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Augsburg: Keine Bewerber: Stadt Augsburg sucht immer noch Fußgängerbeauftragten

Augsburg

Keine Bewerber: Stadt Augsburg sucht immer noch Fußgängerbeauftragten

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    Für Fußgänger und Fußgängerinnen soll es in Augsburg Verbesserungen geben. Die Stadt ist auf der Suche nache einem Fußgängerbeauftragten/-beauftragter.
    Für Fußgänger und Fußgängerinnen soll es in Augsburg Verbesserungen geben. Die Stadt ist auf der Suche nache einem Fußgängerbeauftragten/-beauftragter. Foto: Silvio Wyszengrad (Archivbild)

    Die Stadt kommt mit der Besetzung der Stelle eines Verkehrsplaners oder einer -planerin für Fußgängerthemen nicht voran. Die Stelle, die das schwarz-grüne Regierungsbündnis geschaffen hatte und die im Koalitionsvertrag festgelegt worden war, sei inzwischen zum dritten Mal ausgeschrieben worden, ohne dass sich Bewerber gemeldet hätten, so Baureferent Gerd Merkle (CSU). Der Stellenmarkt im Bereich Verkehrsplanung sei für Kommunen momentan leer gefegt, da die private Wirtschaft besser bezahle, so Merkle.

    Im Sommer hatte der Seniorenbeirat die Stadt aufgefordert, ein Konzept für ein fußgängerfreundliches Augsburg zu erstellen. Auch Verkehrsverbände hatten in der Vergangenheit entsprechende Forderungen gestellt. Man nehme das Anliegen ernst, so Merkle jetzt im Bauausschuss des Stadtrats, könne ein Konzept aber erst mit Dienstantritt des oder der Fußgängerbeauftragten in Angriff nehmen. Bis dahin werde man die Fußgängerbelange einzelfallbezogen bei Neu- oder Umplanungen berücksichtigen. Ziel seien stadtweite Verbesserungen für den Fußverkehr.

    "Es gibt noch Stellen mit zu schmalen Gehwegen"

    Fraktionsübergreifend gab es Zustimmung für die bessere Berücksichtigung des Fußverkehrs. "Wir haben uns für die Fahrradstadt starkgemacht, jetzt geht es um die Fußgänger", so Peter Uhl (CSU). Es gehe um eine Balance für alle Verkehrsarten. Christine Kamm (Grüne) sagte, bei aktuellen Projekten in der Stadtplanung sei man ganz gut dabei, Belange des Fußverkehrs zu berücksichtigen. Gehwege seien breit genug, Fußgängerachsen und kurze Wege würden in neuen Quartieren mitgeplant. "Aber es gibt Altlasten, etwa Stellen mit zu schmalen Gehwegen", so Kamm. Markus Striedl (AfD) sagte, Verbesserungen für den Fußverkehr seien schön und gut, die neue Stelle im Tiefbauamt sehe er aber kritisch. "Wir werden keinen Radfahrer vom Gehweg auf die Straße bringen, nur weil es eine Planstelle gibt", so Striedl. Hier seien Kontrollen das bessere Mittel.

    Fußläufigkeit gewinnt in Augsburg an Wichtigkeit

    In Augsburg werden laut der regelmäßigen Umfrage "Mobilität in Städten" der TU Dresden (zuletzt 2018) 26 Prozent aller Wege zu Fuß zurückgelegt (41 Prozent Auto, 17 Prozent Fahrrad, 16 Prozent Nahverkehr). Mit eingerechnet sind dabei auch kurze Wege zum Postkasten oder Kiosk. Legt man nicht die Zahl der Wege, sondern die zurückgelegte Wegstrecken zugrunde, ist aber das Auto mit 58 Prozent Spitzenreiter, der Fußverkehr rangiert mit drei Prozent an letzter Stelle. Erklärtes Ziel der Stadt ist es, den Fußverkehr zu fördern. Gefordert werden immer wieder längere Grünphasen an Straßen und eine Entzerrung von Fahrrad- und Fußverkehr bei kombinierten Wegen. Bei der Planung neuer Quartiere gewinnt die Fußläufigkeit an Wichtigkeit, also dass etwa Einrichtungen wie Supermärkte und Schulen ohne Umwege für Fußgänger erreichbar sind. Auch das Erleichtern des Überquerens von Straßen, etwa durch in die Fahrbahn oder Kreuzungsbereiche vorgezogene Bordsteinkanten, ist eine Möglichkeit.

    Wild auf Gehwegen abgestellte E-Scooter werden von Senioren und Seniorinnen als Hauptproblem gesehen.
    Wild auf Gehwegen abgestellte E-Scooter werden von Senioren und Seniorinnen als Hauptproblem gesehen. Foto: Silvio Wyszengrad

    Eine Umfrage des Seniorenbeirats hatte ergeben, dass ältere Menschen in erster Linie auf Gehwegen abgestellte E-Scooter als Problem sehen, gefolgt von Radverkehr (zum Beispiel auf Gehwegen). Auch zu kurze Grünphasen an Ampeln werden als problematisch betrachtet. Als probatestes Mittel wird mehr gegenseitige Rücksichtnahme gesehen, gefolgt von attraktiverem Nahverkehr, mehr Barrierefreiheit und einem Ende der Kombination von Fuß- und Radwegen. Mehr Kontrollen stehen eher weiter unten auf der Liste der Verbesserungsvorschläge.

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