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Augsburg: Intendant Bücker fordert schnellstmögliche Umsetzung der Theatersanierung

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Intendant Bücker fordert schnellstmögliche Umsetzung der Theatersanierung

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    Staatsintendant André Bücker - hier in der Interimsspielstätte im Martinipark - fordert eine zügige Fortsetzung der Theatersanierung.
    Staatsintendant André Bücker - hier in der Interimsspielstätte im Martinipark - fordert eine zügige Fortsetzung der Theatersanierung. Foto: Ulrich Wagner (Archivbild)

    Theaterintentendant André Bücker hat sich am Dienstag in die Diskussion über die gestiegenen Kosten für die Staatstheatersanierung eingeschaltet. Bücker warnte auch im Namen der 500 Beschäftigten des Staatstheaters davor, jetzt nochmal eine Diskussion über einen Baustopp und Umplanungen aufzumachen, wie sie von Teilen der Opposition gefordert werden. „Wir brauchen ein zeitgemäßes und funktionales Theater – und zwar so schnell wie möglich und genau so, wie es die aktuellen Planungen vorsehen“, so Bücker. Verzögerungen seien eine Zumutung für die Mitarbeiter, die seit Jahren in den Ausweichspielstätten den Betrieb aufrecht erhalten, vor allem ginge mit Umplanungen aber ein Verlust an Funktionalität des neuen Theaters einher.

    „Jeder Tag, an dem nicht gebaut wird, kostet Geld“

    Wie berichtet möchten Teile der Opposition die Theatersanierung - konkret den Neubau des Betriebsgebäudes und der zweiten Spielstätte - auf den Prüfstand stellen, nachdem zuletzt Kostensteigerungen von 77 Millionen Euro auf jetzt 417 Millionen Euro bekannt wurden. „Jeder Tag, an dem nicht gebaut wird, kostet Geld. Das mit Sicherheit kostensparendste Modell ist es, den jetzigen Entwurf konsequent und schnell zu Ende zu bringen. Weitere Umplanungen verschlingen nur noch mehr Geld, ohne dass etwas passiert“, so Bücker. „Wer von einem Luxus-Tempel spricht, kennt weder die aktuellen, sehr pragmatischen Pläne, noch die Bedarfe eines funktionsfähigen, modernen Theaterbetriebs.“ Bücker bezeichnete den Entwurf als die „bestmögliche Lösung für ein Theater für alle im Herzen der Stadt“.

    Mehr als 180.000 Besucher pro Jahr

    Bücker verwies darauf, dass die Planung die im Bürgerbeteiligungsprozess 2015 geforderte weitere Öffnung des Theaters mit partizipativen und niederschwelligen Angeboten baulich umsetze. „Dass das alles nicht Zukunftsmusik ohne Chance auf Verwirklichung, sondern bereits bestehende Planung in Umsetzung ist, ist für Augsburg ein echter Standortvorteil“, so Bücker mit Blick auf den Sanierungsstau in anderen Städten. Bücker betonte zudem, dass das Theater auch unter Interimsbedingungen mehr als 180.000 Besucher pro Jahr anziehe. Zahlreiche Inszenierungen seien in der laufenden Saison schon vor der Premiere komplett ausverkauft gewesen, so Bücker zur aktuellen Bedeutung des Theaters. Von Kritikern der Sanierung wurde in der Vergangenheit angeführt, dass das Theater nur einer Minderheit der Bevölkerung zugutekomme. In der Tat dürften unter den 180.000 Besuchern etliche „Mehrfachbesucher“ sein, die regelmäßig ins Theater gehen, während andere Bürger dort nie einen Fuß hineinsetzen. Bücker verweist aber auch darauf, dass man in der laufenden Saison mehr als 300 Schul- und Vermittlungsprojekte durchgeführt habe. Über 22.000 Schüler und Teilnehmer habe man auf diese Weise frühzeitig Zugang zu Kultur ermöglicht.

    Sally du Randt, Opern-Sängerin und Vorsitzende des Personalrats, forderte ein Ende der Debatten. „Wir wissen die Interimsspielstätten und die Treue unseres Publikums angesichts der dezentralen Lage sehr zu schätzen. Doch nach sieben Jahren in provisorischen Räumen und weiteren sechs Jahren, die noch vor uns liegen, brauchen wir eine verlässliche Perspektive.“ Die Belegschaft erwarte die sofortige Umsetzung der Pläne und „endlich ein Ende der täglichen öffentlichen Diskussion darüber, ob ihr Arbeitsplatz nicht vielleicht verzichtbar wäre“.

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    8 Kommentare
    Hans Meixner

    180.000 Besucher pro Jahr wären im Schnitt über 490 Besucher pro Tag bei 365 Tagen im Jahr! Die Argumentation des Intendanten ist für Augsburger Verhältnisse "Weltfremd". Die schon jetzt veranschlagten Kosten von mehr als € 417 Mio. sind für eine Stadt wie Augsburg untragbar und werden sich bis zur Fertigstellung nochmals deutlich erhöhen! Eine Zumutung ist es für die Bevölkerung für die nicht vorhandenen Gelder zur Sanierung der Schulen und anderer wichtigen Einrichtungen der Stadt, welche nun für das Theater auf Jahrzehnte benötigt werden!

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    Gerold Rainer

    Um täglich knapp 500 Gäste zu unterhalten, braucht es genau so viel Personal. Nicht einmal ein Pflegeheim arbeitet so personalintensiv. Ich verstehe ja, dass niemand beim Theater seinen Arbeitsplatz verlieren will, aber in unserer heutigen Zeit ist eine solche Form der Dienstleistung beim derzeitigen Lohnniveau gesellschaftlich untragbar.

    Franz Wagner

    Reinste Geldverschwendung. Da leistet man sich eine Vergnügungsstätte für die oberen Einkommensschichten und die öffentlichen Schulen verrotten derweil. Ein Theater braucht kein Mensch in Augsburg zu den Kosten! Das Geld kann sinnvoller verwendet werden.

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    Robert Miehle-Huang

    Warum manche gleich immer in dieses "Die-da-oben"-Gehabe verfallen…

    Franz Wagner

    Angst vor denen "da unten"? Oder warum der panische Reflex? Darf die Frage nicht gestellt werden ob man das Projekt lieber beerdigt und dringendere Sachen angeht?

    Wolfgang Leonhard

    Franz Wagner, würde das Projekt jetzt "beerdigt", müsste die Stadt alle bisher gezahlten Zuschüsse zurückzahlen und wäre für die bereits geschlossenen Verträge zu Schadensersatzzahlungen verpflichtet. Sie sollten deswegen versuchen, zum Realismus zurückzukehren. Niemand konnte ahnen, dass die Sanierung des Theaters in die Zeit von zwei gewaltigen Krisen und in eine Phase der Inflation seit 50 Jahren nicht mehr gesehenen Ausmaßes fällt. Die absoluten Kostengrößen sind deswegen irreführend. Die Stadt wird das Vorhaben stemmen und der Freistaat Bayern wird sich angemessen beteiligen.

    Robert Miehle-Huang

    Angst? Vor was denn? Ich empfinde so ein Gehabe als lächerlich und kindisch.

    Ronald Hattensaur

    Es müssen auch die Schuldigen für diese Misere klar genannt und in die Haftung genommen werden.

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