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Polizistenmord Augsburg: Liveticker vom Prozess: Angeklagter beschimpft Staatsanwalt

Polizistenmord Augsburg

Liveticker vom Prozess: Angeklagter beschimpft Staatsanwalt

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    Die beiden im Polizistenmord angeklagten Brüder treffen im Gerichtssaal aufeinander.
    Die beiden im Polizistenmord angeklagten Brüder treffen im Gerichtssaal aufeinander. Foto: Ulrich Wagner

    Wir berichten weiter: Einschätzungen, Bilder und Video

    11 Uhr: Wir beenden nun unseren Liveticker aus dem Gerichtssaal. Die Berichterstattung zum Prozessauftakt um den Augsburger Polizistenmord geht natürlich weiter in den nächsten Stunden - unter anderem mit aktuellen Bildern und einem Video. 

    Das Fazit: Ein Angeklagter auf Konfrontation, sein Bruder resigniert

    10.55 Uhr: Unser Fazit des ersten Prozesstages. Rudi R. ist offenbar ganz auf Konfrontationskurs zu Staatsanwaltschaft und Gericht. Sein Bruder dagegen scheint resigniert und angeschlagen. Dass beide sich nicht äußern würden, war zwar erwartet worden, macht die Verhandlung aber nicht leichter. Ganz im Gegenteil: Auf das Augsburger Schwurgericht kommt eine Menge Arbeit zu in den nächsten Monaten.   

    Gericht beschließt ersten Prozesstag

    10.49 Uhr: Das war es. Richter Wiesner beendet den ersten Prozesstag um den Polizistenmord von Augsburg. Die USK-Beamten stehen auf, führen die beiden Angeklagten nacheinander durch die kleine Tür aus dem Gerichtssaal.

    Raimund M. will nichts sagen, Rudi R. spricht von "Märchen"

    10.47 Uhr: Die Anklage ist verlesen. Richter Wiesner fragt die Brüder, ob sie sich zu den Vorwürfen äußern wollen. M. will zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen. R. auch nicht, so sein Anwalt. Dann ergreift Rudi R. selbst das Wort. "Es ist müßig, auf diese Grimms Märchen zu reagieren", sagt er.

    Angeklagte hatten riesiges Waffenarsenal

    10.44 Uhr: Dischinger zufolge hatten die beiden Brüder ein gigantisches Waffenarsenal: Kalaschnikov-Gewehre, mehrere Maschinenpistolen vom Typ Uzi und Ceska Skorpion, Pistolen und Revolver, neun Handgranaten, Elektroschocker und Springmesser wurden von Beamten entdeckt.  Dazu DNA-Vernichtungsmittel, ausziehbare Schlagstöcke und Schalldämpfer.

    Staatsanwalt: Angeklagte haben Hass auf den Staat

    10.40 Uhr: Die Angeklagten hätten aus Hass auf den Staat gehandelt, sagt Dischinger. Weil sie eine Straftat verdecken wollten - und sie hätten die Arg- und Wehrlosigkeit der Polizisten ausgenutzt. Vieth habe nicht mit einem Schusswaffeneinsatz gerechnet. Daher sei er ohne Deckung auf die beiden Täter zugegangen.

    Sieben Schüsse töteten Mathias Vieth

    10.39 Uhr: Die Verlesung der Anklage geht weiter. Dischinger berichtet, dass Polizist Mathias Vieth in jener Nacht von sieben Schüssen getroffen und getötet wurde. Seine Kollegin erlitt eine leichte Verletzung an der Hüfte.

    Rudi R. tut unbeteiligt, lacht empört auf

    10.31 Uhr: Rudi R. stellt sein Namensschild weg, sodass man es nicht mehr lesen kann. Er tut völlig unbeteiligt, mustert die Decke des Saals, fingert sich an den Füßen herum, dreht sich im Stuhl hin und her. Einmal schüttelt er den Kopf, als der Staatsanwalt vorliest, dass er jemanden bei einem Raubüberfall mit einem Messer gestochen habe. Er flüstert seinem Anwalt etwas zu, lacht kurz empört auf.

