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Augsburg: Hühnerhaltung im eigenen Garten liegt im Trend – auch in Augsburg

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Hühnerhaltung im eigenen Garten liegt im Trend – auch in Augsburg

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    Christof Lachenmann-Fries (rechts) traut sich, einen Hahn auf den Arm zu nehmen. Er will den Wunsch seiner Kinder nach einer Hühnerhaltung im eigenen Garten erfüllen und lässt sich von Seminarleiter Axel Hilckmann beraten.
    Christof Lachenmann-Fries (rechts) traut sich, einen Hahn auf den Arm zu nehmen. Er will den Wunsch seiner Kinder nach einer Hühnerhaltung im eigenen Garten erfüllen und lässt sich von Seminarleiter Axel Hilckmann beraten. Foto: Michael Eichhammer

    „Die eigenen Eier schmecken am besten“ – mit diesem Argument will Seminarleiter Axel Hilckmann den Zuhörern bei der Abendveranstaltung im Hubertushof in der Firnhaberau sein Anliegen schmackhaft machen. Die Themen des Seminars: „Die eigenen Eier erzeugen“ und „Wie Hühner uns glücklich machen“. Hilckmann wuchs in einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Hühnerhaltung auf, war zehn Jahre lang Geflügelberater und hat mit seiner Familie eine Brüterei betrieben. Hühnerseminare veranstaltet der Tierwirt seit zwei Jahren. Zielgruppe sind keine professionellen Züchter, sondern Privatpersonen, die wenige Hühner halten wollen. „Seit der Corona-Zeit haben sich die Leute wieder mit ihrem eigenen Zuhause und Garten beschäftigt, dazu kam der Hype um die Selbstversorgung“, erklärt der 56-Jährige. 

    „Es hat sich in den letzten Jahren ein Trend abgezeichnet, dass immer mehr Menschen in ihren Gärten eine geringe Anzahl an Hühnern zum reinen Hobby halten“, bestätigt Dr. Felicitas Allmann, Veterinärdirektorin bei der Stadt Augsburg auf unsere Anfrage. „Derzeit sind im Augsburger Stadtgebiet 232 Hühnerhaltungen beim Veterinäramt gemeldet, die je maximal 15 Hühner halten“, so Allmann. Insgesamt kommen die Hobbyhalter auf 1323 Hühner. Einer davon ist Werner Rebel aus Haunstetten. Seit sechs Jahren ist Huhn Emelie Familienmitglied. „Ich habe den Eindruck, dass sie uns mittlerweile als Mit-Hühner akzeptiert“, berichtet der 61-Jährige. Die gefiederte Seniorin geselle sich immer gern zum Kaffeetisch im Garten dazu. 

    25 Personen finden sich zu dem Hühner-Seminar in der Firnhaberau ein

    Das Interesse an dem Hühner-Seminar ist groß: Rund 25 Personen haben sich eingefunden. Manche haben bereits eigene Hühner, andere spielen mit dem Gedanken. Eine Frau aus Friedberg berichtet, die Familie plane, aus dem alten Baumhaus der Kinder einen Hühnerstall zu bauen. Ein junges Paar aus Augsburg erzählt, dass es seit Kurzem zwei Hühner im eigenen Garten in der Stadtmitte halte. Maxi Kruger aus Zusmarshausen, die mit ihrer Tochter das Seminar besucht, zählt zu den Gästen, die noch skeptisch sind. Ihre Nachbarn haben Hühner. Sechs Tiere könnte sie übernehmen. „Die Entscheidung steht und fällt damit, was ich in diesem Seminar erfahre“, sagt sie. Frische Frühstückseier wären für Maxi Kruger lediglich ein „Nebeneffekt“. Sie wünscht sich Hühner „zum Liebhaben und Entspannen“. 

    Dieses Motiv kann Axel Hilckmann nachvollziehen: „Ein Huhn ist eigentlich ein Fluchttier“, sagt er. „Aber es sind auch soziale Tiere. Je ruhiger der Mensch wird, desto ruhiger wird das Huhn.“ Eine wohltuende Lektion für beide Seiten. Die Angst vor dem Aufwand der Hühnerhaltung will der Experte den Anwesenden nehmen. Es sei anstrengender, einen Hund zu halten als ein Huhn, so Hilckmann. Dass man auch beides kombinieren kann, beweist eine Besucherin: In ihrem Garten haben sich die drei Border Collies und die Hühner aneinander gewöhnt. „Mittlerweile hüten unsere Hunde die Hühner“, sagt sie. 

    Experten raten: Es sollten mindestens zwei Hühner angeschafft werden

    Die Anschaffungskosten für Junghennen bei Rassegeflügel liegen zwischen 25 und 75 Euro. Zu den triftigen Gründen für die Hühnerhaltung zählt Axel Hilckmann, dass Hühnermist ein guter Dünger sei. Die Tiere würden zudem bei der Vermeidung von Essensabfällen und bei der Schädlingsbekämpfung helfen. „Hühner sind auch ein Familienprojekt, das gute Laune verbreitet“, findet der Experte. Allerdings gilt es, einiges zu beachten. Es sollten mindestens zwei Hühner angeschafft werden. Diese müssen beim Veterinäramt angemeldet werden. Auch eine gesetzliche Impfpflicht gegen die Geflügelpest besteht. Der Hühnerstall, in den die Tiere nach dem Freilauf im Garten für die Nacht zurückkehren, muss marder- und mäusedicht sein. Ebenfalls wichtig zu wissen: Hühner brauchen Beschäftigung. „Bis zu 80 Prozent des Tages verbringen sie mit dem Futtersuchen und Picken“, berichtet Axel Hilckmann. 

    Ein Höhepunkt des Seminars: Die Gäste dürfen lebende Hühner aus der Nähe betrachten und auf den Arm nehmen. Christof Lachenmann-Fries nimmt dieses Angebot gern an. Seine Kinder hätten in den Ferien Erfahrungen mit Hühnern gesammelt und wollten nun unbedingt eigene Tiere im Garten halten. Anja Goschütz hat ihr Huhn mitgebracht. Sie züchtet die als extrem gefährdet eingestufte Rasse Augsburger Huhn und ist Mitglied im Züchterverein, der „dieses wertvolle Kulturgut“ retten will. 

    Maxi Kruger, die das Seminar besucht, um das Für und Wider der Hühnerhaltung abzuwägen, entscheidet sich noch am selben Abend: Zwar sei ihr „das Herz in die Hose gerutscht“, weil es so viel zu beachten gäbe, „doch überwog der Gedanke, wie süß die Viecher sind“. Sie wird die sechs angebotenen Hühner übernehmen. Anderen empfiehlt sie, sich ebenfalls im Vorfeld zu informieren. Seminarleiter Axel Hilckmann, dessen Sohn samt Frau den Hubertushof betreibt, weiß, dass viele Menschen aus der Hühnerhaltung wieder aussteigen, die sich lediglich auf YouTube über das Thema informiert haben. „Da wird viel Mist erzählt“, schimpft er. „Wenn man sich vorher informiert, macht das auch Spaß.“ Ob das eigene Huhn ebenso glücklich ist, merkt man laut den Experten übrigens ganz schnell: nämlich daran, ob es regelmäßig Eier legt. 

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