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Kommentar: Sanierung des Theaters: Augsburg kann sich das nicht leisten

Kommentar

Sanierung des Theaters: Augsburg kann sich das nicht leisten

Jörg Heinzle
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    Das Augsburger Theater.
    Das Augsburger Theater. Foto: Klaus Rainer Krieger

    Dass die Kostenprognosen für die Sanierung des Theaters förmlich explodieren, ist ein großes Problem. Ein Problem ist aber auch: Die Stadtregierung hat die Risiken des Projekts in den vergangenen Jahren runtergespielt. Kritiker wurden fast schon verächtlich gemacht. Als die Fraktion von Pro Augsburg vor vier Jahren wissen wollte, was die Stadt tun werde, wenn die Kosten auf 250 bis 300 Millionen Euro steigen, sprach Eva Weber von „abstrusen Zahlen“. Die heutige Oberbürgermeisterin war da Finanz- und Wirtschaftsreferentin. Sie verwies darauf, die Stadt habe „belastbare Zahlen“ von den Architekten erhalten.

    Theater: An der Stadt Augsburg bleiben mehr als 100 Millionen Euro hängen

    Wie belastbar sie waren, zeigt sich jetzt: Inzwischen geht auch die Stadt davon aus, dass die Kosten für die Theatersanierung auf bis 321 Millionen Euro steigen könnten. Und selbst für diese Obergrenze will niemand garantieren. Baureferent Gerd Merkle betont zwar, die neuesten Prognosen seien sehr solide. Man will es auch gerne glauben. Doch nach dieser Vorgeschichte fällt einem das schwer.

    Das Projekt war von Anfang an eine Belastung für die Stadtfinanzen, auch wenn es mit Hilfe der Kreditfinanzierung stemmbar erschien und der Freistaat großzügig fördert. An der Stadt werden nun weit über 100 Millionen Euro an Kosten hängen bleiben. Man muss sich keine Illusionen machen: Geld, das zusätzlich ins Theater fließt, wird an anderer Stelle fehlen. Deshalb ist es auch nicht ungebührlich, die Kosten fürs Theater und für Schulsanierungen nebeneinander zu stellen. In Krisenzeiten wie jetzt gilt es umso mehr, auf die Ausgaben zu schauen. Von jeder Firma und jeder Privatperson erwartet man das auch.

    Schwarz-Grün im Rathaus scheint den Kurs „Augen zu und durch“ zu verfolgen. Das Vorgehen erinnert ein wenig an ein kleines Kind, das angesichts eines Unglücks die Augen verschließt und hofft, es möge rasch vorübergehen. Klar ist: Augsburg braucht ein Theater, in dem auf hohem Niveau Kultur stattfindet. Alles andere kann man hinterfragen. Vor allem, wie viel Geld man in Beton, Stahl und Glas versenken will. Der Stadtrat sollte dafür stimmen, die Pläne auf Eis zu legen, neu nachzudenken – und öffentlich zu debattieren. Eines sollte die Politik gelernt haben: Nichts darf alternativlos sein.

    Lesen Sie den zugehörigen Artikel: Umbau des Augsburger Theaters: Wie können Kosten so aus dem Ruder laufen? und den Kommentar pro Theatersanierung: Sanierung des Theaters: Augsburg muss sich das leisten

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