    Anklage: Brüder wollten Straftat begehen, als die Polizisten kamen

    10.28 Uhr: Die Anklage geht davon aus, dass sich die beiden Brüder an jenem 28.10.2011 mit einem Auto und einem gestohlenen Motorrad am Kuhsee trafen, um dann eine Straftat zu begehen. Sie hätten zwei Kalaschnikov-Gewehre und zwei Pistolen von Typ Tokarev dabei gehabt. Dann wurden sie von den zwei Streifenpolizisten überrascht, die sie kontrollieren wollten. Wenig später sei es dann nach einer Verfolgungsfahrt im Wald zu der tödlichen Schießerei gekommen.

    Staatsanwalt verliest die Anklageschrift

    10.25 Uhr: Jetzt verliest Staatsanwalt Dischinger die Anklageschrift. Die Ermittler werfen den beiden Brüdern gemeinschaftlichen Mord an Mathias Vieth und versuchten Mord an seiner Kollegin vor. Dazu kommen Widerstand, Besitz von Kriegswaffen und vier schwere Raubüberfälle.

    Gericht: Fußfesseln bleiben dran

    10.20 Uhr: Das Gericht lehnt den Antrag der Verteidigung ab. Rudi R. muss weiter Fußfesseln tragen. Es bestehe eine "konkrete Gefährdungslage" wegen Fluchtbemühungen, sagt Richter Wiesner.

    Angeklagte kommen zurück in den Saal - Rudi R. spricht mit Journalistin

    10.18 Uhr: Rudi R. wird zurück in den Saal geführt, er lächelt wieder. "Wieso wollen Sie die Fußfesseln abhaben?", fragt ihn eine Journalistin. "Wir leben in einer Demokratie", sagt Rudi R. "Was sagen Sie zu den Vorwürfen?", fragt ihn die Kollegin. R. überlegt eine Weile, dann sagt er: "Die Argumentation meines Anwalts war doch klar genug." Und weiter: "Faschismus hat in diesem Staat ja Tradition, besonders in Bayern".

    Polizistenmord Augsburg: eine Rekonstruktion im Video

    10.14 Uhr: Während wir auf das Gericht warten, ein Hinweis: Kollege Jörg Heinzle und unser Videoteam waren noch einmal am Tatort und haben das schreckliche Verbrechen im Augsburger Siebentischwald rekonstruiert. Das Video gibt es hier zu sehen.

    Rudi R. beschimpft Staatsanwalt als "Drecksack"

    10.06 Uhr: Das passt ins Bild: Rudi R. hat Staatsanwalt Dischinger leise aber durchaus vernehmlich als "Drecksack" beschimpft, als der sich vorhin weiter für Fussfesseln aussprach. Das wurde uns hier von Zeugen gerade noch einmal bestätigt. 

    Warten im Saal auf die Entscheidung der Richter

    09.56 Uhr: Noch heißt es hier Warten im Schwurgerichtssaal. Die Richter werden wohl so in fünf bis zehn Minuten zurückkommen und ihre Entscheidung verkünden. Danach sollte dann wohl die Anklageschrift verlesen werden. 

    Sondereinheiten der Polizei bewachen Angeklagte

    09.50 Uhr: Im Gerichtssaal bewacht werden Raimund M. und Rudi R. von mehreren Beamten des Unterstützungskommandos (USK) der bayerischen Polizei. Diese Beamten sind besonders ausgebildet.

    Rudi R: Voll auf Konfrontation

    09.38 Uhr: Die Rollen in diesem Verfahren scheinen klar verteilt. Raimund M. ist offensichtlich gesundheitlich schwer angeschlagen, emotional aufgewühlt. Sein Bruder Rudi R. dagegen geht von der ersten Minute an voll auf Konfrontation mit dem Gericht. Mit süffisantem Lächeln, fast überheblich blickt er in die Kameras und zu den Richtern, als er wieder in den Keller geführt wird. Das Gericht will etwa 30 Minuten lang beraten, ob Rudi R. die Fußfesseln abgenommen werden.

    Die entscheidende Frage: Wie gefährlich sind diese Angeklagten?

    Der Polizistenmord in Augsburg - der tragische Fall in Bildern

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    34 Bilder
    Im Oktober 2011 wurde der Augsburger Polizeibeamte Mathias Vieth im Dienst erschossen. Die beiden Täter werden später verurteilt.

