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Augsburg: „Es ist ein bisschen wie Schatzsuchen“: Was Augsburger am Stöbern in Vintageläden reizt

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„Es ist ein bisschen wie Schatzsuchen“: Was Augsburger am Stöbern in Vintageläden reizt

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    Heidi Matthiesen schätzt besonders das Einkaufserlebnis in Vintageläden. Sie verkauft auch selbst alte Klamotten an Vintageläden.
    Heidi Matthiesen schätzt besonders das Einkaufserlebnis in Vintageläden. Sie verkauft auch selbst alte Klamotten an Vintageläden. Foto: Johannes Hoose

    Ausgefallene Kleidungsstücke, Markenklamotten und Fußballtrikots: Vintageläden, die Klamotten aus zweiter Hand verkaufen, gehören mittlerweile fest zum Bild der Augsburger Innenstadt. Vor einigen Jahren kehrte der Trend zurück, der Berliner Taschenhersteller „Liebeskind“ kürte Augsburg gar zur Vintage-Hauptstadt. Doch warum kaufen Menschen in Augsburg eigentlich gerne in Vintageläden ein? Wir haben nachgefragt.

    In der „Retroarea“ in der Philippine-Welser-Straße hat Heidi Matthiesen gerade gebrauchte Kleidung verkauft. „Ich verkaufe auch gerne alte Klamotten an Vintageläden und nehme, wenn ich dann da bin, oft gerne etwas Neues mit“, erzählt Matthiesen. Die 65-Jährige schätzt vor allem den Aspekt der Nachhaltigkeit. „Es ist ein bisschen wie Schatzsuchen“, sagt sie. Günstigere Preise seien auch ein schöner Nebeneffekt, stehen für sie aber nicht im Vordergrund. „Gute Sachen kosten auch hier was, aber man kann sich wenigstens sicher sein, dass es auch gute Qualität hat“, sagt Matthiesen. Außerdem gehe der Gewinn so auch an Leute, die ihre alte Kleidung abgeben, und nicht an ein großes Modehaus.

    Nachhaltigkeit und einzigartige Kleidungsstücke stehen im Vordergrund

    „Ich gehe oft in Vintageläden und kaufe vor allem T-Shirts oder andere Oberteile“, sagt Mirjam Annen. Besonders einzigartige Kleidungsstücke, die sonst niemand trägt, machen für sie den Reiz an Vintageläden aus. Außerdem sähen leicht abgetragene Klamotten meist noch cooler aus, findet sie. Schlechte Erfahrungen bei Vintageklamotten habe sie bisher nur in Onlineshops gemacht. „Deshalb würde ich lieber im Laden kaufen, weil man da sofort merkt, wenn etwas mit einem Kleidungsstück nicht stimmt“, sagt sie. Bei Regardez Vintage nahe dem Rathausplatz haben Sarah und Simon eingekauft. Die beiden 21-Jährigen gehen ebenfalls regelmäßig in Vintageläden. „Ich kaufe tatsächlich oft Schals“, sagt Sarah. Für die beiden stehe Nachhaltigkeit im Vordergrund, aber auch das Einkaufserlebnis ziehe sie an. „Ich mag es gerne, ein bisschen zu stöbern“, sagt Simon.

    Moritz Weiß und Andi Weist kaufen etwa einmal im Monat in Vintageläden ein, auch wenn es oft gerade für Männer nicht leicht sei, etwas zu finden. Umso größer sei aber das Glücksgefühl, wenn man ein gutes Kleidungsstück finde. Dennoch schätzen sie das Konzept von Secondhand- und Vintageläden. „Man weiß ja, dass das Kleidungsstück schon eine Person überlebt hat, und dann wird es auch bei mir nicht in zwei Wochen schon kaputtgehen“, sagt Moritz Weiß. Nachhaltigkeit spielt für die beiden eine wichtige Rolle. „Es existiert schon so viel, dann muss nicht noch neue Sachen kaufen“, sagt Andi Weist. Auch die beiden kaufen meist T-Shirts oder Pullover, besonders gute Hosen seien oft schwer zu finden.

    Moritz Weiß (l.) und Andi Weist kaufen vor allem aus Gründen der Nachhaltigkeit gerne Secondhandkleidung.
    Moritz Weiß (l.) und Andi Weist kaufen vor allem aus Gründen der Nachhaltigkeit gerne Secondhandkleidung. Foto: Johannes Hoose

    Vintageklamotten: Der Trend bleibt bestehen

    Aber sind Vintageklamotten überhaupt noch im Trend oder hat die Nachfrage abgenommen? „Bei uns ist die Nachfrage nach wie vor sehr hoch“, sagt Marius Schaller von der „Retroarea“. Welche Artikel sich am besten verkaufen, hänge stark von der Jahreszeit ab, derzeit seien es vor allem T-Shirts und Hemden, im Herbst und Winter dann aber mehr Hosen und Jacken. Geändert habe sich im Vergleich zu früher das Klientel in Vintageläden, dieses sei in den vergangenen Jahren deutlich jünger geworden, sagt Carsten Hofacker von „Courtland‘s Vintage“ am Schmiedberg. „Mittlerweile kommen auch schon 14- oder 15-Jährige und kaufen bei mir ein“, erzählt er. Der Trend scheint sich in Augsburg also zu halten.

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