Die Bürger in Augsburg werden ab 2025 womöglich mehr Geld für die Müllabfuhr bezahlen müssen. Die Stadt plant für den nächsten Gebührenzeitraum von Anfang 2025 bis Ende 2027 eine Erhöhung. Sie wird allerdings weniger drastisch ausfallen als bei der letzten Erhöhung Anfang 2021, als die Gebühren um 50 Prozent stiegen.
Laut einem Beschlussvorschlag der Umweltverwaltung an den Stadtrat sollen die Gebühren zum Jahreswechsel um etwa zehn Prozent steigen. Für einen Erwachsenen werden somit pro Jahr 84,36 Euro statt bisher 76,20 Euro fällig. Eine vierköpfige Familie bezahlt 253 Euro pro Jahr. Die Stadt begründet die geplante Steigerung, über die der Abfall-Ausschuss des Stadtrats am Montag entscheiden soll, zum einen mit höheren Sachkosten (z.B. teurerer Treibstoff). Zum anderen gehe man davon aus, der Abfallverwertungsanlage fürs Verbrennen des Mülls in den kommenden Jahren mehr Geld bezahlen zu müssen.
Wie berichtet sanken die Preise für die Abfallverbrennung zuletzt deutlich, weil die AVA höhere Erlöse mit dem Energiegeschäft (vor allem Fernwärme) erwirtschaftete. Gleichzeitig müsse man aber für die kommenden Jahre von mehr Ausgaben für den Emissionshandel ausgehen. Eine weitere Rolle, so der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb (AWS), spiele der Müllberg. Die geplante Erweiterung (wir berichteten) ist dafür nicht erheblich, allerdings wird der momentan aktive Teil der Deponie Ende 2028 wohl vollständig verfüllt sein. Dann darf der Müllberg nicht weiter in die Höhe wachsen. Im Anschluss muss der dann aufgefüllte Teil der Deponie rekultiviert werden, wofür die Stadt Geld zurücklegen möchte.
Die Müllgebühren werden in Augsburg - sofern die Erhöhung beschlossen wird - innerhalb von fünf Jahren um fast 70 Prozent nach oben gehen. Hintergrund der Gebührenerhöhung 2021 war unter anderem der Ausbau des Entsorgungssystems mit neuen Wertstoffhöfen.
Am Montag gab die Stadt zudem bekannt, dass der AWS künftig von Christian Brockmann geleitet wird, nachdem der bisherige Betriebsleiter Georg Holder nach zwölf Jahren in dieser Position in den Ruhestand ging. Brockmann startet mit seiner neuen Aufgabe zum 1. Oktober. Brockmann ist studierter Diplom-Kaufmann und war zuletzt für ein Textilservice-Unternehmen in Augsburg sowie als Niederlassungsleiter für ein Logistik-Unternehmen tätig. Ziele seien, den AWS als Arbeitgeber zu stärken, mit innovativen Konzepten die Ressourcenschonung zu verbessern und für mehr Sauberkeit in der Stadt zu sorgen.
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