    09.30 Uhr: Die Frage ist natürlich: Wie gefährlich sind diese beiden Angeklagten? Vor allem Rudi R. wird von den Ermittlungsbehörden als höchst gefährlich eingestuft. In seiner Zelle war eine selbstgebaute Waffe entdeckt worden, zudem gab es ja offenbar Hinweise, dass er einen Richter als Geisel nehmen wollte.

    Die erste Unterbrechung: Richter beraten über Fesselung

    09.29 Uhr: Das hat ja nicht lange gedauert. Kaum hat der Prozess um den Polizistenmord in Augsburg begonnen, schon wird er kurz unterbrochen. Die Richter ziehen sich zurück und beraten über den Antrag, dass Rudi R. die Fußfesseln abgenommen werden sollen. Die Staatsanwaltschaft ist übrigens dagegen.

    Rudi R. beschwert sich

    09.27 Uhr: Rudi R. spricht laut - und beschwert sich gleich einmal. Er lege keinen Wert auf Kommentare, solange er so behandelt werde wie zuletzt, etwa durch die strenge Einzelhaft. Er will ansonsten keine Angaben machen. Sein Verteidiger beantragt, dass Rudi R. die Fußfesseln abgenommen werden sollen.

    Raimund M. nennt seine Personalien

    09.25 Uhr: Christoph Wiesner fragt die Personalien der Angeklagten ab. Raimund M. gibt seine Daten an, antwortet leise auf die Fragen des Richters, man hört ihn schlecht. Sein Bruder schaut dabei unbewegt zur Seite.

    Die Angeklagten bekommen die Handschellen abgenommen

    Der Mord am Augsburger Polizisten Mathias Vieth

    Der Augsburger Polizeibeamte Mathias Vieth wird am frühen Morgen des 28. Oktober 2011 im Augsburger Siebentischwald von unbekannten Tätern erschossen.

    Der Streifenbeamte und seine Kollegin wollen an diesem Freitagmorgen gegen drei Uhr auf einem Parkplatz am Augsburger Kuhsee ein Motorrad mit zwei Männern kontrollieren.

    Die beiden Verdächtigen flüchten sofort in den nahen Siebentischwald, die Beamten nehmen mit ihrem Streifenwagen die Verfolgung auf.

    Im Wald stürzen die Motorradfahrer. Dann kommt es zu einem Schusswechsel zwischen Beamten und Tätern. Der 41-jährige Polizeibeamte wird trotz Schutzweste tödlich am Hals getroffen, seine Kollegin durch einen Schuss an der Hüfte verletzt.

    Die Täter flüchten. Eine anschließende Großfahndung, an der sich mehrere hundert Polizeibeamte beteiligen, bleibt ohne Erfolg.

    Die Augsburger Polizei richtet noch am gleichen Tag eine Sonderkommission ein. Der Soko "Spickel", benannt nach dem Augsburger Stadtteil, in dem die Tat geschah, gehören zunächst 40 Beamte an.

    Zwei Tage nach dem Polizistenmord geben die Ermittler bekannt, dass das Motorrad der beiden Täter in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober 2011 im Stadtgebiet von Ingolstadt gestohlen worden war. Dabei wurde die rund 15 Jahre alte Honda kurzgeschlossen.

    Drei Tage nach dem tödlichen Schusswechsel rückt die Polizei erneut mit einem Großaufgebot im Augsburger Spickel an. Taucher von Polizei und Feuerwehr suchen in den Kanustrecken des Eiskanals nach Gegenständen.

    Am 3. November wird Mathias Vieth bestattet. Am gleichen Tag stockt die Polizei die Soko "Spickel" auf 50 Beamte auf. Zugleich wird die Belohnung, die zur Aufklärung des Polizistenmordes ausgesetzt ist, auf 10.000 Euro erhöht.

    Ein Abgleich von DNA-Spuren, die am Tatort gesichert werden konnten, mit der bundesweiten DNA-Datenbank ergibt laut Polizei keinen Treffer.

    Am 7. November findet im Augsburger Dom die offizielle Trauerfeier für Mathias Vieth statt. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nimmt an ihr teilt.

    Zehn Tage nach dem Augsburger Polizistenmord greift die Sendung "Aktenzeichen XY" den Fall auf. Zwar gehen daraufhin mehrere Hinweise ein, eine heiße Spur ist aber nicht darunter.

