Augsburger Klimaaktivistinnen und -aktivisten haben eine für Freitagnachmittag angekündigte Aktion kurzfristig abgesagt. Geplant war, zur Niederlassung des Auto-Herstellers Mercedes-Benz in der Haunstetter Straße zu ziehen – und dort Luft aus den Reifen von SUV-Fahrzeugen lassen.
Die geplante Aktion ging auf den Zusammenschluss "Ende Gelände Augsburg" zurück. Nach Auskunft der Veranstalter sollte die Aktion um 15 Uhr an der Haltestelle Schertlinstraße starten. Zunächst waren demnach Redebeiträge vorgesehen, anschließend sollte ein Demozug auf der Haunstetter Straße zum Zielort folgen. Um kurz nach 14 Uhr verschickte "Ende Gelände Augsburg" dann eine Mitteilung, nach der die Aktion zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden solle. Am Veranstaltungsort sei ein Polizeiaufgebot präsent gewesen, das man in dieser Größenordnung nicht erwartet habe. So sei die Aktion "nicht durchführbar". Man rate, den Treffpunkt großflächig zu meiden.
Klimaaktivisten in Augsburg wollen Luft auf Mercedes-SUVs lassen
In der Ankündigung kritisieren die Aktivistinnen und Aktivisten, dass SUVs verkauft werden, obwohl sie "gefährlich und klimaschädlich" seien. Man lasse die Luft aus den Fahrzeugen bei Mercedes Benz, um diese zu "entwaffnen". Man betreibe dabei "friedliche Sabotage als legitime Notwehr." Nach Auskunft der Veranstalter ist die Aktion "transparent angekündigt", jedoch nicht beim Ordnungsamt angemeldet. Sachbeschädigung liege nur bei "permanenten Veränderungen" vor. Auch künftig seien freitags Aktionen geplant.
Bereits im Frühjahr war bei hochwertigen Autos im Stadtgebiet Luft aus Reifen gelassen worden, die Polizei meldete im März zehn Fälle an einem Wochenende. Schnell stand der Verdacht im Raum, dass Klimaaktivisten dahinterstecken könnten – die Fälle standen teils in zeitlichem und räumlichem Zusammenhang mit Klima-Demos, zudem hinterließen die Verantwortlichen einmal einen Hinweis. (kmax)