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Augsburg

12.08.2020

Verkehr, Klimaschutz und mehr: Wie nachhaltig ist Augsburg?

Beim Klimaschutz schneidet Augsburg laut einem nun veröffentlichten Bericht ganz gut ab.
Bild: Marcus Führer, dpa (Symbolbild)

Plus Die Stadt und die Lokale Agenda bewerten, wie nachhaltig Augsburg in den vergangenen Jahren war. Dabei stellen sie sich nicht nur ein positives Zeugnis aus.

Die Stadt hat eine Bilanz zu ihren Bemühungen in Sachen Nachhaltigkeit der vergangenen acht Jahre gezogen. Maßstab sind die 20 Zukunftsleitlinien – etwa Klimaschutz, sozialer Ausgleich, Stärkung des Wirtschaftsstandorts oder des bürgerschaftlichen Engagements –, zu denen sich der Stadtrat 2015 bekannt hat. Eine handfeste Bilanz mit Schulnoten, so Norbert Stamm vom städtischen Büro für Nachhaltigkeit, liefere der jetzt erschienene Nachhaltigkeitsbericht für die Jahre 2011 bis 2018 nicht. Nicht für jedes Ziel lassen sich messbare Vorgaben festlegen. Man habe aber schon das Ziel, „Anspruch und Wirklichkeit“ gegenüberzustellen.

Wie viele Autos kommen auf 1000 Einwohner?

Die Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (Stand jeweils 1. Januar) sagen aus, wie viele Pkw auf 1000 Einwohner kommen. Im Jahr 2019 gab es einen Rückgang. Interessant ist die Frage, ob sich dieser Trend fortsetzt. Für 2020 liegen noch keine Zahlen vor. Auch wenn die Auto-Dichte etwas abnimmt, steigt die Zahl der zugelassenen Autos in absoluten Zahlen stetig weiter, weil Augsburg in den vergangenen Jahren einen deutlichen Zuzug erlebte. Am 1. Januar 2019 waren in Augsburg 136.121 Pkw zugelassen.

Das sieht dann etwa so aus, dass dem erklärten politischen Ziel, den Autoverkehr zu reduzieren, die Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes gegenübergestellt werden. Demnach steigt die Zahl der Autos pro 1000 Einwohner in Augsburg seit Jahren, die Zahl der Haushalte ohne Auto sinkt tendenziell. Auch was eine „Stadt der kurzen Wege“ betrifft, kommt der Nachhaltigkeitsbericht zu mäßigen Ergebnissen.

Nachhaltigkeit in Augsburg: Längere Wege, weil Supermärkte verschwinden

Bürger in allen Stadtteilen mussten 2016 längere Wege zum Einkaufen zurücklegen als noch 2003, weil die Zahl der Supermärkte sinkt, wobei die Entwicklung zuletzt zumindest gebremst wurde. Beim Klimaschutz kommt der Bericht hingegen zum Ergebnis, dass die Stadt ganz gut im Rennen liegt, bezogen auf das Ziel, dass im Jahr 2030 der CO2-Ausstoß je Einwohner gegenüber dem Jahr 1990 halbiert sein soll. Dieses Ziel scheine erreichbar. Wie berichtet sind die Aktivisten aus dem Klimacamp, das seit einem Monat neben dem Rathaus steht, anderer Auffassung. Sie halten das Ziel für deutlich zu zaghaft, um einen passenden Beitrag Augsburgs zum Stopp der Erderwärmung zu leisten.

Verkehr, Klimaschutz und mehr: Wie nachhaltig ist Augsburg?

Angetrieben wird das Thema Nachhaltigkeit seit inzwischen 24 Jahren von der Lokalen Agenda 21. Bürger engagieren sich in diesem Prozess, um eine Entwicklung, bei der Ökologie, Wirtschaft, Soziales und Kultur miteinander in Einklang gebracht werden, voranzutreiben. Aufgefordert sind neben der Kommune auch die Wirtschaft und die einzelnen Bürger. Die Stadt hat die erarbeiteten Ziele in ihrem Stadtentwicklungskonzept, das eine Blaupause zur Stadtentwicklung bis ins Jahr 2030 darstellen soll, mit aufgenommen. „Bei manchen Entwicklungen ist das Tempo zu gering“, sagt Tom Hecht, einer der beiden Sprecher der Agenda. Das Thema Fahrradstadt sei ein Beispiel dafür. Es sei ursprünglich aus dem Agenda-Prozess entstanden. Auch das Thema Klimacamp werde aus dem Agenda-Prozess unterstützt, etwa, indem man eine Vernetzung zu Wissenschaftlern hergestellt habe, so Sprecherin Maria Brandenstein. „Das Augsburger Klimacamp arbeitet auf einem Niveau, das einmalig ist in Deutschland.“

Gruppen wie „Plastikfrei Leben“ setzen in Augsburg Impulse

Augsburg, so Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) und Nachhaltigkeitsmann Stamm, sei beim Thema Nachhaltigkeit im Vergleich zu anderen Städten schon relativ weit. Erben verweist auch auf Initiativen, die ganz praktisch wirken, etwa die Gruppe „Plastikfrei Leben“, die Impulse setze.

In Augsburg werden auch Stadtratsbeschlüsse vorab im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit bewertet. Allerdings gab es in der Vergangenheit teils auch Kritik am System – es werde viel Papier ohne Auswirkungen produziert, so ein Vorhalt aus dem Stadtrat.

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