    Dezember 2011: Die Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, wird auf insgesamt 100.000 Euro erhöht.

    Am 29. Dezember 2011 nimmt die Polizei in Augsburg und Friedberg zwei Verdächtige fest. Es handelt sich um die Brüder Rudi R. (56) und Raimund M. (58). Schnell wird bekannt: Der Jüngere hat bereits 1975 einen Augsburger Polizisten erschossen.

    Nach der Festnahme entdecken die Fahnder etliche Waffen und auch Sprengstoff. Belastet wird einer der Verdächtigen durch DNA-Spuren, die am Tatort gefunden wurden.

    Auf die Spur der beiden Männer kamen die Ermittler über ein Fahrzeug. Der Wagen war in Tatortnähe beobachtet worden. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass die beiden Brüder des Öfteren mit diesem Wagen unterwegs waren.

    Mitte Januar ergeht auch Haftbefehl gegen die Tochter von Raimund M.. Bei ihr wurden Anfang Januar drei Schnellfeuergewehre und acht Handgranaten gefunden, die ihr Vater und dessen Bruder Rudi R. versteckt haben sollen.

    Im Juli 2012 wird die Tochter von Raimund M. verurteilt. Das Gericht spricht sie wegen Verstößen gegen das Waffen- und Kriegswaffengesetz, wegen Geldwäsche, Hehlerei und Diebstahl schuldig.

    August 2012 Die Augsburger Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen die Brüder Raimund M., 60, und Rudi R., 58, wegen Mordes am Polizisten Mathias Vieth. Außerdem listet die Anklage fünf Raubüberfälle auf.

    Es zeichnet sich ein Mammutprozess ab. Das Landgericht Augsburg setzt mehr als 49 Verhandlungstage an.

    21. Februar 2013: Der Mordprozess gegen die Brüder beginnt unter großen Sicherheitsvorkehrungen - und mit einem Eklat. Rudi R. beschimpft den Staatsanwalt als "Drecksack".

    August 2013: Das Gericht hat den Mordkomplex abgearbeitet und beginnt mit der Beweisaufnahme zu den Raubüberfällen. Viele Beobachter rechnen mit einem Mordurteil.

    September 2013: Ein Gutachter stellt fest, dass sich M.s Gesundheitszustand nach 15-monatiger Isolationshaft so verschlechtert hat, dass er verhandlungsunfähig ist.

    November 2013: Das Gericht setzt den Prozess gegen M. aus. Er bleibt vorerst in Haft. Gegen seinen Bruder Rudi R. wird normal weiterverhandelt.

    Februar 2014: Rudi R. wird zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht sieht bei ihm eine besondere Schwere der Schuld und ordnet die anschließende Sicherungsverwahrung an.

    September 2014: Der neue Prozess gegen Raimund M. beginnt.

    Februar 2015: Der Bundesgerichtshof bestätigt das Augsburger Urteil gegen Rudolf R.

    09.18 Uhr: Raimund M sieht tatsächlich krank aus. Er trägt einen dunkelgrauen Anzug mit blauem Hemd. Als er seinen Bruder ansieht, hat er Tränen in den Augen. Rudi R. sieht jünger aus als sein Bruder, gesünder. Er blickt recht teilnahmslos, hat fast so etwas wie ein selbstgefälliges Lächeln auf den Lippen. Beide bekommen die Handschellen abgenommen.

    Das Gericht eröffnet die Verhandlung

    09.16 Uhr: Christoph Wiesner, Vorsitzender des Augsburger Schwurgerichts, eröffnet nun die Hauptverhandlung. Die Journalisten werden aufgefordert, das Fotografieren und Filmen einzustellen.

    Auch der zweite Angeklagte betritt den Saal

    09.14 Uhr: Nun wird auch Raimund M. in den Saal gebracht. Er trägt keine Anstaltskleidung. Und seine Hand zittert deutlich sichtbar. Raimund M. ist kreidebleich, er leidet seit Jahren an Parkinson. Für seine Verteidiger wird dies ein starkes Argument sein: Wie kann ein schwer an Parkinson erkrankter, zitternder Mann einen Polizisten erschießen?  

