Das Treiben in der Augsburger Innenstadt stand an diesem Samstag erneut im Zeichen mehrerer Demonstrationen. Sie fanden teils stationär, teils mobil statt - und hatten so, wie im Vorfeld von Stadtwerken und Polizei angekündigt, ab Nachmittag bis in den Abend massive Auswirkungen auf den Verkehr. Mehrere Straßenzüge wurden zwischenzeitlich gesperrt, Straßenbahn- und Buslinien im gesamten Stadtgebiet fielen stundenlang aus.
Den Auftakt machte ab 14 Uhr eine Kundgebung, die der Augsburger Kreisverband der AfD organisiert hatte. Auf dem Rathausplatz sprachen unter anderem Rainer Kraft, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Augsburg-Land, sowie der Landtagesabgeordnete Martin Böhm (Wahlkreis Oberfranken). Die Redner kritisierten die Pandemie-Politik, stellten den Nutzen der Impfung in Frage und wandten sich gegen eine mögliche Impfpflicht. Vorab waren bis zu 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet, nach Polizeiangaben kamen in der Spitze 100.
Corona, AfD, Gegen-Demo: Mehrere Kundgebungen in Augsburg
Im Lauf der AfD-Kundgebung machte sich am Rathausplatz eine weitere Demo bemerkbar, die ebenfalls um 14 Uhr begonnen hatte und auf die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zurückging. Unter dem Motto "Den Schulterschluss von AfD und Querdenken verhindern" versammelten sich laut Polizei rund 350Personen zunächst am Ulrichsplatz. Sie zogen anschließend durch die Innenstadt und hielten dann unterhalb des Perlachsturms in Hör- und Sichtweite zur AfD-Kundgebung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, von denen viele aus dem politisch linken Spektrum stammten und Antifa-Symbole zur Schau trugen, skandierten verschiedene Parolen in Richtung der AfD-Demo.
Trotz des Aufeinandertreffens blieb es nach Polizeiangaben rund um den Rathausplatz friedlich. Nur einmal musste die Polizei aktiv eingreifen, als rund ein halbes Dutzend Gegen-Demonstrantinnen und -Demonstranten eine Absperrung durchbrechen wollte. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, habe dabei gegen eine Person "leichter unmittelbarer Zwang" angewendet werden müssen.
Tausende Teilnehmer bei Corona-Demo durch Innenstadt
Beide Demos endeten um etwa 15.30 Uhr. Manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer zogen anschließend vom Rathausplatz in Richtung Ladehofstraße. Ab 16 Uhr folgten dort zwei ineinander übergehende Kundgebungen, für die der Maßnahmen-kritische Zusammenschluss "Bürgerforum Schwaben" verantwortlich zeichnete. Im Rahmen einer "Kinder-Demo" berichteten mehrere Kinder, Jugendliche und Eltern von ihren Erfahrungen. Die Kinder, teils im Grundschul-Alter, klagten über den Umgang mit Masken und Tests. Eine Mutter sagte, sie sei "entsetzt" über die geringe Teilnehmerzahl. Zu Beginn der "Kinder-Demo" waren weniger als 100 Personen anwesend.
Im Lauf der Veranstaltung füllte sich der Platz in der Ladehofstraße jedoch, da sich ab 17 Uhr der inzwischen regelmäßig stattfindende Demozug gegen Corona-Maßnahmen anschloss. Er führte erneut durch die Augsburger Innenstadt und anschließend wieder zurück. Nach Angaben der Polizei nahmen daran rund 4200Personen teil, darunter über 100 Kinder. Mit Ende der Veranstaltung um kurz vor 19 Uhr entspannte sich die Verkehrslage allmählich wieder.