Donnerstag beschlossenen Maßnahmen ausreichen, um die vierte Welle zu brechen. "Sehr viel mehr Umstrukturierungspotenzial haben wir nicht mehr", warnte Heller.

    Die steigenden Infektionszahlen und die Diskussion über eine Regelverschärfung scheinen bislang noch nicht zu einem Rückgang der Mobilität in Augsburg geführt zu haben. Das Robert-Koch-Institut wertet zusammen mit der Humboldt-Universität anhand von anonymen Handy-Bewegungsdaten bundesweit aus, in welchem Ausmaß Bürger und Bürgerinnen unterwegs sind. Demnach gab es in Augsburg in den vergangenen Wochen keine starken Schwankungen, wenn man von einer Delle durch die Herbstferien absieht. Allerdings scheint die Mobilität auch nach dem Ende der Lockdown-Maßnahmen im Frühjahr im Vergleich zu 2019 geringer geblieben zu sein. Dieser Effekt lässt sich auch in anderen Städten beobachten.

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