    Mathias Vieths Kollegin hat Tränen in den Augen

    09.12 Uhr: Der Anblick des mutmaßlichen Mörders geht Mathias Vieths Kollegin emotional sehr nah. Sie hat Tränen in den Augen, als sie den Mann zum ersten Mal sieht. Ihre Anwältin drückt ihr tröstend die Hand.

    Angeklagter gefesselt im Gerichtssaal

    09.10 Uhr: Vorne rechts neben der Richterbank öffnet sich eine schmale Tür. Justizbeamte führen Rudi R. in den Saal. Er trägt blaue Anstaltskleidung, Handschellen und Fußfesseln. Sechs Beamte begleiten ihn.

    Prozessbeginn verzögert sich

    09.06 Uhr: Gespanntes Warten im vollen Saal. Noch immer sind die Angeklagten nicht hier.

    Gerichtssaal zu - Warten auf die Angeklagten

    08.59 Uhr: Die Türen des Schwurgerichtssaals sind jetzt zu. Die Zuschauer hier unterhalten sich noch leise.  Alle warten darauf, dass die Angeklagten hereingeführt werden. Die Staatsanwälte Beate Schauer und Hans-Peter Dischinger sind ebenfalls bereits hier.

    Angeschossene Polizistin ist jetzt da

    08.55 Uhr: Auch die Polizistin, die damals mit Mathias Vieth im Einsatz war und von den Tätern angeschossen wurde, ist jetzt im Saal. Die dunkelhaarige Frau mit ihrem schwarzen Oberteil macht einen gefassten Eindruck, spricht ruhig mit ihrer Anwältin Marion Zech. Beide sitzen als Nebenkläger links im Gerichtssaal - gegenüber der Anklagebank.

    Gerichtsaal ist voll - 30 Besucher müssen draußen bleiben

    08.53 Uhr: Der Schwurgerichtssaal ist jetzt voll. Etwa 30 Besucherstehen noch draußen und dürfen nicht mehr hinein.

    Witwe von Mathias Vieth bittet um Ruhe und Privatheit

    08.51 Uhr: Rubach hat ein schriftliches Statement von Mathias Vieths Witwe dabei. Darin bittet sie - wohl vor allem die Medien - darum, dass die Familie in Ruhe und Privatheit die Trauer bewältigen darf. Der Prozess sei eine schwere Belastung für sie, die Kinder und alle Verwandten Vieths.

    Stellen Verteidiger einen Befangenheitsantrag?

    08.48 Uhr: Stellen die Verteidiger nachher einen Befangenheitsantrag gegen das Gericht? "Ich bin gespannt, ob sie das tun werden und welche Argumente sie dafür vorbringen", sagt Nebenklagevertreter Walter Rubach. 

    Waffenarsenale entdeckt

    08.45 Uhr: Während Hausdurchsuchungen bei Verwandten der beiden Angeklagten waren übrigens regelrechte Waffenarsenale mit Handgranaten und Schnellfeuergewehren gefunden worden. Ob die Tatwaffe auch darunter war, konnte aber nicht genau geklärt werden. 

    Auf das Gericht wartet ein schwieriger Prozess

    08.42 Uhr: Alle Beobachter hier gehen von einem schwierigen und zähen Verfahren aus - weil die Angeklagten  schweigen - und weil es keinen Zeugen gibt, der die beiden bei der Tat identifiziert hätte. Das Schwurgericht muss sich deshalb aus Indizien und Gutachten ein Bild von der Schuld oder Unschuld der zwei Angeklagten machen.

    Zahlreiche Journalisten vor Ort

    08.33 Uhr: An der Absperrung vor der Richterbank drängen sich jetzt die Journalisten. Allein zwölf oder 14 Kamerateams stehen hier dicht gedrängt nebeneinander. Alle wollen natürlich die Bilder haben, wenn die Angeklagten in den Saal geführt werden - vermutlich in Fußfesseln.  

    Schwurgerichtssaal jetzt geöffnet - Angeklagte noch nicht da

    08.25 Uhr: Ein Wachtmeister hat jetzt den Schwurgerichtssaal geöffnet. Rund 120 Zuschauer passen hier herein, wenn er voll ist. Die Angeklagten sind noch nicht im Saal. Dafür nehmen jetzt auch Adam Ahmed und Werner Ruisinger vorne rechts auf den Verteidigerplätzen Platz. Sie verteidigen Raimund M.

