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Kommentar: Kanäle: Der Müll ist nur ein Problem

Kommentar

Kanäle: Der Müll ist nur ein Problem

Nicole Prestle
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    Das kilometerlange Netzwerk an Wasserkanälen ist Teil des Unesco-Welterbes.
    Das kilometerlange Netzwerk an Wasserkanälen ist Teil des Unesco-Welterbes. Foto: Martin Kluger

    Man muss Karl Ketterl dankbar sein, dass er nicht nur den Müll aus dem Rechen seines eigenen Kraftwerks fischt, sondern dass er allgemein für Augsburgs Kanäle kämpft. Vor allem wenn die Bäche abgelassen sind, fällt auf, wie viel Müll dort entsorgt wird - vom Wegwerfbecher über Fahrradschlösser bis hin zu Einkaufswagen. Verwunderlich ist andererseits, dass die Initiative von einer Privatperson ausgehen muss. Wäre es nicht längst Aufgabe der Stadt gewesen, das Problem anzugehen?

    Das über 150 Kilometer lange Netz an Wasserkanälen in Augsburg ist ein Grund, warum diese Stadt vor einem Jahr den Welterbetitel verliehen bekam. Die Verleihung wurde damals groß gefeiert. Seitdem scheint sich die Stadt auf dem Titel auszuruhen. Die Eröffnung der zentralen Anlaufstelle am Rathausplatz? Verschoben. Die Beschilderung der Welterbe-Denkmäler? In Krisenzeiten zu teuer. Eine anschauliche Präsentation des Titels irgendwo in der Stadt? Fehlanzeige. Es gibt nur ein paar Aufkleber im Schaufenster eines leerstehenden Kaufhauses.

    Die Pandemie hindert derzeit viele potenzielle Welterbe-Touristen an einem Besuch in Augsburg. Doch irgendwann wird das Interesse wieder da sein. Es wäre schön, wenn die Stadt sich dieses Themas dann schon mit etwas mehr Verve angenommen hätte. Vielleicht kann ja Augsburgs neuer Kulturreferent, in dessen Bereich diese Aufgabe fällt, hier kreative Impulse setzen.

    Lesen Sie den zugehörigen Artikel: Dieser Mann sagt dem Plastik in Augsburgs Kanälen den Kampf an

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