    Ein erfahrener Richter leitet den Prozess

    08.22 Uhr: Vorsitzender des Augsburger Schwurgerichts ist Christoph Wiesner. Er war lange Staatsanwalt und hat in dieser Zeit Aufsehen erregende Prozesse gemeistert wie das Steuerhinterziehungsverfahren gegen Politikersohn Max Strauß und das erste Strafverfahren gegen Ex-Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls.

    Nebenklagevertreter eingetroffen

    08.18 Uhr: Auch Nebenklagevertreter Walter Rubach und der psychiatrische Gutachter Ralph-Michael Schulte sind jetzt da.

    Angeklagte schon in der Früh gebracht

    08.16 Uhr: Die beiden Angeklagten waren schon am frühen Morgen ins Strafjustizzentrum gebracht worden. Der eine aus der JVA Straubing, der andere aus Landshut. Beide sitzen jetzt getrennt voneinander in Zellen im Keller des Gerichts.

    Verteidiger betreten den Gerichtssaal

    08.12 Uhr: Soeben betreten, vorbei an den wartenden Journalisten, die ersten Prozessbeteiligten den Schwurgerichtssaal: Es sind Kai Wagler und Markus Meißner, die Verteidiger von Rudi R.

    Mathias Vieths Witwe kommt nicht zum Prozess

    08.10 Uhr: Der ermordete Mathias Vieth hinterließ eine Frau und zwei Kinder. Die Witwe will selbst nicht am Prozess teilnehmen. Der Augsburger Rechtsanwalt Walter Rubach vertritt sie im Gerichtssaal als Nebenkläger.

    Alle warten auf die Angeklagten

    08.06 Uhr: Umso spannender, wie die beiden Angeklagten sich geben werden. Eiskalt und unberührt? Oder doch emotional berührt? Immerhin müssen beide damit rechnen, dass sie im Fall eines Schuldspruchs bis zu ihrem Lebensende hinter Gittern bleiben. Die größte Überraschung wäre, würden sich die beiden zu den schweren Vorwürfen äußern.

    Der erste Prozesstag könnte schnell vorbei sein

    Der Mord am Augsburger Polizisten Mathias Vieth

    Der Augsburger Polizeibeamte Mathias Vieth wird am frühen Morgen des 28. Oktober 2011 im Augsburger Siebentischwald von unbekannten Tätern erschossen.

    Der Streifenbeamte und seine Kollegin wollen an diesem Freitagmorgen gegen drei Uhr auf einem Parkplatz am Augsburger Kuhsee ein Motorrad mit zwei Männern kontrollieren.

    Die beiden Verdächtigen flüchten sofort in den nahen Siebentischwald, die Beamten nehmen mit ihrem Streifenwagen die Verfolgung auf.

    Im Wald stürzen die Motorradfahrer. Dann kommt es zu einem Schusswechsel zwischen Beamten und Tätern. Der 41-jährige Polizeibeamte wird trotz Schutzweste tödlich am Hals getroffen, seine Kollegin durch einen Schuss an der Hüfte verletzt.

    Die Täter flüchten. Eine anschließende Großfahndung, an der sich mehrere hundert Polizeibeamte beteiligen, bleibt ohne Erfolg.

    Die Augsburger Polizei richtet noch am gleichen Tag eine Sonderkommission ein. Der Soko "Spickel", benannt nach dem Augsburger Stadtteil, in dem die Tat geschah, gehören zunächst 40 Beamte an.

    Zwei Tage nach dem Polizistenmord geben die Ermittler bekannt, dass das Motorrad der beiden Täter in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober 2011 im Stadtgebiet von Ingolstadt gestohlen worden war. Dabei wurde die rund 15 Jahre alte Honda kurzgeschlossen.

    Drei Tage nach dem tödlichen Schusswechsel rückt die Polizei erneut mit einem Großaufgebot im Augsburger Spickel an. Taucher von Polizei und Feuerwehr suchen in den Kanustrecken des Eiskanals nach Gegenständen.

    Am 3. November wird Mathias Vieth bestattet. Am gleichen Tag stockt die Polizei die Soko "Spickel" auf 50 Beamte auf. Zugleich wird die Belohnung, die zur Aufklärung des Polizistenmordes ausgesetzt ist, auf 10.000 Euro erhöht.

    Ein Abgleich von DNA-Spuren, die am Tatort gesichert werden konnten, mit der bundesweiten DNA-Datenbank ergibt laut Polizei keinen Treffer.

    Am 7. November findet im Augsburger Dom die offizielle Trauerfeier für Mathias Vieth statt. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nimmt an ihr teilt.

    Zehn Tage nach dem Augsburger Polizistenmord greift die Sendung "Aktenzeichen XY" den Fall auf. Zwar gehen daraufhin mehrere Hinweise ein, eine heiße Spur ist aber nicht darunter.

    Dezember 2011: Die Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, wird auf insgesamt 100.000 Euro erhöht.

    Am 29. Dezember 2011 nimmt die Polizei in Augsburg und Friedberg zwei Verdächtige fest. Es handelt sich um die Brüder Rudi R. (56) und Raimund M. (58). Schnell wird bekannt: Der Jüngere hat bereits 1975 einen Augsburger Polizisten erschossen.

    Nach der Festnahme entdecken die Fahnder etliche Waffen und auch Sprengstoff. Belastet wird einer der Verdächtigen durch DNA-Spuren, die am Tatort gefunden wurden.

    Auf die Spur der beiden Männer kamen die Ermittler über ein Fahrzeug. Der Wagen war in Tatortnähe beobachtet worden. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass die beiden Brüder des Öfteren mit diesem Wagen unterwegs waren.

    Mitte Januar ergeht auch Haftbefehl gegen die Tochter von Raimund M.. Bei ihr wurden Anfang Januar drei Schnellfeuergewehre und acht Handgranaten gefunden, die ihr Vater und dessen Bruder Rudi R. versteckt haben sollen.

    Im Juli 2012 wird die Tochter von Raimund M. verurteilt. Das Gericht spricht sie wegen Verstößen gegen das Waffen- und Kriegswaffengesetz, wegen Geldwäsche, Hehlerei und Diebstahl schuldig.

    August 2012 Die Augsburger Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen die Brüder Raimund M., 60, und Rudi R., 58, wegen Mordes am Polizisten Mathias Vieth. Außerdem listet die Anklage fünf Raubüberfälle auf.

    Es zeichnet sich ein Mammutprozess ab. Das Landgericht Augsburg setzt mehr als 49 Verhandlungstage an.

    21. Februar 2013: Der Mordprozess gegen die Brüder beginnt unter großen Sicherheitsvorkehrungen - und mit einem Eklat. Rudi R. beschimpft den Staatsanwalt als "Drecksack".

    August 2013: Das Gericht hat den Mordkomplex abgearbeitet und beginnt mit der Beweisaufnahme zu den Raubüberfällen. Viele Beobachter rechnen mit einem Mordurteil.

    September 2013: Ein Gutachter stellt fest, dass sich M.s Gesundheitszustand nach 15-monatiger Isolationshaft so verschlechtert hat, dass er verhandlungsunfähig ist.

    November 2013: Das Gericht setzt den Prozess gegen M. aus. Er bleibt vorerst in Haft. Gegen seinen Bruder Rudi R. wird normal weiterverhandelt.

    Februar 2014: Rudi R. wird zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht sieht bei ihm eine besondere Schwere der Schuld und ordnet die anschließende Sicherungsverwahrung an.

    September 2014: Der neue Prozess gegen Raimund M. beginnt.

    Februar 2015: Der Bundesgerichtshof bestätigt das Augsburger Urteil gegen Rudolf R.

    08.03 Uhr: Große Überraschungen sind vom heutigen Prozessauftakt vermutlich nicht zu erwarten. Das Gericht wird die Angeklagten fragen, ob sie etwas sagen möchten. Vermutlich werden ihre Verteidiger sagen, dass es keine Angaben zur Sache geben wird. Dann verliest Staatsanwalt Hans-Peter Dischinger die 13-seitige Anklageschrift. Nicht auszuschließen, dass die Verteidiger noch den einen oder anderen Antrag stellen. Danach könnte dann schon wieder Schluss sein.

    Landgericht: Besucher werden zweimal kontrolliert

    07.59 Uhr: Wer in den noch geschlossenen Schwurgerichtssaal will, muss sich zweimal kontrollieren lassen. In der großen Eingangshalle hier gibt es eine erste Schleuse mit Metalldetektor. Direkt vor dem Saal überprüfen Beamte dann die Taschen der Besucher und Journalisten - sehr sorgfältig. 

    Polizistenmord: Der Prozess könnte ein Jahr dauern

    07.53 Uhr: Der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Mörder könnte ein ganzes Jahr dauern. Die beiden Beschuldigten sagen nichts zur Sache, die Staatsanwaltschaft hat lediglich eine ganze Reihe von Indizien, die für ihre Schuld sprechen. Deshalb hat das Gericht knapp 200 Zeugen geladen, um sich ein Bild zu machen. Bis jetzt sind 49 Verhandlungstage geplant.

    Andrang seit sechs Uhr morgens

    07.46 Uhr: Soeben öffnen sich die Türen des Strafjustizzentrums. Die ersten Prozessbesucher waren schon gegen sechs Uhr hier, haben sie uns erzählt. Jetzt sind es so 70, 80 Menschen, die an der Tür Richtung Kontrolle drängen. Darunter sind natürlich viele Journalisten - aber auch Menschen, die Mathias Vieth kannten und nun sehen wollen, wie seine mutmaßlichen Mörder vor Gericht kommen.

    Mitdiskutieren: Twitter-Hashtag #Polizistenmord, Forum, Facebook

    07.44 Uhr: Wenn Sie über den Fall mitdiskutieren möchten - tun Sie es: bei uns im Forum, auf unserer Facebook-Seite oder bei Twitter unter dem Hashtag #Polizistenmord.

    Massive Sicherheitsvorkehrungen am Landgericht Augsburg

    07.42 Uhr: Entsprechend hoch sind die Sicherheitsvorkehrungen im Strafjustizzentrum. Besucher müssen sich gleich zweimal kontrollieren lassen, Streifen sind rund um das Gebäude unterwegs, alles wurde in den vergangenen Stunden noch einmal genau überprüft.

    Die beiden Angeklagten - höchst gefährlich?

    07.40 Uhr: Die Ermittler glauben, dass die beiden Angeklagten zu den gefährlichsten Straftätern der Nachkriegsgeschichte in Bayern gehören. Auf ihr Konto sollen neben dem Mord an Mathias Vieth - und im Fall von R. des Mordes an dem anderen Polizisten - mehrere brutale Raubüberfälle gehen. Zudem gibt es Hinweise, dass die beiden sich aus der Haft herauspressen wollten - durch die Geiselnahme eines Augsburger Richters.

    Rudi R. tötete schon einmal einen Polizisten

    07.37 Uhr: Die beiden Angeklagten stehen nun wegen Mordes vor Gericht. Für Rudi R. ist es nicht das erste Mal. Er erschoss 1975 den Augsburger Polizeibeamten Bernd-Dieter Kraus. Damals wurde er zu zweimal lebenslänglich verurteilt und saß fast 20 Jahre in Haft.

    Polizistenmord Augsburg - ein Rückblick

    07.35 Uhr: Um was geht es? Die Angeklagten Raimund M., 59, und Rudi R., 57, sind Brüder. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Männer sich 28. Oktober 2011 auf dem Parkplatz am Augsburger Kuhsee trafen, um einen Überfall zu begehen. Zufällig kamen der Augsburger Polizist Mathias Vieth, 41, und eine Kollegin vorbei. Sie wollten die bewaffneten Männer kontrollieren. Es kam zu einer Verfolgungsfahrt, dann im Wald zu einer Schießerei. Vieth wurde tödlich getroffen, seine Kollegin leicht verletzt.

    Ihr Reporter-Team vor Ort

    07.32 Uhr: Für Sie berichten aus dem Augsburger Landgericht: Ulrike Jochum, Holger Sabinsky-Wolf, Stefan Krog, Sascha Borowski (Text), Ulrich Wagner und Fred Schöllhorn (Bilder), sowie Konrad Wiebe und die Kollegen von rt.1 (Video). 

    Herzlich willkommen zum Liveticker

    07:30 Uhr: Herzlich willkommen zu unserem Liveticker aus dem Augsburger Landgericht. Hier beginnt heute der spektakuläre Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Mörder des Augsburger Polizeibeamten Mathias Vieth.

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